szmmctag

  • Sticky Umzug: Der Papsttreue.Blog wird der PAPSTTREUEBLOG

    Umzug

    Seit 2011 gibt es jetzt diesen PAPSTTREUENBLOG, gehostet auf blog.de. Leider gab es in der Vergangenheit immer wieder technische Schwierigkeiten und auch die Flexibilität der Blogsoftware ließ bisweilen zu wünschen übrig.

    Daher habe ich mich entschlossen, umzuziehen. Zukünftig werden meine Beiträge auf einem ziemlich ähnlichen Blognamen hören. Der PAPSTTREUEBLOG ist ab sofort auf http://papsttreuerblog.de/ zu finden. Ich habe die äußere Form auch noch ein bisschen so wie den "alten" Blog gestaltet, um mir und den Lesern den Übergang zu erleichtern. Nach und nach werde ich aber die Features, die Wordpress, One.com als Hoster und Mailchimp für Mailings und Aktionen liefert nutzen.

    Den Übertrag der Mailadressen von Abonnenten habe ich bereits getätigt; hier sollte sich bis auf die Form der Informationsmail bei neuen Beiträgen eigentlich nichts ändern. Sollte es doch Schwierigkeiten geben, bitte ich um eine kurze Information an papsttreuer@gmx.de. Zusätzlich wird es für Abonnenten in Zukunft auch noch einen unregelmäßig erscheinenden Newsletter geben, mit dem ich über Neuerungen, seien sie technischer oder inhaltlicher Natur, informieren werde.

    So ein Blogumzug ist sicher auch ein Risiko: Erstens da ich technisch nicht besonders bewandert bin, zweitens aber auch, da vermutlich nicht jeder Leser mit umziehen wird und der Blog womöglich nicht mehr automatisch gefunden wird. Ich bin aber sicher, dass sich die neue Form auf lange Sicht für meine Leser auszahlen wird und hoffe, dass Sie mir erhalten bleiben.

    Wir sehen uns also wieder auf dem PAPSTTREUENBLOG auf http://papsttreuerblog.de/:

    BrandingWP2

  • Kein guter Beitrag

    Was ist es, dass einen so abstumpft, dass man in manchen Situationen nur noch in politischen und Freund/Feind-Kategorien denkt? Gott ist es sicher nicht!

    Einen Fehler zuzugeben fällt wohl niemandem leicht. Da kann ich mich nicht ausnehmen. Gerade als Blogger – aber nicht nur als solcher – würde man doch lieber Beiträge verfassen, die in Stein gemeißelt sind und an denen man nichts und niemals etwas zurückzunehmen hat. Aber so fehlerfrei ist wohl niemand und ich kann nur hoffen, dass Sie, liebe Leser, mir das auch nicht übelnehmen, wenn ich mal daneben lange.

    Worauf ich mich beziehe, ist mein Beitrag von gestern „Was alles was miteinander zu tun hat … aber nichts mit dem Islam?“, dessen Thema eigentlich der Weltverfolgungsindex der Organisation Open Doors hätte werden sollen. Entstanden ist er dann aber unter dem Eindruck des Terroranschlags auf die Redaktion des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo, bei dem zwölf Menschen ermordet wurden. Hätte sich der Beitrag nur auf ersteres bezogen, wäre er – so hoffe ich – ein guter geworden, die Vermischung mit dem Anschlag in Paris dagegen, macht ihn zu einem meiner schlechteren. Der Grund ist recht einfach und von Peter Winnemöller in seinem Blog katholon im Beitrag „Ein trauriger Tag und eine finstere Stunde“ gut mit folgenden Worten umschrieben:

    Jetzt aber ist es an der Zeit, dem Erschrecken über diese Tat in angemessener Weise Ausdruck zu verleihen.
    Es ist an der Zeit, den Angehörigen der Opfer das Mitgefühl auszusprechen.
    Es ist an der Zeit, für die Ermordeten und die Verletzten zu beten.

    Der Herr schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.
    Herr, lasse sie ruhen in Frieden.
    Amen.

    Genau das habe ich gestern nicht getan, und so ist aus einem Beitrag, der mit etwas Abstand zu dem Anschlag zum Nachdenken hätte anregen können, ein kaltherziger geworden, der dem auch aufkommenden Vorwurf „Islamhasser“ könnten den Anschlag instrumentalisieren, Nahrung geben könnte.

    Vielleicht ist es die Wut über solche Anschläge, die sich nicht verhindern lassen, nicht in einer Welt in der es noch eine lebenswerte Freiheit gibt und in der wir uns alle nicht überwachen lassen wollen; vielleicht ist es die Hilflosigkeit, die einen überkommt, wenn man doch eigentlich guten Willens sein möchte und durch solche Anschläge wieder auf den Boden der Tatsache zurückgeholt wird, dass dieses Ansinnen nicht jeder teilt; vielleicht ist es auch eine Sprachlosigkeit, die sich bei solchen Terrorakten manchmal in lautem Gebrüll äußert. Was immer der Grund ist, am Ende bin ich für mein Schreiben verantwortlich, und die oben zitierten Worte von Peter habe ich gestern nicht gefunden.

    Ich werde den gestrigen Beitrag daher stehen lassen, mit einem Verweis auf diesen hier, auch als Mahnung an mich selbst, gerade in emotionalen Situationen lieber noch ein bisschen zu warten, ehe ich einen Beitrag „raushaue“, der Gefühle von Opfern und deren Angehörigen – obschon sie diesen Blog vermutlich nie lesen werden – verletzen könnten. Daran muss sich in solchen Momenten ein Beitrag messen, nicht an fachlicher Richtigkeit, inhaltlicher Prägnanz oder geschliffener Ausdrucksweise.

    Den Opfern, deren Familien und Freunden gehört auch mein Gebet und mein Mitgefühl und es tut mir in der Seele weh, dass ich das nicht schon gestern geschrieben habe.

  • Was alles was miteinander zu tun hat … aber nichts mit dem Islam?

    Ich bitte, den folgenden Beitrag nur im Zusammenhang mit dem hier verlinkten, einen Tag später erschienen, im Zusammenhang zu lesen

    Schlüsse von einer Religion als Gesamtheit auf den einzelnen Gläubigen sind nicht zulässig. Aber vielleicht umgekehrt?

    Ein Problem, dass ich mit der landläufigen Islamkritik habe ist, dass implizit unterstellt wird, Muslime arbeiteten doch unter der Hand an der Islamisierung inkl. Scharia und allem, was dazu gehört. Da trifft dann der Bannstrahl Millionen von Muslimen in unserem Land, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen, und sie werden in Sippenhaft genommen für die Umtriebe einiger weniger. Ganz unbegründet ist das dabei natürlich nicht, wenn man bedenkt wie muslimische „Offizielle“ mit Fatwas um sich werfen und ganz normale Leute mit dem Tod bedrohen. Nur – den vielzitierten türkischen Gemüsehändler von nebenan interessiert eine Fatwa viel weniger als die Champions-League-Ergebnisse.

    Trotzdem machen einige Entwicklungen nervös und machen auch Bewegungen wie Pegida und Co. nachvollziehbar. Gerade erst haben zwei offenbar muslimische Attentäter in der Redaktion der islamkritischen, französischen Satirezeitung Charlie Hebdo in Paris ein Blutbad mit mindestens zwölf Toten angerichtet. Und wieder liegen die altbekannten Argumente in der Luft, das habe nichts mit dem Islam zu tun.

    Heute ist der neue Weltverfolgungsindex der Organisation Open Doors veröffentlicht worden, der die Verfolgung von Christen in einem weltweiten Negativranking dokumentiert. Und siehe da: 8 der Top-10 Verfolgerstaaten sind muslimische Staaten. Dabei ist es erst mal egal, ob die Verfolgung von einer islamistischen Regierung ausgeht wie im Iran oder islamistische Terrorgruppen dafür verantwortlich sind, wie im Irak oder in Syrien. Zugegeben, es werden dort auch gemäßigte Muslime verfolgt, aber im Wesentlichen trifft es immer wieder Christen, zu denen wir in Westeuropa doch auch eine gewisse Verbundenheit spüren sollten.

    Und das alles hat mit dem Islam nichts zu tun?

    Seitens dieser Regierungen und Organisationen wird mit dem Koran argumentiert, bei dem gläubige Muslime nicht wie Christen davon ausgehen, dass die heilige Schrift von Gott inspiriert ist, sondern dass die Worte von Allah diktiert wurden. Interpretationen und zeitgeistige Anpassungen verbieten sich damit. Das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass jeder Moslem jeder Auslegung des Korans folgt – die Welt würde noch mehr brennen, wenn dem so wäre. Daher: Nur weil an manchen Stellen des Korans zu Gewalt aufgerufen wird, heißt das nicht, dass dem jeder Moslem folgt, es heißt nicht mal, dass eine Mehrheit folgt.

    Aber wenn diejenigen, die in aller Welt einen Flächenbrand entzünden, sich auf den Islam beziehen, wenn fast überall dort wo der Islam politisch oder faktisch an der Macht ist, Menschenrechte mit Füßen getreten und Andersgläubige mindestens unterdrückt wenn nicht getötet werden, dann ist die Frage berechtigt, warum im Westen lebende Muslime sich auf das Argument zurückziehen, das habe mit dem Islam nichts zu tun? Doch, die Gewalt in vielen Teilen der Welt, die Verfolgung von Christen, der Terror von IS, Al Kaida, Boko Haram etc., islamistische Gewalttaten im Westen, sie haben mit dem Islam zu tun, und sei es eine fulminante Misinterpretation Mohammeds, der selbst der Vorreiter der Islamisierung mit dem Schwert war.

    Für uns Christen muss die Frage, wie wir im Dialog mit dem Islam bleiben, Priorität haben. Das sind wir nicht nur den unter der Islamismus leidenden Christen schuldig sondern allen Menschen guten Willens. Die Lösung kann nicht in einer Art „Fatwa“ gegen den Islam liegen, schon gar nicht im Misstrauen gegen alles und jeden, was nach Islam ausschaut. Aus dieser Verantwortung kommen wir als Christen nicht heraus, aber mir wäre deutlich wohler, wenn die Initiative zu einem solchen Dialog gerade jetzt von den Islamverbänden ausginge. Wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, nur weiter darauf beharrt, die ganzen Brandherde auf der Erde hätten nichts mit dem Islam zu tun, dann ist das nichts anderes als eine Absage an einen konstruktiven Dialog.

    Auf einer solchen Verweigerungshaltung, und auf der Ablehnung der Politik, das auch als solches zu bezeichnen, gründen islamkritische bis –feindliche Bewegungen, denen im Gegenzug der Dialog verweigert wird. Im Gespräch zu bleiben, den Dialog zu pflegen, verhindert Radikalisierungen und Gewalt. Die Bereitschaft zum Dialog muss aber von allen Seiten gezeigt werden, auch von denen, die sich in der Mehrheit oder im Recht fühlen.

  • Ist Magenta heilig?

    Die FDP positioniert sich neu, aber wo das sein soll, ist mir immer noch nicht klar.

    Als Libertärer konnte man dem Triumphgeheul mancher Gesinnungsgenossen beim Abwatschen der FDP in den vergangenen Wahlen nur mit einem Kloß im Hals folgen. Nach dem Wegfall der FDP aus der Bundestagespolitik gibt es in Deutschland keine ernstzunehmende liberale Stimme mehr, die tatsächlich Aussicht auf Regierungsbeteiligung hätte. Armin Laschet kann noch so sehr im Dunkeln pfeifen, die CDU ist trotzdem sozialdemokratisiert, die SPD orientiert sich nach einem konservativen Ausrutscher unter Schröder weiter nach links denn je, von den Grünen erwartet man eh keinen Funken Freiheit und die AfD … nun ja, die sucht sich immer noch selbst und arbeitet hart an der Selbstenthauptung.

    Da vermisst man schmerzlich eine Partei, die sich der Freiheit widmet, gegen staatliche Gängelungen ankämpft, jedes Gesetz unter dem Blickwinkel nicht des Ziels sondern der Notwendigkeit bewertet, nach dem Prinzip „Das beste Gesetz ist das, dass es nicht gibt!“. Man vermisst eine Partei, die sich an Bürgerrechten und nicht an staatlicher Steuerung der Menschen orientiert, keine Partei, die meint, den Menschen nur noch nicht ausreichend erklärt zu haben, warum es diese oder jede Regulierung braucht, sondern eine, die sich von den Bürgern erklären lässt, was sie tun sollte. Das alles unter dem einzig wesentlichen liberalen Bürgerrecht, das bereits der libertäre Vordenker Roland Baader treffend formuliert hat: Das Recht in Ruhe gelassen zu werden!

    Die FDP hat ihr Logo geändert, sie trägt ihren Namen jetzt in einem rosa Banner (man mag es noch so oft „Magenta“ nennen, das Argument hat vielleicht noch bei der Telekom gezogen, bei einer Partei geht das nicht) und sie nennen sich nicht mehr „die Liberalen“ sondern „freie Demokraten“. Stöbert man durch die Berichte über das traditionelle Dreikönigstreffen der Partei ist aber außer ein paar Äußerlichkeiten wenig Profil zu erkennen.

    Zugegeben: Man bemüht sich um Aufbruchsstimmung, sieht durchaus die Versäumnisse, distanziert sich von staatsdirigistischen Maßnahmen, scheut aber offenbar die allzu deutliche Konfrontation mit Schwarz/Rot, wohl nicht zuletzt weil man es sich mit beiden nicht verscherzen will, wenn man zurück in ein Regierungsamt strebt. Neustart also mit angezogener Handbremse? Deutlich wird die FDP nur in Bezug auf die AfD, die sie richtigerweise als wesentlichen Gegner ausgemacht hat, rekrutiert sich doch ein Großteil deren Wähler aus enttäuschter FDP-Klientel.

    „Die AfD ist kein Ersatz für die FDP im Parteiensystem, die AfD ist das Gegenteil von allem, was uns Liberalen heilig ist.", so wird Christian Lindner zitiert, und ich bin geneigt, nach den Kapriolen der FDP der vergangenen Monate zuzustimmen. Dabei ist der Lagerkampf in der AfD noch nicht beendet, entscheidet man sich aber gegen Lucke und für die weitere Anbiederung an Putins Russland – als ob das auch nur annähernd was mit einer freiheitlichen Alternative zu tun hätte – hat sich der Spuk ohnehin bald von alleine erledigt.

    In der Abgrenzung gegen die AfD und die mangelnde Differenzierung zu Union und SPD offenbart sich aber der eigentliche Mangel der FDP, die sich aus dem obigen Lindner-Zitat in einer Frage zeigt: Was ist den Liberalen heilig? Der Begriff des Liberalismus ist es offenbar nicht, sonst hätte man sich von der Namensgebung kaum verabschiedet. Freiheit ist im Slogan geblieben, aber noch ist nicht deutlich genug geworden, was eine Partei wie die FDP darunter versteht. Nach Forderungen wie den von mir zitierten sucht man jedenfalls vergeblich.

    „Lassen Sie uns also versuchen, dass die Freien Demokraten als Partei der Meinungsfreiheit schon im Stil der politischen Auseinandersetzung wieder den Unterschied markieren.“ ist ein weiteres Lindnerzitat aus dem Dreikönigstreffen, und „Wer nur die Schwächen anderer betont, scheine sich seiner eigenen Stärken nicht sicher zu sein. Wer Respekt erwarte und wolle, müsse in der Lage sein, anderen Respekt zu zollen.“ Differenzierung sieht anders aus, in solchen Sprüchen ist der freiheitsfeindliche Kompromiss schon enthalten.

    Ich mag falsch liegen, bin auch kein Politprofi, ich kann nur sagen, welcher Partei ich, wenn schon, meine Stimme geben wollen würde. Jedenfalls keiner, die bei einem liberalen Aufbruch den Begriff des Liberalismus streicht und den Staat weiterhin in der Rolle des Gestalters sieht. „Ermöglichen, gestalten und motivieren - das erwarten wir von unserem Staat“ – nein, genau dass erwarte ich als potenzieller FDP-Wähler gerade eben nicht von unserem Staat. Ein Staat ermöglicht am meisten, in dem er nicht gestaltet, und warum und wie ein Staat motivieren sollte – Wer ist denn da unmotiviert und braucht den Klaps des Staates? – ist wohl auch das Geheimnis des Christian Lindner und seiner Strategen.

    Nein, man muss nicht über den rosa Streifen im neuen Parteilogo feixen, das ist einer Diskussionskultur tatsächlich nicht würdig. Will sich die FDP damit ins Gespräch bringen, hat sie das offenbar geschafft. Aber schon im nächsten Augenblick werden potenzielle Wähler auf die Inhalte schauen … und finden weiterhin nur gähnende Leere. Man möchte als Liberaler verzweifeln!

  • Drei Könige, oder waren es vier, und waren es Weise oder Sterndeuter?

    Es hat einen guten Grund, warum das heutige Hochfest nicht in erster Linie „Dreikönig“ sondern Erscheinung des Herrn heißt.

    Als Kind war Dreikönig für mich immer ein wichtiges Fest – nicht, weil es dann noch mal Geschenke oder schulfrei gegeben hätte – beides nicht. Aber an diesem Tag wurde die Krippe bei uns zu Hause vervollständigt … eben um die drei Könige. Wobei es da bei uns ein Problem gab: Meine Eltern hatten eine sehr wertvolle Krippe, ich glaube aus Oberammergau, die einigermaßen vollständig war … bis auf einen der Könige! Scherzhaft hieß der Tag also bei uns „Heilige zwei Könige“ und erst später ist mir klar geworden, dass das womöglich gar nicht weit von der Wahrheit weg liegt. Die Bibel macht schließlich keine Aussage darüber, wie viele Könige, oder besser Weise oder Sterndeuter es gewesen sind. Erst die Überlieferung hat daraus drei gemacht, und auch zu Königen wurden sie erst später deklariert. Wer etwas dazu nachlesen möchte, der wird heute bei kath.net in einem Beitrag von Michael Hesemann fündig.

    Und auch heute ist das Fest noch etwas Besonderes. Erstens haben wir für unsere kindgerechte Krippe (die ich übrigens für Eltern mit kleinen Kindern nur empfehlen kann) jetzt auch die drei Könige zugekauft, sodass unsere beiden Kleinen fleißig damit spielen und versuchen, sich die Namen zu merken und den blau gekleideten König von der ebenfalls blau gekleideten Maria zu unterscheiden (was aufgrund der Form eigentlich kein Problem sein sollte, aber Kinder denken da offenbar anders). Zweitens ist aber auch für einen Erwachsenen das Fest von Bedeutung.

    Denn was ist nach den Beschreibungen der Bibel bislang geschehen? Jesus ist in Bethlehem in einem Stall geboren und Hirten aus der Gegend sind durch Engel auf ihn aufmerksam geworden. Mehr hätte es zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht gebraucht, umso erstaunlicher ist es, dass Gott die Nachricht seiner Menschwerdung weiter verbreitet haben wollte. Und er wollte das nicht nur im damaligen Israel sondern weit über dessen Grenzen hinaus verkünden – daher der Stern und daher die weite Reise der Weisen, denen bewusst gewesen ist, dass ein König geboren sein muss.

    Ein Kinderbuch ist es auch, dass mich wieder auf das eigentlich Erstaunliche aufmerksam gemacht hat. Darin sind die Hirten ob des kleinen Kindes in einem Stall, in einer Futterkrippe liegend „verwirrt“ und fragen sich „Haben wir uns wohl geirrt?“ Was mögen sie erwartet haben? Vielleicht wähnten sie sich in Jerusalem bereits am Ziel, wenn schon nicht in wirklichen Metropolen der Antike dann doch wenigstens in diesem jüdischen Zentrum. Aber nein, sie mussten weiter, dem Stern nach Bethlehem folgen, vielleicht waren sie dort in der Stadt auf der Suche nach einer einem König adäquaten Bleibe? Nichts war es wieder, sie mussten vor die Tore der Stadt, auf die Felder, vermutlich neugierig beäugt von den dort anzutreffenden Hirten. Ob einer von ihnen zwischendurch wohl mal gedacht oder gesagt hat: Schluss jetzt, hier ist doch nie im Leben ein König!?

    Aber sie sind dabei geblieben, haben sich nicht verwirren lassen, waren sich sicher – wie ich gestern geschrieben habe „glaubend gewiss“ -, dass sie dort in dem Stall oder in der Höhle, da wo der Stern dem sie folgten Halt gemacht hat, etwas Großartiges finden würden. Die von Michael Hesemann im oben verlinkten Beitrag berichtete Legende des Sinns der drei Geschenke (Gold für einen König, Weihrauch für den Gott, Myrrhe für den Heiler) macht auch vor diesem Hintergrund Sinn. Man fand nicht weniger als einen, der alles das – Göttlichkeit, Königtum und Erlösung – in sich vereinte. Die Weisen müssen sich sehr sicher gewesen sein, wenn sie in dem in der Krippe und in schmutzigen Windeln liegenden Kind den Erlöser gesehen haben!

    Aber so ist unser Gott, seine Erscheinung ist nicht die der Macht, nicht die des Erfolgs, nicht die des Wohlstands. Wenn der Herr erscheint, dann so wie es hier beschrieben wird. Der emeritierte Kölner Kardinal Meisner hat es mal so beschrieben, dass die Geschichte Jesu bei den Menschen mit dreckigen Windeln beginnt und mit blutigen Tüchern endet. Und wir folgen diesem Jesus – manche vielleicht deswegen, aber eigentlich trotzdem – noch heute. Die weltliche Geschichte Jesu ist nicht eben eine Erfolgsgeschichte. Dass heute noch Milliarden Menschen ihm folgen muss etwas mit einer Überzeugung zu tun haben, die nicht erklärbar ist. So wie die drei Weisen wohl nicht erklären konnten, warum sie einem Stern bis zu einer Krippe in einen entlegenen Winkel Israels gefolgt sind.

Kalender
<< < Februar 2015 > >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28
Besucherzähler
Seitenaufrufe insgesamt:
375991
Besucher insgesamt:
177388

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.