szmmctag

  • Halloween: Aufgewärmtes!

    Heute ist Reformationstag, den ich geflissentlich ignoriere, morgen ist Allerheiligen, ein Fest, das kaum mehr im Kontrast mit einem evangelischen Feiertag stehen könnte ... und dazwischen, zwischenzeitlich leider bekannter als die ersten beiden Anlässe, liegt der Vorabend von Allerheiligen, englisch "All Hallows Eve" oder eben "Halloween".

    Und da ich in den vergangenen Jahren dazu schon mal etwas geschrieben habe, erlaube ich mir, das in diesem Jahr einfach wieder aufzuwärmen, verweise auf die untenstehenden Beiträge, lade alle Kritiker von Halloween ein, sich zu entspannen, und alle Fans, sich des Hintergrund des Festes bewusst zu werden und morgen den Tag mit dem Gedenken an die Heiligen, die Gott schauen dürfen, zu verbringen!

    Und hier also meine Beiträge aus ...

    2013: Morgen ist Allerheiligen - darum ist heute "Halloween"

    2012: Ha-ha-hatschi! (Der kleine Blogbeitrag zu Halloween)

    und 2011: Halloween oder Allerheiligen?

    Würde ich heute alles vielleicht ein bisschen anders, aber inhaltlich nicht viel verändert schreiben!

    Allen Lesern - egal ob sie Halloween feiern oder nicht - wünsche ich in jedem Fall einen gesegneten morgigen Feiertag!

  • Schwarzbraun ist die Haselnuss

    Okay, ich gebe zu, das Thema ist ziemlich ausgelutscht! Da gerät das Morgenmagazin des ZDF in die Schlagzeilen, nicht weil der Moderator oder ein Gast Witze über Minderheiten gemacht, nicht weil er den Islam oder eine andere Religion niedergemacht hätte, ganz sicher nicht, weil er sich als allzu investigativ gegenüber seinen Gesprächspartnern gezeigt hätte – so was macht man beim Morgenmagazin nicht! Und weil in diesem Format nichts Außerordentliches passiert, wenn man nicht aus Versehen Akif Pirinçci einlädt, erscheint das Pflaster für Journalisten in den ersten Lehrjahren als relativ sicher.

    Da hat sich Moderator Jochen Breyer, der allerdings kein Neuling ist, zu sehr in Sicherheit gewogen … und war bei der Hemdenauswahl des Morgens (offenbar etwas, das man bis vorgestern beim ZDF tatsächlich noch dem Zufall überlassen hat) etwas sorglos, griff zum olivgrün, das im Fernsehen aber braun wirkte. Soweit so gut, ich selbst besitze weder ein olivgrünes noch ein braunes Hemd, sehr wohl aber einen braunen Anzug, braune Socken, Schuhe, habe braune Haare … aber hier ging es um was anderes. Wenn Sie die Medien zu dem Thema in den vergangenen Tagen nicht verfolgt haben sollten, und sich jetzt aber trotzdem denken können, worum es geht, dann ist dieser Beitrag wie für Sie geschrieben!

    Jemand hat sich nämlich ob der Konnotation des braunen Hemdes mit den Braunhemden der Nazi-Uniformen aus dem 3. Reich beim ZDF beschwert. Leider ist es mir nicht gelungen, den genauen Beschwerdetext ausfindig zu machen, es wäre aber auch nicht meine Sache, mich über so jemanden, der ganz offenbar an einer besonderen Art der Paranoia leidet, lustig zu machen („Nazis, Nazis, überall Nazis") – jedenfalls nicht mehr als bis hierher beschrieben. Lustig machen kann man sich allerdings über das ZDF, das sich tatsächlich auf Facebook mit folgenden Worten entschuldigt hat:

    Aufgrund einiger Zuschauer-Hinweise zur Kleidungswahl unseres Moderators Jochen Breyer möchten wir kurz aufklären, dass sein olivgrünes Hemd auf dem Bildschirm tatsächlich braun wirkte, dies aber von Jochen Breyer natürlich keinesfalls beabsichtigt war. Wir entschuldigen uns für den entstandenen Eindruck.

    Wie gesagt, das Thema ist schon breit getreten, jeder Gag über braune Anzüge, Schuhe, braunes Laub im Herbstwald etc.pp. ist schon gerissen, da muss ich mich nicht dran hängen. Es bleibt aber trotzdem die Frage, was das ZDF dazu bringt, sich für ein braunes Hemd zu entschuldigen? Oder – konkreter – was man glaubt, welcher Eindruck mit dem Hemd entstanden sein könnte? Man kann über die journalistische Tiefe eines Morgenmagazins durchaus unterschiedlicher Meinung sein, man mag die eine oder andere tendenziöse Berichterstattung kritisieren – aber meint im Ernst irgendjemand, dass Breyer mit einem braunen Hemd ein Statement für den Nationalsozialismus setzen wollen könnte? Meint man beim ZDF tatsächlich, dass durch ein braunes Hemd der „Eindruck“ einer Verharmlosung der Nazizeit oder gar eine Propagandawirkung entstehen kann?

    Möglicherweise, ich stelle das mal so als Hypothese in den Raum, hat mit der Kritik auch nur jemand einen Versuchsballon gestartet um die Reflexwirkungen der öffentlich-rechtlichen Medien zu testen – und ist dann vermutlich über das Ergebnis doch selbst überrascht! Die Frage, die wir uns aber – und das ist jetzt der ernste Hintergrund dessen, was zwischenzeitlich als „Hemden-Gate“ verulkt wird – stellen müssen ist, wie wir ernsthaft fast siebzig Jahre nach Ende des 3. Reichs mit dem „deutschen Erbe“ umgehen wollen! Panikhafte Reflexhandlungen wie diese, in Verbindung mit einer bis zum Erbrechen wiederholten Aufklärung, die mit einer aufgeklärten – durchaus notwendigen – Erinnerungskultur nichts zu tun hat, verhindern ganz offensichtlich nicht, dass Menschen noch immer den Rattenfängern der NPD auf den Leim gehen oder sich rechter Protest radikalisiert, wie wir das eben in Köln haben beobachten können.

    Das Widerstreben, die deutsche Geschichte des 3. Reichs einfach mal als das anzunehmen, was sie ist, nämlich als einen Teil der gesamten deutschen Geschichte aus der wir gelernt haben und weiter lernen – die Geschichte der Deutschen hat schließlich mit Hitler weder begonnen noch ist sie mit ihm geendet – und nicht als deutsche Staatsräson, die Furcht durch ein solches Geschichtsverständnis in eine relativistische oder gar revanchistische Ecke gestellt zu werden, ist offenbar so groß, dass sie meine in diesem Satz getätigte Einstellung, „die Deutschen“ hätten aus der Geschichte gelernt offenbar Lügen straft. Anders ist doch die Reaktion der Verantwortlichen beim ZDF nicht zu erklären.

    Das allerdings, davon bin ich überzeugt, schadet der grundsätzlich mal angenommenen guten Intention: Ein Antifaschismus oder eine solche Attitüde, die sich Sorgen um die Hemdfarbe von Moderatoren eines Morgenmagazins macht, hat jedes Maß verloren und kreist nur noch um sich selbst. Zur gleichen Zeit werden auf deutschen Straßen von Islamisten antijüdische Parolen gebrüllt und ein jüdischer Stadtschulsprecher wegen Morddrohungen aus dem ebenfalls islamischen Umfeld zum Rücktritt gezwungen. Aus der Geschichte lernen heißt, sich erst mal gegen solche Entwicklungen zu wenden, auch wenn es dem Multikulti-Optimismus, der offenbar bei den Medien noch herrscht, widerspricht. Dem Schutz von wirklich bedrohten Minderheiten, dem Schutz unserer Gesellschaft vor totalitären Tendenzen erweist man mit Kapriolen wie dem Hemden-Gate jedenfalls einen Bärendienst! Und das Thema ist - leider - noch lange nicht durch!

  • Libertarismus für Abtreibung?

    Die deutsche Lebensrechtsbewegung geht recht vorsichtig mit geforderten gesetzlichen Maßnahmen um, die das Lebensrecht Ungeborener sichern sollen. So findet sich bei den Botschaften zum alljährlichen Marsch für das Leben, dem das trotzdem vorgeworfen wird, keine Forderung nach einem absoluten Verbot von Abtreibungen. Man darf – ich bin seit ein paar Jahren regelmäßig dabei und sehe das durchaus kritisch – davon ausgehen, dass der eine oder andere Teilnehmer des Marsches das anders sieht, aber ein Verbot von Abtreibungen würde vermutlich nicht zum wirklich Schutz ungeborenen Lebens beitragen und die hinter einer Abtreibung im Regelfall stehenden Probleme nicht lösen (siehe hierzu mein Interview mit Kristijan Aufiero im Papsttreuen Podspot).

    Insofern kann einem das auf der von mir ebenfalls ab und an verlinkten Seite NovoArgumente wiedergegebene Interview mit dem us-amerikanischen Philosophen Ari Armstrong auch relativ egal sein, der sich gegen die sogenannte „Personhood-Bewegung“ wendet, die weitreichende Verbote und Bestrafungen von Abtreibungen fordert. Deren Positionen, soweit ich sie kenne, sind nicht meine, wenn ich auch die Sorge, die diese Menschen umtreibt teile. Ich sehe nur in den von ihnen formulierten Forderungen keine Lösung. Was Armstrong jedoch – ziemlich unkritisch befragt vom Journalismus-Studenten Andreas Müller – ausbreitet, geht weit über eine Ablehnung eines Verbotes oder Bestrafung von Abtreibungen hinaus. Hier zeigt der Libertarismus, dem NovoArgumente in seiner ordoliberalen Form nahe steht, ein ziemlich hässliches Gesicht, wie man es in diesem Thema auch bei Rothbard findet.

    Um den Bogen vom amerikanischen in unseren Kultur- und Legislativkreis zu schlagen, bemüht sich Andreas Müller zunächst mal, eine Parallele zwischen der katholischen Kirche und der Personhood-Bewegung zu ziehen. Natürlich lehnt die katholische Kirche, das ist kein Geheimnis, die Abtreibung ab, das in einen Topf mit Verbots- und Sanktionsmechanismen zu werfen, wird aber der Diskussion nicht gerecht, und muss man wohl mit dem Ansinnen erklären, die katholische Position zu desavouieren.

    Die Argumentation Armstrongs geht dann in die Richtung, die Freiheitsrechte einer schwangeren Frau gegen die eines ungeborenen Kindes auszuspielen, indem sie letzterem mit einem kleinen Trick nicht zuerkannt werden:

    Der entscheidende Unterschied zwischen einem Fötus im Mutterleib und einem geborenen Säugling besteht darin, dass ein Fötus vollkommen im Körper der Mutter enthalten und biologisch von diesem abhängig ist. Rechte – um Ayn Rands Beschreibung anzuführen – sind Prinzipien, welche die angemessene Handlungsfreiheit einer Person in einem gesellschaftlichen Zusammenhang definieren. Und als solche beziehen sich Rechte nur auf geborene Säuglinge, nachdem sie den Körper der Frau verlassen und eine biologisch unabhängige Existenz begonnen haben.

    Unzweifelhaft ist sicher, dass bestimmte Rechte an bestimmte Konstitutionen gekoppelt sind: Einem ungeborenen Kind das Recht auf das Fahren eines Motorrades zuzugestehen ist sinnlos. Hier wird aber – mit Rückgriff auf die libertäre und atheistische Philosophin und Schriftstellerin Ayn Rand - dieser Schluss unzulässig erweitert. Weil der ungeborene Mensch keine „biologisch unabhängige Existenz begonnen“ hat, werden ihm gar keine Rechte zugestanden. Nur unter dieser Prämisse ist die Argumentation eines Rechts auf Abtreibung – was etwas anderes ist als die Ablehnung eines Verbots – schlüssig. Hat der ungeborene Mensch keine Rechte, existiert er nach rechtlicher und auch philosophischer Auffassung also gar nicht als Mensch, dann stellt er in der Tat nicht mehr dar als einen Parasiten, gegen den sich die werdende Mutter wehren kann.

    Diese Definition ist aber eine rein technische, die keine Beziehung zur Ethik oder Biologie herzustellen vermag (vom christlichen Glauben müssen wir hier gar nicht erst reden), auf der aber der Rest der Argumentation basiert. Nur auf dieser Basis kann nämlich ein Argument wie das Verfolgen des persönlichen Glücks, das wir auch von Richard Dawkins Argumentation zur ethischen Verpflichtung einer Abtreibung bei einen kranken ungeborenen Kind kennen, Bestand haben, das Armstrong wie folgt beschreibt:

    Im Allgemeinen sollte man Dinge tun, die das eigene Leben und Glück fördern und Dinge vermeiden, die das eigene Leben und Glück untergraben. Verantwortungsloser Sex, mit dem man eine ungewollte Schwangerschaft riskiert, untergräbt das eigene Leben und Glück, also sollte man es nicht tun. Eine ungewollte Schwangerschaft führt üblicherweise zu erheblichem Stress, zu Kosten und zu gesundheitlichen Schwierigkeiten. Falls Sie nicht möchten, dass Sex zu einer Schwangerschaft führt, dann sollten Sie angemessene Vorkehrungen treffen.

    Wenn ein Paar jedoch Sex nicht verantwortungsbewusst praktiziert und die Frau schwanger wird, dann ist es falsch, die Kindsgeburt als eine Art Strafe für den Verzicht auf Verhütungsmittel anzusehen. Ist eine Frau nicht darauf vorbereitet, ein Kind auszutragen oder es aufzuziehen, dann sollte sie eine Abtreibung erwägen, wenn es das Beste für ihr Leben zu dieser Zeit ist, selbst wenn die Schwangerschaft von dem Fehler herrührt, auf Empfängnisverhütung verzichtet zu haben.

    Durchbrechen kann man diese Logik im Libertarismus - also religionsunabhängig - nur mit dem Recht eines anderen Menschen, dessen „Leben und Glück“ durch Handlungen eingeschränkt wird. Lehnt man dieses Recht im Falle eines ungeborenen Menschen ab, hat man ein in sich geschlossenes Argumentationsgebäude geschaffen, das der Frau ein absolutes Recht über ihren eigenen Körper gibt – schlicht weil man annimmt, es gäbe in einer schwangeren Frau keinen anderen menschlichen Körper, keinen anderen Menschen.

    Hier betreten wir aber den Raum der Biologie und der Ethik, der sich ein Philosoph nur insoweit nähern kann, wie auch die Theologie, in dem er Axiome definiert, wie eben den, dass ein Mensch erst zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schwangerschaft oder nach der Geburt vorliegt. Mit einem ähnlichen Axiom – eigentlich einem Glaubenssatz – arbeiten wir auch als Christen, soviel sei durchaus zugegeben: Der Mensch entsteht mit der Befruchtung der Eizelle, und das von Armstrong an die Wand gemalte angebliche Drohbild, nicht mal eine noch nicht eingenistete Eizelle dürfe in diesem Fall getötet werden, stimmt exakt mit unserem Glauben überein, der den Schutz des Lebens in all seinen Phasen hochhält, unabhängig von seiner Konstitution.

    Die Frage, ob es sich bei der Abtreibung um die Tötung eines Menschen handelt, entscheidet sich also – so kann man es betrachten – mit der Definition eines Menschen. Geht man – als Christ – von der Gottgeschöpflichkeit eines Menschen aus, kann man diese Definition fast nicht weit genug fassen, und sei es nur, um nicht „aus Versehen“ einen Menschen zu töten, von dem man fälschlicherweise angenommen hat, es sei keiner. Eine Grenzziehung dieser Definition mit der Geburt (aufgrund der Abhängigkeit von der Mutter) oder durch eine bestimmte Frist (aufgrund des Entwicklungsstandes und und/oder der Wahrnehmungsfähigkeit) ist dagegen mehr oder weniger willkürlich. Damit wird zwar die Argumentation Ari Armstrongs in sich logisch, steht allerdings auf tönernen Füßen – ein Zustand, den man ob der Bedeutung für das Leben ungeborener Kinder lieber nicht Kauf nehmen sollte! Und nebenei: In sich libertär ist das selbstredend ebensowenig!

  • Deppen gegen Vollpfosten

    Meine Frau meint immer, meine besten Beiträge seien die, bei denen ich auch etwas von mir persönlich preisgebe. Dann mal los:

    In schlechten Augenblicken überkommt mich bei Nachrichten wie denen über die Ausschreitungen in Köln von angeblichen Islamkritikern, die offenbar nur eine gewaltbereite Horde Hooligans waren, an die sich ein paar Rechte angeschlossen haben, die sich gegen gewaltbereite Islamisten in Deutschland wenden und meinen, selbst in Gewaltakten gegen Menschen und Sachen die besten Argumente gefunden zu haben, ein fieser Gedanke: Warum nicht all diese Hohlköpfe, also Nazis, Hooligans, Linksextremisten, Islamisten etc.pp., die meinen, sie müssten ihre Gewalt in unsere Straßen tragen, in ein Stadion einsperren, ausgerüstet mit gleichwertigen Waffen, sie aufeinander loslassen, warten bis einer übrig bleibt und den dann verhaften – Fertig!

    Das sind natürlich keine christlichen Gedanken, ich bin sicher, dass solche „Lösungen“ weder vor Jesus noch vor dem Katechismus Bestand hätten. Und trotzdem überkommen einen bisweilen solche niederen Instinkte, die mir als Katholiken immer auch vor Augen führen, dass ich selbst eben auch nur ein Sünder in einer gebrochenen Welt bin. Da meinen rechte Schlägertrupps, das Zepter – oder den Baseballschläger – selbst in die Hand nehmen zu dürfen, gegen alles, was anders ist hetzen und Gewalt anwenden zu dürfe, da gehen in Deutschland antisemitische islamistische Hetzer auf die Straße und liefern sich Straßenschlachten mit Andersdenkenden, da werden in aller Welt durch Islamisten Menschen gemeuchelt und gemordet ... und man steht am Ende mehr oder weniger hilflos vor der Eskalation der Gewalt!

    Als Reaktion wird jetzt die Schuld für all das auf andere geschoben: Auf die jeweilige Gegenseite sowieso, die bestimmt provoziert habe, die USA, die aus Machtkalkül bestimmte Entwicklungen zulasse oder forciere, die Geschichte des Kolonialismus, die heute noch Auswirkungen habe … natürlich darf auch der Hinweis auf verkorkste Jugend und mangelnde Integration nicht fehlen, wenn man zu erklären versucht, dass Menschen wie die Tiere aufeinander und auf andere losgehen. Mal abgesehen von den „Rechtsextremen“ selbst, darf jeder auf Verständnis hoffen, der bei uns den Knüppel schwingt. Einzige weitere Ausnahme: Die Polizei, bei der man in Aufnahmen von den Kölner Exzessen eher den Eindruck von Selbstverteidigung denn von Schaffen von Recht und Ordnung gewinnt, deren Vorgehen aber für die Medien und die gewaltbereiten und an Intoleranz nicht mehr zu übertreffenden Horden, immer unverhältnismäßig sein wird, es sei denn man kann sie als schlecht vorbereitet vorführen.

    Nach den Kölner Vorfällen sind es nun wieder die altbekannten Reflexe: Die Rechten sind schuld, es wird nach Verboten solcher Demonstrationen gerufen, die doch offenbar nur dazu dienen sollen, Hass und Gewalt zu verbreiten … da bin ich ja froh, dass im kommenden Jahr keine 1.-Mai-Demonstrationen stattfinden sollen, bei denen es den linken Chaoten – in diesem Sinne Brüder im Geiste mit den Rechten – auch um nichts anderes geht als um den Kampf gegen die Gesellschaft. Immerhin weisen aber viele Kommentatoren, selbst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, darauf hin, dass die gewaltsamen Proteste von rechts nichts an der Problematik des Islamismus ändern, der ebenfalls zu bekämpfen sei. Bleibt zu hoffen, dass sich nicht in altbekannter Manier der Kampf gegen den Islamismus in einen Kampf gegen Rechts und für verstärkte Integrationsbemühungen wendet.

    Währenddessen möchte man sich beim belebten Kölner Bahnhofsvorplatz gar nicht vorstellen, wie dort Unschuldige zwischen die Kombattanten hätten geraten können, wie dort am Brunnen im Normalfall Kinder spielen und die Menschen ganz allgemein ihren eigenen Belangen nachgehen. Gleiches gilt für die Demonstrationen gewaltbereiter Linker oder Islamisten. Das Demonstrationsrecht, ein wesentlicher Baustein unsere Freiheit, wird von ihnen missbraucht, die mit unserer Freiheit ein Problem haben – da ist das beherzte Einschreiten, auch präventiv, des Staates zum Schutz der Freiheit und Gesundheit der Bürger notwendig. Ich halte nichts von zu viel Staat, aber seine vornehmste Aufgabe ist es doch, die Freiheit der Bürger gegen diejenigen zu verteidigen, die sie bedrohen.

    Und unsere Aufgabe als Bürger? Auch wenn es schwerfällt zu differenzieren, auch wenn es schwer fällt, sich bei Krawallen wie denen in Köln nicht auf eine Seite zu stellen, müssen wir doch auf der Seite der Freiheit, der Menschlichkeit und – als Christen – auch auf der Seite der Barmherzigkeit stehen. Menschen, die zu uns kommen und Schutz suchen, müssen auf unsere Hilfe bauen dürfen, die Sorgen der Bürger, die in Stadtteilen mit hohem Migrationsanteil leben, müssen umgekehrt ernstgenommen werden. Da sind keine einfachen Lösungen in Sicht, ganz sicher keine gewaltsamen. Wer aber seine Freiheit unrechtmäßig gegen einen anderen einsetzt, egal aus welcher politischen oder religiösen Richtung, der sollte auch nicht auf Unterstützung des Staates setzen dürfen, der kann sich auf Freiheit und Gerechtigkeit als Argument nicht mehr berufen!

  • Aphorismen: Für beleidigte Leberwürste

    Aphorismen

    Ein freier Mensch muss es ertragen können, dass seine Mitmenschen anders handeln und anders leben, als er es für richtig hält, und muss sich abgewöhnen, sobald ihm etwas nicht gefällt, nach der Polizei zu rufen.
    (Ludwig von Mises)

    aus gegebenem Anlass aus: Ludiwg von Mises: Liberalismus

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