szmmctag

  • Gastrecht oder Hausrecht?

    Nehmen wir mal an, es wäre ein kalter Wintertag, frostige -15 Grad draußen, dazu Schnee und ein pfeifender Wind. Nehmen wir an, die Straßen sind komplett dicht, kein Durchkommen für Autos oder Taxis geschweige denn Busse. Es klingelt bei Ihnen zu Hause und an der Tür steht eine Nachbarfamilie, die berichtet, in ihrem Haus sei die Heizung ausgefallen, der Heizungsservice käme nicht durch und nun suche man – vor allem für die Kinder – eine Übergangsbleibe. Man werde sich zur Nacht oder spätestens wenn das Wetter aufklart auch wieder zurückziehen, aber bitte darum, sich bei Ihnen kurz aufwärmen zu dürfen. Sie kennen die Nachbarn zwar nicht gut, aber doch ihre Gesichter, wissen wo sie wohnen und haben auch noch keine schlechten Erfahrungen mit ihnen gemacht.

    Würden Sie diese Familie aufnehmen? Nun, ich glaube, selbst wenn man eine Abneigung gegen eine solche Art von Überraschungen hat, würde man es doch tun – eine Familie wieder zurück in eine eisekalte Wohnung oder Haus zu schicken und es sich selbst dann am Kamin oder jedenfalls an der Heizung gemütlich machen? Das wird eine unruhige Nacht mit schlechtem Gewissen! Vermutlich würden Sie sie also hereinbitten, ihnen etwas zu essen, vielleicht ein heißes Getränk anbieten. Sie bitten sie, im Wohnzimmer Platz zu nehmen, bedienen sie ein wenig, wie das eben ein guter Gastgeber tut auch bei Gästen, die er nicht eingeladen hat.

    Was aber, wenn so eine Familie dann plötzlich ein Gesicht zeigt, dass sie so nicht erwartet hätten? Der Mann mäkelt über den von Ihnen servierten Kaffee, das Essen ist nicht nach dem Geschmack der Frau, beide pöbeln sie an über ihre Wohnung, darüber welche Möbel sie haben, wie sie sich verhalten … Vielleicht haben Sie noch andere Gäste im Haus, die von dieser Familie beschimpft, bedroht, gar geschlagen werden. Wie lange würden Sie das Treiben beobachten, bis Sie die Familie wieder vor die Tür setzen damit sie bleiben, wo der Pfeffer wächst?

    Klingt unrealistisch? In der Tat, vermutlich würde keiner ihrer Nachbarn so handeln, erstens weil der durchschnittliche Mitteleuropäer bei aller Zivilisationskritik sich schon noch in Grundzügen zu benehmen weiß, und selbst wenn nicht müsste er doch zweitens annehmen, dass sie ihn nicht nur an die kalte Luft setzen sondern er sich künftig auch bei keinem anderen Nachbarn mehr blicken lassen kann. Und trotzdem, auch ein normaler, christlich gesinnter Mensch kann sich vorstellen, in einem solchen Fall irgendwann die Geduld zu verlieren und von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen.

    Aber jetzt vergleiche man das mit den Zuständen, die aktuell aus deutschen Asylantenheimen berichtet werden: Da kommen Menschen nach Deutschland um Schutz vor Krieg und Verfolgung, von mir aus auch vor Armut zu suchen – und benehmen sich so, als hätten sie mit der hiesigen Kultur nichts zu schaffen. Wie eine Recherche von report München und der ZEIT aufgedeckt hat, werden in Deutschlands Asylbewerberheimen christliche Flüchtlinge, wie sie zurzeit vermehrt aus Syrien oder dem Irak nach Deutschland flüchten von islamistischen Asylbewerbern drangsaliert:

    Da ist zum Beispiel der Fall eines katholischen Kurden aus Syrien, der nach Bayern geflohen ist und irrtümlich dachte, das Leben in der Hölle sei nun zu Ende. Doch es kam anders, denn in seiner süddeutschen Flüchtlingsunterkunft wohnten zahlreiche radikale Islamisten aus Tschetschenien. "Es begann mit den Kindern", erzählt der Katholik, "die Kinder der Tschetschenen beschimpften unsere Kinder als 'Kuffar', als Ungläubige: Es folgten Prügeleien, Drohungen, Angstzustände. Ein anderer christlicher Kurde aus dieser Unterkunft sagt: "Wir sind nach Deutschland gekommen, um solche Leute nicht mehr sehen zu müssen. Jetzt wohnen wir mit ihnen zusammen."

    Und, wie lange würden Sie Ihren Nachbarn bei sich zu Hause schalten und walten lassen? Oder würden Sie so reagieren, wie es CSU-Politiker und Bundestagsvizepräsident Johannes Singhammer vorschlägt, der für eine getrennte Unterbringung der Flüchtlinge nach Religionen plädiert und sagt:

    Ich glaube, man sollte auch klar sagen: Wir wollen diese Art von Mobbing nicht. Wer hierher kommt und ein Fluchtrecht, ein Asylrecht in Anspruch nimmt, darf so was nicht machen.

    Als Pendant dazu räumen Sie ein Zimmer Ihres Hauses, wo sich die ungebetenen Gäste nun benehmen können, wie sie wollen, nicht ohne dass Sie ihnen vorher noch mit auf den Weg gegeben haben, dass sie das Verhalten aber nicht für richtig halten?

    Ich weiß schon, der Vergleich hinkt, viele der – auch muslimischen – Flüchtlinge kann man nicht einfach in ihre Heimat zurück schicken, ohne sie an Leib und Leben bedroht zu sehen; das ist natürlich etwas anderes als sie mit dicken Decken in ein etwas unterkühltes Haus zurück zu schicken. Aber ich glaube, das System ist – übrigens ganz unabhängig von der Religion, die hier im konkreten Fall allerdings offenbar eine Rolle spielt – das gleiche. Irgendwann muss ein Hausherr entscheiden, was er mit sich machen lässt, was er auch mit seinen Gästen machen lässt, bis wie weit er es mit Wohlwollen und Verständnis versucht, und ab wann er die Reißleine zieht, ob nun zum Schutz seiner Familie oder zum Schutz anderer Menschen, die bei ihm Schutz gesucht haben.

    Ich weiß in Wahrheit keine Antwort auf dieses Problem, schon gar keine einfache – aber eines sollte doch klar sein: Wer in unser Land flüchtet und das Asylrecht dadurch missbraucht, dass er andere Flüchtlinge - ob aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit oder aus anderen Gründen - bedroht, misshandelt oder auch nur beschimpft, der genießt kein Gast- oder Asylrecht mehr sondern gehört behandelt wie ein Krimineller. Möglicherweise verbietet sich aus moralischen Gründen eine Abschiebung, aber ein „weiter so“, eine Anerkennung der Tätlichkeiten durch eine Trennung der Religionen – das ist die Aufgabe der eigenen Prinzipien, ist die Aufgabe des Hausrechts, hölt letztlich das Asylrecht für die Menschen aus, die wirklich des Schutzes bedürfen!

  • Betreuungsgeld: Chuzpe trifft auf Gleichgültigkeit

    Man sollte meinen, es wäre in diesem Jahr gar keine Zeit für etwas wie ein mediales Sommerloch: Der Krieg in der Ukraine, insbesondere der Abschuss eines zivilen Passagierflugzeugs, der Konflikt des Staates Israel mit der Terrororganisation Hamas, die antisemitischen Ausfälle linker Politiker und islamistischer Demonstranten, Terror auch im Irak, in Libyen, in Syrien – das Sommerloch fällt eigentlich aus.

    Andererseits tut man sich seitens einiger deutscher – insbesondere oppositioneller – Politiker offenbar schwer mit diesen Themen: Man weiß noch nicht so recht, wie man sich in der Ukraine positionieren soll, will man doch nicht als „pro Putin“ gelten, hat aber auch eine Abneigung gegen die Westorientierung der legitimen ukrainischen Regierung. Und bei den Terroraktionen der Hamas und den judenfeindlichen Demonstrationen in einigen deutschen Großstädten sieht man sich unversehens mit einer gescheiterten und selbst zu verantwortenden Integrationspolitik konfrontiert, und müsste diejenigen an die Kandare nehmen, die man bislang zu protegieren dachte.

    Also sucht man sich ein anderes Thema, und hier gibt es tatsächlich Schulungsmaterial für Kampagnenpolitik und auch –journalismus zu sehen, der seinesgleichen sucht: Nach dem „Gauchotanz“ mit dem man aber am „Stammtisch“ vorbei argumentiert hat, wendet man sich wieder dem zu, was der eigenen Ideologie am besten entspricht: der Hand an der Wiege, der Lufthoheit über den Kinderbetten – und der Verunglimpfung von Familien, die den Namen noch verdienen. Es geht um das Betreuungsgeld, von grünen und linken Sozialingenieuren gerne als „Herdprämie“ diffamiert.

    Dazu behauptet man, eine Studie habe erwiesen, dass vor allem „Migranten- und bildungsferne Familien“ dieses Angebot der Alternative einer familienpolitisch völlig versagenden Kita-Politik annähmen, die damit ihren Kindern (man ist versucht das Wort „bewusst“ mitzulesen oder –hören) Entwicklungschancen vorenthielten. Kurz darauf muss man zwar eingestehen, dass es eine solche Untersuchung gar nicht gibt (die zitierte stammt aus 2013 vor Einführung des Betreuungsgeldes) – aber das Thema ist in die Welt gesetzt und breitet sich metastasenartig durch die voneinander abschreibende Zunft einiger Journalisten aus und wird so lange wiederholt bis der geneigte Leser meint, es sei die Wahrheit.

    Man habe es ja schon immer gewusst: Das Betreuungsgeld ist schädlich für Kinder, indem es ihnen Bildungsangebote vorenthält, die doch im Rahmen der „frühkindlichen Bildung“ so wichtig wären!

    Und an dieser Stelle wird (man darf ruhig „wissentlich“ dazu lesen) gelogen, dass sich die Balken biegen: Es geht schon damit los, dass frühkindliche Bildung für Kinder unter drei Jahren eine Chimäre darstellt. Kinder in diesem Alter brauchen keine Bildung sondern Liebe und Betreuungm. Bildung ist von ihrem Entwicklungsstand her überhaupt nicht notwendig, eine Trennung von der liebenden Hand der Mutter und des Vaters, vor allem bei einer angestrebten Betreuungszeit von bis zu 45 Stunden pro Woche (damit die Mutter auch wieder Vollzeit in die Produktion kann inkl. An- und Abreise) dagegen erwiesener Maßen für die Psyche der Kleinen langfristig schädlich.

    Da man sich dieser Schwächen – und der damit einhergehenden eigenen Lügen – offenbar durchaus bewusst ist, legt man bei den Familien nach, bei denen das „allgemeine Volksempfinden“ durchaus der Meinung ist, dass Kinder außerhalb dieses Umfelds besser aufgehoben wären: Migranten und sogenannte bildungsferne Schichten. Man könnte meinen, der Gedanke habe etwas für sich – dahinter steckt aber eine derart menschenverachtende und etatistische Vorstellung, dass es einen nur noch grausen kann: Da tritt eine Oppositionspartei – im Schulterschluss mit dem angeblichen Juniorpartner der großen Koalition – auf und vertritt den Standpunkt zu wissen, welche Eltern ihre Kinder erziehen dürfen und welchen man dieses Recht besser nähme!

    Und in ihrem ganzen rechthaberischen Gutmenschengedusel geht ihnen offenbar nicht mal auf, dass man mit den Migrantenfamilien wiederum diejenigen trifft, die man doch bislang politisch zu fördern sich verschrieben hatte. Wenn es denn tatsächlich so wäre, dass vor allem Migrantenfamilien (dahinter steht die Annahme, dass es sich hierbei um Familien in sozial kritischen Situationen und ohne angemessene sprachliche Kompetenzen handelt) die Betreuung ihrer Kinder in der Kita ablehnen und dafür den Gerechtigkeitsausgleich (wenn wir denn bei den bislang 100 €, zukünftig 150 € pro Monat davon sprechen wollen) in Anspruch nehmen, wenn man denn der Meinung wäre, dass dieses Verhalten schädlich für die Integration der Kinder und damit der Migrantenfamilien in die Gesellschaft ist, und das in einer Größenordnung, die eine gesetzliche Maßnahme rechtfertigt, dann sollte man doch so ehrlich sein zuzugeben, dass wir es in Deutschland mit einem Migrationsproblem und nicht mit einem Bildungsproblem zu tun haben. Und um nicht missverstanden zu werden: Auch Kinder von Migrantenfamilien gehören – mindestens bis zum dritten Lebensjahr – nach Hause, in die Obhut der Familie und nicht in eine Kita!

    Gleiches gilt nebenbei auch für die als „bildungsfern“ verunglimpften Familien: Ist die Annahme der Grünen tatsächlich, dass diese Familien nicht in der Lage wären, ihre Kinder in den ersten drei Jahren adäquat zu betreuen – und das heißt in diesem Alter Zeit mit ihnen zu verbringen, Nähe und Geborgenheit zu schenken, Liebe zu spenden? Was für ein Menschenbild hat diese fiese Mischpoke!?

    Wiederum: Es mag durchaus Konstellationen geben, in denen Kinder vor ihren eigenen Eltern – übrigens unabhängig von der sozialen Schicht – geschützt werden müssen. Das ist dann der Fall wenn ihre physische oder psychische Gesundheit akut gefährdet ist, also im Fall von Misshandlungen oder sexuellem Missbrauch, ab einem gewissen Grad sicher auch bei Drogenabhängigkeit. Aber darum geht es in dieser neuerlichen Initiative gegen die Familien nicht. Das Thema betrifft ganz normale Familien, die möglicherweise (wie gesagt, eine Studie dazu gibt es gar nicht) nicht ganz so helle sind, und denen man das Recht absprechen möchte, ihre eigenen Kinder zu betreuen.

    In Wahrheit geht es natürlich aber sowieso um etwas anderes: Wenn die Grünen ihre eigenen Argumente ernst nähmen, müssten sie ja auf den Gedanken kommen, das Betreuungsgeld nur denjenigen zukommen zu lassen, die sie für entsprechend qualifiziert hielten. Tatsächlich misstraut aber der Linke (was auf die meisten Grünen ebenso zutrifft) dem Individuum an sich aus tiefstem Herzen: Kinder, die in der Obhut ihrer Eltern erzogen werden, Werte vermittelt bekommen, womöglich politisch vorgebildet werden – und das ohne Einfluss des Staates? Da sei Marx, Lenin, Stalin und wie die Menschenschlächter alle hießen, die für die Trennung der Kinder von ihren Eltern stehen, davor!

    Man sage nicht, es ginge hier doch nur um eine finanzielle Unterstützung, die man nicht gewähren will (aus wirtschaftsliberaler Sicht müsste man eine derartige Subvention – wie die der Kitaplätze – durchaus kritisch betrachten)! Es geht um den Einfluss des Staates auf die Erziehung der Kinder. Es geht darum, dass der Staat sich anmaßen will (oder nach Ansicht einiger sollte), zu entscheiden, wie die Erziehung schon kleinster Kindern zu laufen habe. Und nachdem durch wirtschaftspolitische Maßnahmen und eine Steuerlast jenseits der 50 % dafür gesorgt ist, dass kaum eine Familie mehr mit einem einzelnen Gehalt über die Runden kommt, zwingt man sie nun, ihre Kinder in die Obhut sicher gutmeinender aber mit der Aufgabe überforderte Kita-Betreuerinnen zu geben – angeblich alles besser, als wenn diese Kinder zu Hause blieben.

    Ich weiß gar nicht, was mich mehr schockiert: Die Chuzpe, mit der diese Politiker sich in die ureigensten Belange von Familien einmischen, damit die Gesellschaft nach den Maßgaben ihrer Ideale, besser ihrer Ideologie, umbauen wollen, oder die Gleichgültigkeit, mit der die Gesellschaft so eine Unverschämtheit offenbar auch noch zu diskutieren bereit ist!

  • Papsttreuer Podspot – ein kleines Update

    Wie vor ein paar Tagen bereits angekündigt: jetzt gibt es den Papsttreuen Podspot, den Podcast des PAPSTTREUENBLOGs, auch bei iTunes, zu erreichen über den folgenden Link oder direkt über den iTunes-Store (einfach bei den Podcasts nach "papsttreuer" suchen).

    Podspot_quadrat_neu

    Natürlich freue ich mich, wenn möglichst viele den Podcast abonnieren - die zweite Ausgabe ist bereits in Planung!

  • Sieben Jahre

    Einen der besten Sprüche zum Thema Aberglaube, den ich mal irgendwo gelesen habe, ist „Man soll nicht abergläubisch sein, das bringt Unglück“. Und dennoch kann man sich vermutlich nicht ganz davon frei sprechen, bei bestimmten Themen doch mal näher hin zu sehen: War vielleicht doch Vollmond, als ich schlecht geträumt hatte? War das Datum, an dem mir so viel misslungen ist, vielleicht doch ein Freitag, der 13.? Und unter einer angelehnten Leiter zu laufen ist ja auch generell keine gute Idee …

    Und so verhält es sich vielleicht ähnlich mit dem sogenannten „verflixten siebten Jahr“, in dem angeblich die meisten Ehen zerbrechen. Ich habe keine Ahnung, ob es dazu Statistiken gibt oder es sich nur um ein hartnäckiges Gerücht handelt, dass ausgerechnet in diesem Ehejahr die Konflikte ausbrechen und eskalieren, die ansonsten unter der Decke bleiben und danach keine Rolle mehr spielen.

    Wie dem auch sei: Heute vor genau sieben Jahren standen meine Frau und ich, damals noch in Frankfurt und in einer evangelischen Kirche bei einer ökumenischen Hochzeit vor dem Traualtar! Ich kann dabei nicht sagen, dass das letzte, eben das siebte Ehejahr, kritischer gewesen wäre als die anderen – von Jahr zu Jahr schöner geworden sind sie in jedem Fall.

    Standen wir zu Beginn der Ehe noch gleichzeitig am Beginn unseres Glaubenslebens, hat sich in der Zwischenzeit eine Menge getan: zwei Fehlgeburten bei gleichzeitiger Diagnose der Ärzte, dass wir eigentlich keine Kinder bekommen können, dann die Geburt unseres Sohnes vor dreieinhalb Jahren, die Geburt unserer Tochter vor gut anderthalb Jahren, sicher gab es auch traurige Ereignisse wie den Tod der Mutter meiner Frau, auch andere Todesfälle, die mit zunehmenden Alter eben auftreten, kleinere bis größere Krankheiten – Gott sei Dank bislang nichts lebensbedrohliches.

    Und eben der gemeinsame Weg in und „durch“ den Glauben: in unserem Umfeld sehen wir viele Menschen, die nicht die Gnade hatten, diesen Weg gemeinsam zu gehen, bei der der eine oder andere ein intensives Glaubensleben führt, mit dem der andere nichts anfangen kann, was immer auch mal wieder Grund für Spannungen darstellt. Wir durften diesen Weg zusammen gehen, mit allen Zweifeln, in allen weltlichen Widerständen – vielleicht mal der eine ein bisschen voran, dann wieder der andere – aber nicht ohne den anderen an der nächsten Weggabelung wieder mit zu nehmen.

    Man kann sich vorstellen, dass ich geneigt bin, diesen Beitrag zu einer Lobhudelei auf meine Frau zu machen – da das die meisten der Leser aber nur bedingt interessieren wird, will ich mich auf das Notwendigste beschränken. Es tut mir in gewisser Weise einfach auch für alle anderen Männer leid, aber ich habe eben die beste Frau geheiratet, die es gibt. Etwas nüchterner betrachtet: Gott hat uns beide zusammengeführt und mir damit die am besten zu mir passende Frau geschenkt, auch wenn sich unser Leben in der Zwischenzeit, weg von den Party-Double-Income-No-Kids-Golfspielern hin zu einer kleinen, von manchen außerhalb womöglich als spießig betrachteten Familie, gewandelt hat. Auch dabei könnte man sich theoretisch „auseinanderleben“, wie es heute oft heißt und was ich gar nicht bewerten will.

    Meine Frau hat jedenfalls alle Lebenswinkelzüge, die sich so in den sieben Jahren (und schon ein paar Jahre vorher) ergeben haben, mit gemacht, ist meine treue Begleiterin in allen Lebenslagen, eine grandiose Mutter für unsere Kinder und – ganz nebenbei – bestimmt auch der größte Fan dieses Blogs. Ich selbst kann nur hoffen, dass sie nicht wesentlich schlechter von mir denkt als ich von ihr und beten, dass ich ihr ein so guter Ehemann sein kann, wie ich es sein sollte.

    Es gibt Ehen, die zerbrechen schon nach kurzer Zeit, es gibt Ehen, die scheitern nach vielen Jahren – möglicherweise gibt es eine Menge Ehen, die im siebten Jahr scheitern. Und es gibt die vielen, vielen Ehen, die halten ein Leben lang. Wir kennen in unserer Familie und im Freundeskreis Beispiele für beides, und es liegt mir fern, über einen der Betroffenen den Stab zu brechen. Es wäre aber hier nicht der PAPSTTREUEBLOG, wenn ich nicht darauf hinwiese, dass ein wesentlicher Bestandteil unserer Ehe Gott ist, der seine schützende Hand über uns hält und uns stärkt in den Situationen, in denen andere Ehen vielleicht scheitern.

    Es ist also nicht nur die Zeit, meine Frau über den grünen Klee zu loben und ihr mal wieder zu danken, dass sie es schon so lange mit mir aushält, es ist auch die Zeit, Gott zu danken, dass er uns stärkt, uns so reich – nicht zuletzt mit unseren beiden Kleinen – beschenkt, und uns durch die letzten sieben Jahre und auch schon vorher (von uns nur nicht so bemerkt) begleitet hat. Und es ist die Zeit, ihn zu bitten, auch weiter Partner in unserer Ehe zu bleiben, die sicher noch den einen oder anderen Sturm wird bestehen müssen. Wir vertrauen auf den Herrn – und auch wenn wir noch keine jahrzehntelange Ehe vorweisen können, können wir den Weg mit Gott nur empfehlen für eine gelungene Ehe!

    Und zuletzt, wo wir gerade unter uns sind, noch ein Wort an meine Frau: Ich liebe Dich jeden Tag mehr und würde Dich vom Fleck weg jederzeit wieder heiraten – wenn ich könnte, würde ich es schon früher getan haben!

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende!

    Wochenende

    Wieder ist eine Woche rum, und in den vergangenen Wochen habe ich an dieser Stelle immer den Hinweis auf die anstehende Sendung der "Stunde des Herrn" gegeben, die ich wie berichtet leider einstellen musste. Darum jetzt, da es gerade aktut ist, noch mal der Hinweis auf den neuen Papsttreuen Podspot, den Podcast des PAPSTTREUENBLOGs, der am vergangenen Donnerstag mit dem ersten Beitrag an den Start gegangen ist. "Priester - eine männliche Betrachtung" basiert auf einem Beitrag im PAPSTTREUENBLOG aus 2012, hat aber von seiner Aktualität - für mich - nichts eingebüßt und gehört zu den Top-10-Beiträgen dieses Blogs. Wer diesen recht langen Beitrag also nicht nachlesen sondern lieber, beim Autofahren oder im Freibad ... anhören möchte, den verweise ich gerne auf diesen und die folgenden Veröffentlichungen auf dem Papsttreuen Podspot:

    Podspot

    Und jetzt wieder zum klassischen Lesestoff aus der katholischen und libertären Bloggerwelt:

    Katholisches

    Einen wirklich guten Beitrag zum anwachsenden linken, rechten und islamistischen Antisemitismus habe ich beim bikerpfarrer gefunden:
    antiantisemitisch

    Ich selbst habe mein Facebook-Pofilbild auch auf das arabische "Nun" gewechselt, mit dem im Irak die Häuser von Christen seitens der islamistischen ISIS gekennzeichnet werden. Ein paar wertvolle Gedanken dazu habe ich auf Barefoot... und darum gehe ich ins Kloster gefunden:
    Hilflosigkeit und Facebook-Politik

    Zum "blockierten Riesen" Kirche (und die Neuauflage des gleichnamigen Buches) schreibt Hubert Gindert auf dem Blog des Forums deutscher Katholiken:
    Wer entfesselt den blockierten Riesen?

    Michael Schäfer nimmt sich auf seinem Blog Summa Summarum ein gern übersehenes "Detail" der Kirchenstatistik 2013 vor:
    Politiker-Geschwätz oder echte Auseinandersetzung?

    Einen interessanten Vergleich zwischen einem traditionellen Sonntagesessen und der Heiligen Messe stellt der New Yorker Kardinal Timothy Dolan auf seinem Blog The Gospel in the Digital Age an (englisch):
    Boring Mass?

    In Richelieu's Sammelsurium bin ich auf eine recht interessante wenn auch drastische Abgrenzung der Begriffe Toleranz und Akzeptanz gestoßen:
    Toleranz ist...

    Die Probleme der UNESCO möchten manche Menschen haben, meint nicht nur Alipius Müller in seinen Klosterneuburger Marginalien:
    Prioritäten...

    Nach Karl Albrechts Tod stellt Geistbraus einen Vergleich des alten und neuen reichsten Deutschen an (und einen Vergleich klassisch katholischer und protestantischer Lebensstile):
    Karl Albrecht ist tot: Reichtum wird protestantisch

    Libertäres

    Über das Elend des parteipolitischen Libertarismus in Deutschland schreibt Uwe Schröder im Café Liberté:
    Libertarismus in Deutschland – ein zahnloser Papiertiger?

    Der letzte Beitrag von Roland Tichy als WirtschaftsWoche-Chefredakteur auf seinem Chefsache-Blog, mit einem skeptischen Blick in die Zukunft - ich werde ihn vermissen!
    Angst vor morgen

    Einen umfangreichen Beitrag zum Thema Waffenrecht hat Rudolf Engemann auf FreiwilligFrei veröffentlicht:
    Warum gute Menschen bewaffnet sein sollten

    Wer in Roland Tichys Texten stöbern möchte - hier gibt es eine Sammlung der Beiträge:
    Beiträge von Roland Tichy

    Frank Schäffler schreibt in der Fuldaer Zeitung über die Kritik am Freihandelsabkommen TTIP mit den USA:
    Freiheit auf Bezugsschein

    Wer glaubt, dass Schulessen doch eigentlich eine prima Idee wäre, sollte den Beitrag von Rob Lyons auf NovoArgumente lesen:
    Schulessen: Erziehung auf dem Speiseplan

    Und damit wünsche ich allen Lesern ein schönes Wochenende und einen gesgneten Sonntag!

    Der Papsttreue

  • Aber mein Gemüsehändler …

    Wer die Nachrichten aus überwiegend islamischen Ländern und Themen, die damit zusammenhängen, in den vergangenen Tagen verfolgt, der kann nur erschrecken angesichts fast apokalyptischer Bilder : Christen und Nichtgläubige werden gekreuzigt, es wird zur Genitalverstümmelung von Frauen aufgerufen, Kirchen werden niedergebrannt, Hilfsorganisationen an ihrer Arbeit gehindert, eine islamische Terrororganisation verschanzt sich hinter Zivilisten, unter ihnen nicht wenige Kinder und krakeelt über einen Staat, der sich gegen Raketenbeschuss auf seine Zivilbevölkerung wehrt. In Deutschland und anderen europäischen Ländern wird von Islamisten gegen Juden und Israelis gehetzt, zum Genozid aufgefordert und der Holocaust geleugnet, und angeblich honorige Journalisten haben nichts Besseres zu tun, als den Vorwurf zu erheben, diese Angriffe hätten die Israelis doch selbst provoziert, während der Genozid und die Vertreibung von Christen im Irak oder dem Sudan gar nicht erst thematisiert werden.

    So einfach kann man sich die Welt machen, wenn man mal eben schnell vergisst, dass man gestern noch als Antifaschist gelten wollte und sich gegen die Unterdrückung von Minderheiten im eigenen Land stark gemacht hat.

    Was auffällt, ist ein wesentlicher Baustein dieser auftretenden Gewaltexzesse: Es sind Islamisten, die den Terror und die Gewalt anführen, andere Religionen, als wesentliche zweite Weltreligion die Christen, in den Teilen der Welt wo dies relevant ist auch Juden oder Mitglieder anderer Religionen sind die Opfer. Die Terroristen beziehen sich dabei auf islamische Lehren, auf den Koran oder sonstige Schriften und es ist müßig zu analysieren, ob es sich dabei um Verdrehungen oder schriftgemäße Wiedergaben handelt – es ist diese Religion, die die „Bullys“ der modernen Menscheit stellt. Das auszusprechen wird in seiner Pauschalität natürlich nicht allen Gläubigen des Islam gerecht – wenn ich bislang auch vergeblich auf ein hartes verurteilendes Wort von Islamverbänden gegen die Vorgänge im Irak oder die antisemitischen Ausfälle in anderen Ländern der Welt vermisse.

    Es gab Christen, und es gibt sie im Einzelfall immer noch, die die Mission „mit dem Schwert“ als probates Mittel ansehen, nur gibt es keine auch nur annähernd gesellschaftlich relevante Gruppe von Christen, die so etwas in die Tat umsetzt – ihnen würde der Rückhalt der Christenheit fehlen und jedem Christen ist instinktiv klar, dass jenseits von Rachegelüsten wenn man von Kreuzigungen und Folter an Christen hört, Gewalt kein Mittel der Wahl eines Christen sein kann. Darum blühen dort, wo Christen die Mehrheit und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen setzen Frieden und auch Wirtschaft (und bevor jetzt Einzelfälle kommen – Ausnahmen bestätigen die Regel). Umgekehrt bomben sich Islamisten in aller Herren Länder gegenseitig in die Steinzeit zurück, aus der sie von ihrem „Mindeset“ her offenbar entsprungen sind.

    Ist das ein typischer Artikel eines Islamhassers? Ich erinnere mich an die Worte von George W. Bush, der nach den Anschlägen vom 11. September davor gewarnt hat, die Terroristen und die Anhänger des Islam, einer nach seinen Worten „ehrenwerten Religion“ in einen Topf zu werfen. Das sehe ich auch heute so und möchte mich schließlich auch nicht verantwortlich machen lassen für Taten von sogenannten Christen, die sich doch auf die Seite der Gewalt geschlagen haben und zur Begründung aus dem Zusammenhang gerissene Zitate des Alten Testaments verwenden.

    Und darum: Der muslimische Gemüsehändler um die Ecke, der libanesische Bäcker, der arabische Koch – das alles sind keine terroristischen Schläfer, keine Menschen, die nur darauf warten, den Krummsäbel zu ziehen, es sind Menschen, die in Deutschland eine Kultur vorgefunden – und in großen Teilen mitgeprägt – haben, die ihnen die Freiheit, gesellschaftlich wie wirtschaftlich, bot, die sie gesucht haben. Wenn der frühere Bundespräsident Wulff gesagt hat, dass der Islam zu Deutschland gehört, dann kann man das auch so interpretieren (wie er es gemeint hat, will ich dabei gar nicht diskutieren), dass die Zuwanderer insbesondere der Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg, natürlich unsere Gesellschaft mitgeprägt haben.

    Aber, und auch das muss man dabei berücksichtigen: Viele haben – trotz ihres islamischen Glaubens – eine christliche Kultur mitgeprägt. Wenn sich Deutschland heute im Großen und Ganzen als tolerantes Land bezeichnen kann, dann nicht zuletzt auch deswegen, weil Toleranz über Jahrzehnte eingeübt wurde. Ich glaube nicht, dass der „Naturzustand“ eines Menschen der des Fremdenhasses ist, aber Toleranz gegenüber anderen Lebensentwürfen und Religionen ist eben auch nicht in unser Stammhirn gelegt. Und die islamischen Migranten der Vergangenheit haben sich – ohne ihre Traditionen und religiösen Rituale aufzugeben – in eine christliche Kultur eingefügt. Ich sehe schon den Hinweis, dass Integration doch zwei Seiten haben müsse, die des Migranten aber auch die der bestehenden Bevölkerung. Im Hinblick auf den obigen Zusammenhang möchte ich dem aber widersprechen: Integration erfolgt durch denjenigen, der in ein Land einwandert, dessen Einwohner diese Integration durch Toleranz unterstützen. Das sind zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe.

    Wenn also heute die Kritik am international auftretenden Islamismus mit dem Hinweis auf den friedliebenden Gemüsehändler um die Ecke entkräftet werden soll, dann wird auch hier auf verschiedenen Ebenen diskutiert: Denjenigen, die befehlen, in islamischen Ländern Schaufensterpuppen zu verhüllen und Genitalverstümmelungen an Frauen vorzunehmen, wäre auch der Gemüsehändler in meiner Straße ein Dorn im Auge – nicht zuletzt bekämpfen sich in den kritischen Regionen auch unterschiedliche Ausrichtungen des Islam bis auf’s Blut. Nicht der muslimische Nachbar, nicht mal die Moschee, die um die Ecke gebaut wird, stellen eine Gefahr für unsere Gesellschaft dar – wohl aber der internationale Islamismus, der sich die Islamisierung der Welt mit den Mitteln der Gewalt auf die Fahnen geschrieben hat. Einen scharfen Blick lohnt es deshalb auf die zu werfen, die sich dazwischen positionieren: Diejenigen, die angesichts des islamischen Terrors schweigen oder auf die Verantwortung der anderen für islamistische Greueltaten verweisen.

  • Papsttreuer Podspot – der Podcast des PAPSTTREUENBLOGs

    Podspot

    Liebe Freunde des PAPSTTREUENBLOGs, kürzlich habe ich ja darüber informiert, dass ich mein Engagement beim Internetradio KingFM, bei dem ich seit Februar mit der wöchentlichen Sendung „Die Stunde des Herrn“ vertreten war, einstellen musste. Vorbereitung und Aufnahme von Interviews und Sendung waren mir über den Kopf gewachsen – und der Sender muss sich ja auf meine „Lieferung“ verlassen können, auch wenn ich die Sendung ehrenamtlich betreibe.

    Umgekehrt möchte ich den Freunden des Blogs nicht die Möglichkeit nehmen, sich auch über andere Medien über Beiträge aus dem katholischen Glaubensleben, zu informieren. Aus diesem Grund habe ich eine andere Möglichkeit geschaffen, den PAPSTTREUENBLOG auch hörend zu genießen: den Papsttreuen Podspot, den Podcast des PAPSTTREUENBLOGs!

    In Zukunft findet Ihr unter der Adresse http://papsttreuer.podspot.de/ in unregelmäßigen Abständen Audiobeiträge des Blogs. Natürlich werde ich Veröffentlichungen jeweils auch hier im Blog ankündigen, sodass Abonnenten des Blogs kein Podcastbeitrag entgehen wird. Gleichzeitig lässt sich der Podcast auch über den Link http://papsttreuer.podspot.de/rss über jeden podcatcher wie iTunes o.a. direkt abonnieren (die Hinterlegung im iTunes-Store ist ebenfalls beantragt, kann aber noch ein paar Tage dauern).

    Inhaltlich habe ich geplant, gelungene und/oder beliebte Blogbeiträge aufzuzeichnen, aber auch Interviews mit interessanten Gesprächspartnern zum Glaubensleben, besonders natürlich dem katholischen, zu veröffentlichen.

    In Zukunft kann man also den PAPSTREUENBLOG nicht nur lesen, sondern auch in Situationen, in denen man zwar keine Augen aber Ohren frei hat, wie beim Autofahren, beim Sport oder wo auch immer, einfach hören. Und der Vorteil des Podcasts: Reinhören geht, wann immer man will und so oft man will, unabhängig von Sendezeiten!

    Der erste Podcastbeitrag ist auch schon online, mit einem etwas älteren Beitrag, den ich 2012 unter dem Titel „Priester – eine männliche Betrachtung“ veröffentlicht hatte. Reinhören lohnt also schon!

    Ich hoffe Euch und Ihnen gefällt‘s – Themenwünsche nehme ich natürlich gerne entgegen! In diesem Sinne: Wir hören uns - im Papsttreuen Podspot, dem Podcast des PAPSTTREUENBLOGs!

  • Sportbeten?

    Das heutige Tagesevangelium (Johannes 15, 1-8) gehört sicher zu den Klassikern – gern gelesen, und, was mich angeht, darum auch gerne überlesen. Jaja, ohne Jesus können wir nichts tun, ich weiß schon. Darum bin ich ja katholisch, gehe mindestens sonntags in die Kirche, bete täglich – da bleibt man doch in Jesus, bleibt eine Rebe am Weinstock Gottes:

    Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

    Soweit so klar, und scheinbar einfach. Aber warum stolpere ich dann doch immer wieder?

    Warum bin ich ungerecht zu meinen Kindern, wenn sie abends zu aufgedreht sind zum Schlafen und ich meine Ruhe haben will? Warum bin ich nicht aufmerksam gegenüber den Bedürfnissen meiner Frau sondern kümmere mich oft nur um meinen eigenen Kram? Warum vernachlässige ich Eltern, Familie und Freunde um die Dinge zu tun, die ich möglicherweise lieber mache? Warum bin ich oft nicht in der Lage, meinen Glauben so zu vertreten, dass er auch für andere anziehend erscheint? Warum führe ich so oft ein Leben, das sich nicht als gutes Beispiel für ein gelungenes Leben im Angesicht Gottes eignet? Wieso fällt mir noch bei jeder Beichte etwas ein, was ich vor den Herrn tragen möchte, bei dem ich vor Gott (und vor anderen) schuldig geworden bin?

    Ich bete darum, jeden Morgen, dass ich ein besserer Vater, ein besserer Ehemann, ein besserer Sohn, ein besserer Freund, Christ … ein besserer Mensch vor Gott werde. Ab und an gelingt es, ab und an habe ich das Gefühl, das war ein gelungener Tag. Aber immer wieder, viel zu oft, tappe ich doch wieder in die Fallen, die das Leben so stellt und frage mich, warum das so ist, warum es – trotz Gebet, trotz Messe, trotz Sakramenten – wie die Amerikaner sagen – „so damn‘ hard“ ist.

    Sind das dann, wie manche vielleicht meinen, nur Schuldkomplexe – pathologische Schuldgefühle, von denen gerade dem Glauben fernstehende Menschen behaupten, die Kirche belade die Menschen mit ihnen – ein Instrument eher zum Machterhalt, nicht zum Erreichen eines besseren Lebens? Ich bestehle niemanden, töte erst recht niemanden, gehe nicht fremd, schlage meine Kinder nicht, rufe regelmäßig meine Eltern an – ist doch schon alles okay! Ist doch schon mehr, als viele anderen tun – mehr kann doch auch Gott nicht verlangen.

    Wenn ich manchen Menschen von meinem Gebetsleben berichte, halten viele das für „beeindruckend“ (manche sicher auch für völlig bescheuert), dabei ist es in meinen Augen und auch in den Augen vieler gläubiger Menschen, die ich kenne, nichts besonderes. Aber dieses „Lob“ von außen beinhaltet auch eine Gefahr: Das Gebetsleben wandelt sich zum Gebetspensum, zu einer Art Leistungsstreben – irgendwo habe ich mal den Begriff „Sportbeten“ gehört. Diese Einschätzung ist natürlich keine Aufforderung, weniger zu beten – es ist eine Aufforderung an mich selbst, mein Gebetsleben zu überprüfen. Ist mein Gebetsleben eine Kontaktpflege zu Gott, mit dem ich wie mit einem guten Freund, reden will, um zu wissen, wie er mich sieht und zu lernen, wie ich ihn sehen kann? Will ich Jesus besser kennenlernen um ihn zu sehen, wie er ist? Oder reiße ich meine Gebete ab, weil ich es muss oder weil ich denke, ich sei es irgendjemandem – mir selbst? – schuldig?

    Doch dann schaue ich in das gütige Gesicht Jesu und weiß: Mit ihm zusammen kann ich noch wesentlich mehr! Wer weiß, wie mein Leben wäre, wenn ich nicht betete, wenn ich nicht versuchte, Rebe am Weinstock zu sein, in Jesus zu bleiben, damit er in mir bleibt? Und wer weiß, wie gut mein Leben sein könnte, wenn ich diese Bindung noch intensivieren würde? Wenn ich vor eine kritischen Situation Kontakt aufnähme mit Jesus, anstatt zu glauben, es schon alleine zu können?

    „Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. […]Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ – Ich glaube an diesen Satz, ich vertraue darauf, dass Jesus ihn genau so gemeint hat, wie er hier steht. Aber wie macht man das, in Jesus bleiben? Mehr beten – oder anders beten? Wohl eher letzteres, dann kommt ersteres vermutlich von alleine!

  • In eigener Sache: "Die Stunde des Herrn" auf KingFM

    in-eigener-Sache

    Heute habe ich eine weniger schöne Nachricht in eigener Sache: Leider musste ich mein Engagement in der Sendung "Die Stunde des Herrn" beim Internetsender KingFM einstellen.

    Zwar hat mir die Sendung viel Spaß gemacht, der Zeitbedarf für die Vorbereitung und Aufnahme der Sendung, auch hinsichtlich der Interviews, die ich für mich persönlich besonders spannend und interessant fand, wächst mir angesichts von Familie und Beruf allerdings über den Kopf, sodass ich die Reißleine ziehen musste.

    Dem Intendanten von KingFM, Dennis King, dem CEO Tom Kolbe und meinem lieben Freund und KingFM-Moderator Klaus Kelle danke ich aber für die Chance, dieses auf einem nicht ausgewiesen christlichen Sender sicher einmalige Format mit mir seit Februar getestet zu haben. Ich hoffe, es wird für diese Sendung noch einen Ersatz geben!

    Empfehlen möchte ich den Sender aber weiterhin allen Lesern dieses Blogs! Vor allem die politischen Inhalte aus Klaus Kelles Talkradio-Sendung "Kelle - Die schwarze Stunde" und dem "KingFM-Radiofrühstück" kann ich nur jedem ans Herz legen.

    Also, auch ohne "Die Stunde des Herrn" bleibt mein Votum für den Sender: Einschalten lohnt!

    kingfm-logo-weiss-rotbg-Kopie-250x250

  • Wende? – Und wenn ja wohin?

    Am vergangenen Freitag hat die deutsche Bischofskonferenz die aktuelle Kirchenstatistik für das Jahr 2013 veröffentlicht. Man kann die dort vorgelegten Zahlen besorgniserregend oder alarmierend oder katastrophal bewerten – alles nur Nuancen, zufriedenstellend können die Ergebnisse jedenfalls für niemanden sein. Daher zitiere ich einfach mal nur einen Ausschnitt aus der Pressemeldung der DBK:

    Mit 24.170.754 Kirchenmitgliedern machen die Katholiken 29,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland aus (2012: 30,3 Prozent). Aufgrund struktureller Veränderungen in den Bistümern hat sich die Zahl der Pfarreien von 11.222 auf 11.085 verringert. Insgesamt haben die Sakramentenspendungen der katholischen Kirche wie auch in den vergangenen Jahren leicht abgenommen. 2013 gab es 164.664 Taufen (2012: 167.505) und 43.728 Trauungen (2012: 47.161). Die Zahl der Eintritte in die katholische Kirche liegt bei 3.062, die Zahl der Wiederaufnahmen bei 6.980 Personen.

    Kritisch ist die Zahl der Kirchenaustritte, die nach einem mehrjährigen rückläufigen Trend in 2013 auf 178.805 angestiegen ist (2012: 118.335). Der Gottesdienstbesuch ist mit 10,8 Prozent auch in 2013 rückläufig gewesen. Die Gesamtzahl der Priester in Deutschland hat sich um 146 Priester auf 14.490 Priester verringert. Die Zahl der Pastoralreferenten und -assistenten hat leicht auf 3.140 (2012: 3.119) zugenommen, die Zahl der Gemeindereferenten sank leicht auf 4.470 (2012: 4.479).

    Ob nun langsam oder schnell: Rein quantitativ geht es bergab! Wenn man nun als Katholik der Ansicht ist, dass es „außerhalb der katholischen Kirche kein Heil“ gibt (wenn man das vielleicht auch nicht so wörtlich nehmen kann), die Sakramente wesentliche Meilensteine auf dem Weg dieses Heils darstellen, in denen uns Gott mit den Gnaden „versorgt“, die wir für dieses Heil benötigen und der Messbesuch am Sonntag uns für die Woche stärkt und unser stärkster Kontaktpunkt mit Jesus ist, dann kann uns die Entwicklung nicht kalt lassen. „Reisende Leute soll man nicht aufhalten“, so sagen einige, „eine wahre Kirche der Wenigen ist besser als eine verwaschene Kirche der Vielen“ sagen andere – aber das kann doch nicht ernsthaft unsere Sicht auf ein Phänomen sein, wenn wir beobachten, dass Menschen in Scharen vor dem fliehen, was wir als das einzige Heil empfinden!

    Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, schreibt dazu u.a.:

    Die aktuellen Zahlen sind schmerzlich und alle in der Kirche müssen das ernst nehmen für ihr Handeln. Das zweite Halbjahr 2013 hat offensichtlich zu einem Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsverlust geführt. Der hohen Austrittszahl müssen wir begegnen, indem wir immer wieder versuchen, auf allen Ebenen Vertrauen zu schaffen durch gute und überzeugende Arbeit. Das gilt natürlich besonders auch für uns als Bischöfe und Priester. […]

    Aber nicht alle Ausgetretenen verlieren damit jeden Kontakt zur Kirche. Viele wollen – auf ihre eigene Art – Christen bleiben. Wir müssen das Gespräch mit ihnen suchen und deutlich machen, dass die Gemeinschaft des Glaubens für uns Christen eine wichtige Hilfe und Bereicherung ist. Die Offenheit für das Evangelium und die Suche nach Transzendenz sind ja da.

    In den Sätzen steckt viel Wahres drin, allerdings auch einiges, was zumindest deutungsfähig ist: So ist der Hinweis auf den „Vertrauensverlust“ des 2. Halbjahres 2013 ein eher ungeschminkter Hinweis auf die Vorfälle um den ehemaligen Limburger Bischof Tebartz-van Elst. Nun kommt man sicher nicht umhin festzustellen, dass die Vorfälle und die Berichterstattung vielfach Auslöser für Kirchenaustritte gewesen sein werden, weshalb auch der Schluss möglich erscheint, dass mit einem Austritt nicht unbedingt eine Abwendung von den Glaubensinhalten gemeint ist.

    Andererseits erscheint es mir schon problematisch, wenn man nun mit dem Finger auf einen einzelnen Bischof zeigt, der für diese Zahlen verantwortlich sein soll. Denn was noch schwerer wiegt: Wer von der katholischen Kirche als mystischem Leib Christ, dessen Glieder wir alle sind, überzeugt ist, der tritt doch nicht aus der Kirche aus, nur weil einer der Hirten keine saubere Weste zu haben scheint! Hat man diesen Gedanken erst mal verinnerlicht, dann ist die Situation nur umso dramatischer: Von den weniger werdenden Katholiken nutzt ein geringer werdender Anteil die Sakramente (wobei bspw. von der Beichte in dem Bericht gar nicht die Rede ist) und besucht ein geringer werdender Anteil die sonntägliche Messe. Wer an die Wirkung der Sakramente glaubt, der muss davon ausgehen, dass es einen großen Anteil von Mitgliedern der katholischen Kirche gibt, die nicht an das glauben, was die Kirche verkündet und für die ein Austritt dann nur einen finalen Schritt darstellt, vielleicht auch „um den Laden nicht auch noch mit Kirchensteuern zu finanzieren“.

    „Die Offenheit für das Evangelium und die Suche nach Transzendenz sind ja da.“ Schreibt Kardinal Marx – aber ist das wirklich so? Für die Suche nach Transparenz würde ich das aus meiner persönlichen Erfahrung bejahen, aber der erste Teil des Satzes kann wohl nur in einem spirituellen Sinne gemeint sein, dass die Menschen unbewusst offen für das Evangelium sind, explizit aber eher den transzendenten Kick suchen, den sie in der Kirche nicht finden. Wenn das so ist, dann muss man konstatieren, dass eine große Menge von Menschen der katholischen Kirche eher wutentbrannt den Rücken zukehrt – und auf der Suche nach Transzendenz und dem Göttlichen sind. Und wer meint, den Kontakt zu halten oder wieder zu intensivieren, würde bei einem relevanten Anteil der Betroffenen auf Gegenliebe stoßen, kann das nur mit einer gehörigen Portion Naivität tun.

    Was also tun? Kardinal Marx spricht von der Notwendigkeit „immer wieder [zu] versuchen, auf allen Ebenen Vertrauen zu schaffen durch gute und überzeugende Arbeit. Das gilt natürlich besonders auch für uns als Bischöfe und Priester.“ und zieht das Fazit:

    Ich bin nicht entmutigt, sondern sehe die Statistik auch als hilfreichen Weckruf: Die Zahlen rütteln noch einmal auf, danach zu fragen, wie wir uns jetzt und künftig neu aufstellen müssen, damit das Evangelium weiterhin gehört und gelebt werden kann. Gerade deshalb bin ich den vielen haupt- und ehrenamtlich in der Kirche Engagierten dankbar, die zum vielfältigen Leben in unseren Gemeinden und Verbänden beitragen.

    Sagen wir es ganz offen: Der Streit daraus ist vorprogrammiert! Die Kirche, oder die äußere Wahrnehmung der Kirche, muss sich ändern, um die Menschen nicht an eine hedonistische Kultur zu verlieren, die ihnen weltliches Glück verspricht und kein Heil spenden kann. Aber in welche Richtung muss das gehen? Man sieht die Themen schon wieder fröhliche Urständ feiern: Frauenpriestertum, Zölibat, Sexuallehre, wiederverheiratete Geschiedene … die altbekannten Themen angereichert um die generelle Frage der Verbindlichkeit von Kirchenlehre und Dogmen, der Liturgie und der Sakramentenspendung. Muss das alles nicht raus, um anziehender für die Menschen zu werden?

    Oder ist es nicht so, dass das, was in der katholischen Kirche am meisten fehlt, genau die Orientierung ist, die sie seit zwei Jahrtausenden ausmacht, und die man zugunsten einer Dialogkultur und einer falsch verstandenen Öffnung zur Welt nach dem zweiten Vatikanischen Konzil in Teilen geschliffen hat? Niemand kann einen Menschen heute mehr zwingen, einer Kirchen anzugehören, und das ist in der Tat, wie auch Kardinal Marx schreibt, gut so. Aber die Menschen wollen doch wissen, worauf sie sich einlassen. Wer heute auf die Frage nach den bekannten Reizthemen aber auch nach anderen Fragen des Glaubenslebens von Kirchenvertretern unterschiedliche Antworten erhält, vielfach mit der Absicht gegeben, die Menschen nicht zu überfordern, der darf sich nicht darüber wundern, wenn keine tiefe innere Verbindung zum Katholischsein entsteht. Wenn schon die Hirten es selbst nicht so genau nehmen …

    Und dass man bei alledem nicht vergessen darf, dass es hier nicht um Marketing sondern um die Suche nach der Wahrheit geht, macht die Lösungsfindung ebenfalls nicht einfacher. „Die Wahrheit billiger machen“ ist für einen Katholiken keine Option und sollte es für einen Bischof oder Priester noch viel weniger sein. Aber die Art der Verkündigung, die Erfüllung des Zwecks der Kirche, der Evangelisierung, zu verändern, das ist wohl eine Notwendigkeit, die von jedem besorgten Katholiken gesehen wird. Vielleicht sind die letzten Besetzungen der Bischofsstühle von Passau, Regensburg und zuletzt Köln auch Fingerzeige des Papstes, wie er die Entwicklungen in Deutschland interpretiert – das ließe mich für die von mir favorisierte Lösung der Klarheit bei gleichzeitiger Offenheit für Gespräche mit jedem, der das Gespräch sucht, hoffen.

Kalender
<< < August 2014 > >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Besucherzähler
Seitenaufrufe insgesamt:
243507
Besucher insgesamt:
126874

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.