szmmctag

  • Donnerstag 23:55 Uhr - Kar- und Osterwochenende!

    Wochenende

    Liebe Leser des PAPSTTREUENBLOGs,

    es ist zwar erst Donnerstag, aber aufgrund des begonnenen Triduums habe ich mich entschieden, den Blogbetrieb für den Rest der Woche einzustellen. Und wie man vielleicht bemerkt hat: Die Woche war anstrengend, ich bin immer noch erkältungsgeschädigt (jaja, als Mann wehleidig bis sonstwohin) und so bin ich weder zum intensiven Bloggen noch zum Bloglesen gekommen. Daher muss ich auch in dieser Woche meine Linkliste schuldig bleiben.

    Umso intensiver verweise ich aber auf die kommende Sendung der Stunde des Herrn auf dem Internetsender KingFM. Natürlich wird die Sendung ganz im Zeichen des Osterfestes stehen - und ich freue mich, dass ich mit Pater Klaus Einsle einen kompetenten Interviewpartner gefunden habe, der das Osterfest ein wenig näher beleuchten wird. Übrigens stammt auch die Musikauswahl seit einigen Wochen von mir, und am Sonntag darf man sich neben dem katholischen Lobpreissänger Matt Maher und anderen christlichen Musikern unter anderem auf ein Wiederhören mit Creedence Clearwater Revival, BAP sowie den Doobie Brothers freuen, abgerundet durch die wohl entspannteste Version des Gloria-Gaynor-Klassikers "I will survive" von CAKE.

    Ich glaube, das wird eine wirklich lohnende Sendung und ich lade alles Leser ein, den Ostersonntagabend ab 19:00 Uhr mit der "Stunde des Herrn" ausklingen zu lassen.

    Die Stunde des Herrn

    Und damit wünsche ich allen Lesern ein besinnliches Triduum, und - da ich mich vorher nicht mehr melden werde - bereits jetzt ein gesegnetes Osterfest!

    Der Papsttreue

    Auferstehung

  • Betrachtungen zur Fastenzeit: Selbstbestimmung

    Betrachtungen zur Fastenzeit

    In vielen Diskussionen höre ich zur Zeit vom Argument der Selbstbestimmung; zuletzt in verschiedenen Diskussionsbeiträgen zu meiner letzten Sendung der „Stunde des Herrn“, in der es unter anderem um das Thema Abtreibung ging.

    Nun ist Selbstbestimmung ein Schlagwort, dass man für alles mögliche verwenden kann. Positiv klingt es für mich dann, wenn ich nicht in Abhängigkeit zu einem anderen Menschen stehe, soweit ich diese nicht selbst gewählt habe. Alles andere ist Macht- und Gewaltanwendung, und als freier Mensch fühlt man sich direkt unwohl mit einer solchen Art von Fremdbestimmung.

    Etwas ganz anderes ist es, wenn ich mich beispielsweise dafür entscheide, mich von jemand anderem abhängig zu machen. Das kann sehr profan als Mitarbeiter in einem Unternehmen sein. Meine Anstellung bedeutet dann nichts anderes, als dass ich eben nicht mehr die freie Entscheidung habe, wann ich morgens aufstehe, wann ich zum Mittagessen gehe etc. Ich bin in Teilen fremdbestimmt, was ich aber selbst gewählt habe, und aus dieser Art der Selbstbestimmung kann ich mich auch jederzeit lösen.

    Intensiver ist die Bindung an einen Partner, besonders dann, wenn sie sakramental geschlossen wurde – ich spreche von der Ehe. Mit Eingang der Ehe bin ich nicht mehr alleine, Frau und Mann werden ein Fleisch, und ich bin mitverantwortlich für meine Frau, meine Frau für mich. Alles, was ich tue hat Auswirkungen auf sie und umgekehrt – und zu trennen ist eine solche Verbindung auch nicht mehr: Ich kann nicht einfach kündigen!

    Dann gibt es aber noch eine Art von Fremdbestimmung, die vielen vielleicht auch unheimlich ist, weil sie denjenigen, von dem sie abhängig sind, nicht zu erkennen vermögen. Es geht um unser Verhältnis zu Gott – der hat uns in Freiheit erschaffen, und so sind wir frei, ihm zu folgen oder es zu lassen, ihn zu lieben oder ihn abzulehnen. Gott nimmt uns also nicht unser Recht auf Selbstbestimmung – und trotzdem wird jedem Christen bei der Forderung nach absoluter Selbstbestimmung ein ungutes Gefühl beschleichen, eben weil diese Forderung in aller Regel Gott außen vor lässt.

    Ich begebe mich als Gläubiger in eine Art von Fremdbestimmung. Ich erkenne an, dass Gott es gut mit mir meint, mich liebt, alles aus Liebe tut und sein Plan für mich immer besser ist als ein eigener, der davon abweicht. Freiwillig folge ich ihm – oder versuche es zumindest – und gebe dabei, im Einvernehmen zwischen Ihm und mir, mein Selbstbestimmungsrecht auf.

    Und es gibt gerade in diesen Tagen ein prägnantes Beispiel für einen Menschen, der das nicht getan hat, nicht tun wollte, der seinen eigenen Plan verfolgt hat, der geglaubt hat, es sei besser für ihn, einen anderen Weg einzuschlagen als Jesus (Matthäus 26, 14ff.):

    In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.

    Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr? Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.

    Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.

    Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.

    Judas hat, bewusst und in Kenntnis der Konsequenzen, seinen Kopf durchgesetzt. Gott selbst hat aus diesem Verrat und dem Tod Jesu etwas gutes machen können, die Erlösung der Menschen – von Judas berichtet die Überlieferung, er habe sich umgebracht, sein letztes Nein Gott entgegengeschleudert.

    Auf welcher Seite möchte ich stehen: Auf der von Jesus oder der von Judas? Gottes Plan für mein Leben folgen oder mein Selbstbestimmungsrecht ausüben? Vor Gott verblassen die Forderungen nach Selbstbestimmung – aber es ist ein lohnender Weg, sich bewusst in seine Abhängigkeit zu begeben.

  • Betrachtungen zur Fastenzeit: Besser als Petrus?

    Betrachtungen zur Fastenzeit

    Wer das heutige Tagesevangelium (Johannes 13, 21-33.36-38) vom letzten Abendmahl liest, der kann schon ein bisschen mitfühlen mit Petrus. Er möchte so gerne bei Jesus bleiben, er versichert ihm seine Treue … und doch weiß Jesus, dass er ihn in den kommenden Stunden verraten wird: „Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“

    Und man würde als Christ heute so gerne sagen: Nein, Herr, ich nicht! Ich werde Dich nicht verraten, notfalls gehe ich für Dich in den Tod!

    Und doch ist mir intuitiv klar, dass das nicht so ist, dass ich kein besserer Freund Jesu bin als Petrus. Denn ich kenne doch die Situationen, in denen ich Jesus verleugne. Nein, ich behaupte nicht, ihn nicht zu kennen, bin aber auch nicht mit dem Tod bedroht, wenn ich aufgefordert würde, ihn zu bekennen. Ich bin nur mit so etwas wie sozialer Ausgrenzung bedroht – und selbst das weitgehend nur „gefühlt“ – wenn ich mich zu meinem Glauben bekenne.

    Da ist das Unwohlsein beim Tischgebet in der Öffentlichkeit – selbst wenn ich mich durchringe, was auch eine Übungssache ist, in der Kantine oder im Restaurant zu beten, weiß ich doch, dass es nicht die Selbstverständlichkeit ist, mit der ich meinen Glauben bekenne, die mich vermuten ließe, dafür auch aufrechten Hauptes in den Tod zu gehen.

    Da ist mein Schweigen in Gesellschaften, in denen der Glaube ablehnend betrachtet wird. Selbst wenn ich mich auch hier dazu durchringe – was mal gelingt und mal auch nicht – meinen Glauben, Gott und auch die Kirche auch in ungelegenen Situationen zu bekennen und zu verteidigen, weiß ich doch, dass es letztlich um kaum etwas geht. Ich stutze, obwohl nicht mehr dran hängt, als vielleicht ein abschätziger Kommentar eines Kollegen oder Bekannten. Und da meine ich, ich würde für Jesus mein Leben hingeben?

    Christen sind die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft, und man kann nur den Hut ziehen und für die Betroffenen beten, die in Nordkorea oder islamischen Ländern ihre Existenz, ihr Leben auf’s Spiel setzen, wenn sie auch nur eine Bibel besitzen. Dagegen ist in unseren Breiten munteres Christsein, selbst wenn man mal irgendwelche gesellschaftlichen Nachteile in Kauf nehmen muss. Und da glaube ich, besser zu sein als Petrus, Jesus nicht zu verraten?

    Skepsis und Demut ist da angesagt, und wenn wir ehrlich sind, sollten wir als erste Etappe mal dafür beten, nicht so zu sein wie Judas Iskariot, der Jesus „aktiv“ verraten hat, als einen von der Gegenwart verklärten und nachsichtigen Blick auf Petrus zu werfen in der Annahme, seine Fehler niemals zu begehen. Ich mache sie hundertfach, setze – wie Petrus bei der Ankündigung des Leidens Jesu – mich, meinen Willen, meine Vorstellung von meinem Leben und dem was Christsein bedeutet an die erste Stelle – und glaube trotzdem, Jesus nachzufolgen?

    Herr, lass nicht zu, dass ich werde wie Judas Iskariot, und hilf mir mit Demut auf das Beispiel Petrus zu schauen, der mit Dir gemeinsam Großes geschaffen hat, ohne Dich und ohne sich an Dir zu orientieren aber verloren war.

  • Schwerer in Gemeinden als in Schulen

    Wer meine gestrige Sendung „Die Stunde des Herrn“ auf dem Internetsender KingFM gehört hat, dem sind vielleicht auch die Erläuterungen von Claudia Wellbrock vom Verein „Rahel“ nahegegangen. Es war für mich jedenfalls ein eindrucksvolles Telefonat mit einer Frau – stellvertretend für andere bei Rahel engagierte Mitstreiter – die auf scheinbar verlorenem Posten kämpft: 100.000 Abtreibungen (offiziell) in Deutschland, eine finanzkräftige und vor allem in allen gängigen Parteien vertretene Abtreibungslobby, ein Gesellschaft, die meint, ein „Recht auf Abtreibung“ propagieren zu können – und sie ist konfrontiert mit den Frauen, die das ausbaden müssen, die unter einer Abtreibung leiden und unter deren Folgeschäden, seien sie psychisch oder physisch, die von den Lobbyisten wie pro familia (was für ein zynischer Name) schlicht abgestritten werden.

    Dabei nimmt Rahel eine besondere Stellung in der Lebensrechtsbewegung ein, da der Verein sich um Frauen und ihre Probleme kümmert, die bereits eine Abtreibung vorgenommen haben. Claudia Wellbrock setzt ihre Zeit und Energie zusätzlich noch in Vorträgen und Aufklärungsarbeit in Gemeinden und Schulen ein. Kindern und Jugendlichen den Wert der Sexualität zu vermitteln, dessen Missbrauch sich eben nicht einfach durch eine Operation nivellieren lassen, das ist in heutiger Zeit eine Sisyphos-Arbeit, die auch kaum Unterstützung, und sei es nur durch Lippenbekenntnisse, erfährt.

    Umso mehr erstaunte mich ein Satz, der leider erst am Ende meines Interviews fiel, auf den ich dann nicht mehr eingehen konnte. Auf die Frage, wie man Rahel denn unterstützen könne, war eine Antwort, man könne helfen „Türen zu öffnen“ – und dann „Es ist leichter für uns, in Schulen reinzukommen als in Gemeinden!“

    Das erinnert fatal an die Geschehnisse in den Bistümern Augsburg und Speyer um das Lebensrechtsprojekt 1000plus, in denen den Gemeinden mehr oder weniger untersagt wurde, Werbung für 1000plus zuzulassen. Die Argumentation könnte an dieser Stelle vermutlich genau so laufen: „Wir bieten allen Menschen Hilfe an, darum brauchen wir keine privaten Initiativen, auf deren inhaltliche Arbeit wir keinen Einfluss nehmen können.“ Nein, das ist kein Zitat, dass irgendeine katholische Stelle im Hinblick auf Rahel getan hat, es ist nur die Übersetzung der Argumentation aus der 1000plus-Aktion im Hinblick auf die Schwierigkeiten von Rahel, Zugang zu Gemeinden zu finden.

    Es gibt von meiner Seite auch keine tieferen Untersuchungen zu dem Thema, was man aber sagen kann: Es passt ins Bild! Die meisten Bistümer mussten sich erst vom damaligen Papst Johannes Paul II. zwingen lassen, aus der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen, die für katholische Einrichtungen aufgrund der Ausstellung des zur Abtreibung berechtigenden Beratungsscheins keine Alternative darstellt. Und da man es darüber hinaus in den letzten Jahrzehnten nicht verstanden hat, den Wert des Lebens auch jenseits kirchenrechtlicher Konsequenzen aufzuzeigen, steht man nun vor dem Scherbenhaufen, dass die Anklage der Kirchen gegen die hunderttausend Abtreibungen pro Jahr, außerhalb der Kirche nicht mal mehr zur Kenntnis genommen werden.

    Da stehen dann eben Laienlebensschützer an der Front und müssen sich in diversen TV-Formaten vorführen lassen, während sich die versammelte deutsche katholische Bischofsgemeinschaft nicht mal schafft, sich einmal im Jahr zum „Marsch für das Leben“ in Berlin aufzuraffen und die paar Kilometer vom Kanzleramt zum Dom zu laufen. Und Initiativen wie die von 1000plus oder Rahel stehen bei den Gemeinden vor verschlossenen Türen, weil sie dem Proporz und dem Selbstverständnis der kirchlichen Institutionen widersprechen, alleine für die Menschen zuständig zu sein und alleine ein Angebot machen zu können, selbst dann, wenn es seit Jahrzehnten erfolglos verläuft.

    Könnte man einen Effekt von nicht nur aus demographischen Gründen sinkenden Abtreibungszahlen beobachten, könnte man beobachten, dass kirchliche Lebensschutz- und Familienunterstützungsaktionen omnipräsent wären, statt auf Webseiten ein verstecktes Dasein zu fristen, dann könnte man in der Tat annehmen, dass es besser sei, die Bemühungen nicht zu stark zu zersplittern. So wie die Dinge aber liegen, stellen die kirchlichen Einrichtungen die Splitter da, die sich am großen Teil der Lebensschützer orientieren sollten.

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende! - Heute nur als Kurzfassung

    Wochenende

    Hui, die Woche war schnell vorbei, ich selbst auch noch erkältet - und so bin ich tatsächlich nicht dazu gekommen, viel in anderen Blogs zu lesen. Daher muss meine Linkliste heute leider entfallen und mir bleibt nur, auf die sonntägliche Sendung der Stunde des Herrn auf dem Internetsender KingFM, hinzuweisen, die von 19:00 bis 20:00 Uhr gesendet wird. Beeindruckender Interviewgast der Sendung, die unter dem Thema "Denn sie wissen nicht was sie tun" steht, ist Claudia Wellbrock vom Verein Rahel, der sich um Frauen nach einer Abtreibung kümmert - Einschalten!

    Die Stunde des Herrn

    Ich werde zusehen, dass ich in der kommenden Woche wieder eine Linkrutsche zusammengestellt bekomme und wünsche jetzt aber den Lesern des Blogs ein erholsames Wochenende und einen gesegneten Palmsonntag!

    Der Papsttreue

  • Betrachtungen zur Fastenzeit: „Wer nicht will…

    Betrachtungen zur Fastenzeit

    … der hat schon“, so sagt der Volksmund zu Menschen, denen man Gutes anbietet, die das aber aus welchen Gründen auch immer nicht annehmen wollen. Meist wird der Satz für Kleinigkeiten verwendet, drückt aber dennoch so was wie Resignation aus: „Bis zu diesem Grad kann ich mich bemühen, jemanden davon zu überzeugen, was gut für ihn ist – aber ab hier nicht mehr!“

    Resignation passt nicht zu ihm, aber wenn wir uns in die Lage Jesu versetzen, dann könnte uns dieser Gedanke ebenfalls durch den Kopf gehen: Er wirkt Wunder, er predigt Liebe und Frieden, offenbar sich als der, der er ist und ihm schlägt von vielen nur die blanke Anlehnung entgegen, wie es auch im heutigen Tagesevangelium beschrieben wird (Johannes 10, 31-42). Er versucht alles, um die Menschen von einem Leben zu überzeugen, das gottgemäß ist, und als Ergebnis versucht man ihn zu steinigen.

    Wer heute Evangelisierung ernst nimmt, der kommt sich manchmal wie in einer ähnlichen, in unseren Breiten zum Glück nicht lebensgefährlichen, Situation vor. Wer vom Glauben spricht erntet bestenfalls ein mitleidiges Lächeln, wer von Jesus spricht, dem werden die – tatsächlichen oder nur legendenhaften – Verfehlungen der Kirche vorgehalten, wer gar von christlicher Moral spricht, muss sich des Vorwurfs der Ewiggestrigkeit oder der Diskriminierung der Betroffenen erwehren.

    Das kann müde machen, einer Welt, die es nicht hören will, immer wieder zu sagen, was eigentlich – ganz grundsätzlich – schief läuft. Und möglicherweise ist es auch irgendwann gut, wenn man sich sagt, wenn ich diesen oder jenen nicht überzeugen kann, dann muss den Rest jetzt der Heilige Geist tun und ich ziehe weiter und treffe vielleicht doch noch mal auf offene Ohren – „Wer nicht will, der hat schon!“

    Andererseits … hat er oder sie eben nicht! Der Evangelisierungsauftrag kann nicht bei kleinsten Schwierigkeiten aufgegeben werden. Und meine Aufgabe als Christ ist es auch, mich verständlich zu machen. Ich kann mich auf dem Markt auf eine Apfelsinenkiste stellen und aus der Bibel die Höllenqualen herunterpredigen, die denen drohen, die sich nicht bekehren – aber bis auf wirklich labile Menschen, wird das niemanden auch nur ansatzweise überzeugen. Also ist es die richtige Wortwahl, der richtige Moment, das richtige Thema, das ich suchen muss, um die frohe Botschaft Jesu zu verbreiten.

    Das kann auch, wie mit diesem Blog oder anderen Veröffentlichungen, mit der Gießkanne geschehen: viele, die es lesen, werden es nicht annehmen, aber die wenigen, die ich vielleicht zum Nachdenken anregen kann, wären schon ein Erfolg. Aber ich will mich auch nicht zu wichtig nehmen: Mit einem Blogbeitrag werden ich vermutlich keinen Menschen bekehren, zu Christus führen. Ebenso wenig werde ich das tun können in Diskussionen mit Menschen, die tatsächlich der Annahme sind, dass Abtreibungen eine legitime Ausübung des Selbstbestimmungsrechtes der Frau sind oder – wie jetzt bei der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) –, die meinen, die biblische Schöpfungsordnung sei ein Anachronismus, den man durch allerlei krude Gendertheorien ablösen könnte.

    Bei den meisten Diskussionen auf dieser Ebene hat man es mit Überzeugungstätern zu tun: es ist ja nicht so, als ob nur das richtige Argument fehlte um einen Präses Schneider von der EKD wieder auf den Boden des „sola scriptura“ zurück zu holen. „Wer nicht will, der hat schon“ und offenbar gilt in vielen Bereichen „Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er auf’s Eis!“

    Also alles einstellen? Nicht mehr argumentieren? Nicht mehr diskutieren? Evangelisierung nur noch für die, die im Grunde sowieso schon glauben? Was hat Jesus getan?

    Er hat zwei Dinge getan, wie wir es heute im Evangelium lesen: Erstens hat er sich den Angriffen entzogen! Man muss nicht jeden Kampf kämpfen, der ohnehin nicht dazu führt, dass man damit jemanden zu Christus führt. Ich muss auch nicht jedes Argument raushauen, von dem der andere sowieso nur meint, es sei nicht stichhaltig, nicht mehr zeitgemäß oder sonst wie unpassend. Wer mich also persönlich aufgrund meines Glaubens beleidigt, die Glaubensinhalte lächerlich macht oder ihre Vermittlung zu unterbinden versucht – mit dem muss ich nicht diskutieren. Ich kann niemanden glauben machen, schon gar nicht die, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehren. Wer Glaubensinhalte verwischt, in die Irre führt, und sei es auch mit gutem Gewissen, den kann ich zu korrigieren versuchen, aber nicht in erster Linie für ihn sondern für diejenigen, die er in die Irre zu führen droht.

    Und zweitens kann ich immer noch mein bestes Argument ausnutzen. Jesus sagt im Evangelium zu den Juden, die ihn umbringen wollen „Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen? […] Glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt.“ Zeugnis geben mit dem eigenen Leben ist also unser Universalauftrag als Christen – nicht nur zu „predigen“ sondern auch so zu „leben“. Das beinhaltet auch, mal vom Weg abkommen zu können, dann aber zu bereuen, um Vergebung zu bitten und umzukehren.

    In einer Meditation zum Tagesevangelium bin ich auf ein Zitat von Papst Paul VI. gestoßen, der gesagt hat „Der Mensch braucht heute das Zeugnis mehr als Argumente.“ Das ist unsere Aufgabe, die wir nicht den Priestern, den Theologen, den Bischöfen auch nicht dem Papst überlassen dürfen, für die wir als Christen gemeinsam und jeder für sich verantwortlich ist. Unser Reden, unser Schreiben, unsere Argumente werden die Welt schwerlich zur Umkehr bewegen, unser Zeugnis, im Verbund mit dem Heiligen Geist wird da schon stärker sein!

  • Polidings: Bin ich jetzt ein Rechtspopulist?

    Polidings

    Gestern Abend habe ich mir mal wieder eine Sendung im mit Zwangsgebühren finanzierten ARD-Staatsfernsehen zu Gemüte geführt – bei Plasbergs „Hart aber fair“ ging es um ein Thema, das bei den meisten Mainstreammedien eher mit den langen Fingern der Selbstzensur angefasst wird, fürchtet man doch die Rache der Gutmenschen, die mit ihrem durch die übliche Nazikeule gestützten Tugendterror keinen Zweifel daran lassen, wer auf der rechten (linken) Seite steht und wer auf der falschen. Gast war unter anderem Gender-Ideologe und Öko-Stalinist … Bingo!!!

    So schnell kann man in Deutschland, geht es jedenfalls nach dem Staatsfernsehen, zum „Rechtspopulisten“ werden. Mit einem Spiel hat sich die eher satirisch angehauchte Sendung Extra3 des NDR es zur Aufgabe gemacht, dieses Völkchen anhand ihrer Wortwahl zu identifizieren. Wer in einem Interview zum Beispiel mit in der Beschreibung angegebenen Partnern wie Thilo Sarrazin, Bernd Lucke oder Akif Pirincci die entsprechenden Worte hört, sie ankreuzt und als erstes eine Reihe voll hat, der hat gewonnen und den Rechtspopulisten überführt:

    X3_Rechtspopulisten-Bullshit-Bingo

    Ich gebe zu, in der Liste finden sich Wendungen und Begriffe, die ich nicht in einer normalen Diskussion verwenden würde – ganz generell werden hier aber Begriffe stigmatisiert und diffamiert, die der Redaktion von Extra3 offenbar nicht ins Weltbild passen. Dabei sind die meisten der Begriffe durchaus fundiert:

    Gender ist – auch wenn es noch so sehr abgestritten wird – keine Wissenschaft sondern eine Ideologie. Wer den Begriff der „Genderideologie“ also dem Rechtspopulismus zuordnet, will über dieses Faktum hinwegtäuschen, will die Wahrheit verdrehen.

    Die GEZ-Gebühr ist eine nutzungsunabhängige Zwangsgebühr, mit der wir zur Kasse gebeten werden um noch bis zum Jahresende ein nicht unerkleckliches Gehalt von Markus Lanz für das abgehalfterte Format „Wetten, dass…?“ zu bezahlen – und das nur, weil man sich staatlicherseits den Zugriff auf einen Großteil der Medienwelt sichern will. Wer also die Begriffe „Zwangsgebühren“ und „Staatsfernsehen“ als rechtspopulistisch diffamiert will hiervon ablenken (im Fall Extra3 versteht man durchaus auch das persönliche Interesse der Redaktion am Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes).

    Wer sich heute kritisch zu Problematiken der Migration äußert, der landet ehe er sich versieht in einer Ecke mit Rassisten und Ausländerfeinden und muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Nazi zu sein oder faschistisches Gedankengut zu verbreiten – zuletzt hat eine Genderideologin den Begriff der Familie (für die Älteren unter uns: bestehend aus – leiblichem – Vater, Mutter, Kinder) als faschistisch gebrandmarkt. Das ist eine wirkliche Nazikeule, und wer diesen Begriff als rechtspopulistisch bezeichnet, der fühlt sich offenbar in seiner eigenen Argumentation erwischt.

    Und so geht das mit den meisten Begriffen, die diese Staatsfernsehleute gerne auf dem Index sehen wollen (der Begriff fehlt übrigens auf dem Bingoblatt), die – zugegeben – polarisieren, aber dadurch auch zu einer Klärung, gleich einem Gewitter, beitragen. An solch einer Klärung kann eine Staatsfernsehenredaktion natürlich kein Interesse haben, aber denen, die sich ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand bewahrt haben, kann man nur raten, sehr genau hinzusehen, wenn Worte wie früher Bücher verbrannt werden sollen!

    Denn wo wir damit über kurz oder lang landen werden ist bei einem "Veraltetes-Weltbild-Bullshit-Bingo", wie ich es hier mal - der Kürze der Zeit geschuldet nur 3x3 - entworfen habe:

    VeraltetesWeltbildBullshitBingo

  • Betrachtungen zur Fastenzeit: Sie kamen zum Glauben an ihn

    Betrachtungen zur Fastenzeit

    Mir geht es schon manchmal so, dass ich über Bibelstellen hinweglese, mich nicht mit ihnen beschäftige, weil sie mir irgendwie zu abgehoben erscheinen. Natürlich weiß ich im Herzen, dass das ein Fehler ist, steht da doch kein Wort, das nicht Bedeutung hätte, aber andererseits wendet man sich doch ganz natürlich lieber den einfachen, ins eigene Weltbild passenden Szenen zu. Zu einer anderen Kategorie gehört das heutige Tagesevangelium, das ich gerne in voller Länge wiedergebe (Johannes 8, 21-30):

    In jener Zeit sagte Jesus zu ihnen: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

    Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.

    Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.

    Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt.

    Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

    Ich gebe zu, mit dem Wissen, dem Glauben, den wir heute habe, kann man dem Text etwas abgewinnen. Wir wissen (im Sinne eines glaubenden Wissens), dass Jesus der Sohn Gottes, der menschgewordene Gott selbst ist. Damit wird klar, warum es notwendig ist, an Jesus zu glauben – ihn abzulehnen, heißt gleichzeitig Gott abzulehnen, weil er nichts anderes tut, als Gott ihm aufgetragen hat – anders gesagt: Was er tut und sagt, tut und sagt Gott selbst. Sich nicht danach zu richten, einen anderen Weg zu verfolgen, führt von Gott weg – was anderes ist die Sünde, von der Jesus sagt, dass diejenigen darin sterben werden?

    Ist also kein einfacher Text, aber schon zu verstehen, wenn man sich klar macht, wer da spricht. Allerdings, versetzen wir uns doch mal gute 2000 Jahre zurück, in die Zeit Jesu und in die Person eines umstehenden Juden. Vorher, so wird im Johannesevangelium berichtet, hatte Jesus dafür gesorgt, dass die Ehebrecherin, die ihm vorgestellt wurde, nicht gesteinigt wurde. Seine Auslegung des jüdischen Rechts muss für die normalen Menschen gelinde gesagt „innovativ“ gewirkt haben.

    Und jetzt spricht er über die Vollmacht, mit der er das alles tut – erläutert, dass das seine Richtigkeit habe, weil er schließlich Gottes Sohn sei. Also ihm nach, das ist der Weg mit und zu Gott. Und schwupp, „als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn“???

    Also, wenn ich es mir recht überlege, an den Worten alleine kann es doch nicht gelegen haben. Das ganze erinnert eher an „Das Leben des Brian“ und die Szene in der einer ausruft „Er ist der Messias, und ich muss es wissen, ich bin schon vielen gefolgt!“ Weltlich ist kaum zu erklären, warum die Menschen gerade in dieser Situation zum Glauben gekommen sind.

    Es gibt aber an anderen Stellen vielfach den Hinweis, dass die Menschen spürten, dass Jesus mit Vollmacht spricht. Und viele folgten ihm, weil das, was er aussprach richtig erschien. Nehmen wir die eben angesprochene Stelle mit der Ehebrecherin: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ – Man könnte sagen: Hoch gepokert! Denn die Umstehenden waren doch von ihrer Gerechtigkeit und der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt. Und trotzdem gingen darauf hin alle fort – zuerst die Ältesten, wie es dort heißt. Egal wie wenig das, was Jesus sagte, mit dem damaligen Rechtsverständnis zu tun gehabt haben mag, die Menschen spürten: Er hat Recht!

    Und nicht zuletzt: Er lebte auch danach, sein Reden und Tun war „wahrhaftig“! Und das zieht uns noch heute an, bei Jesus wie auch bei anderen Menschen, bei denen wir so eine Konsistenz von Worten und Taten feststellen, natürlich nur dann, wenn wir es auch als richtig und gerecht empfinden – ein „konsistenter“ Bösewicht hat für einen normalen Menschen nur wenig Anziehung.

    Also, um es auf heute zu übertragen: Warum kommen noch heute Menschen zum Glauben an Jesus? Ich glaube, die theologische Beschreibung, dass er Gottes Sohn, Gott selbst ist, liegt erst am Ende der Argumentation. Wir lernen Gott auch heute noch kennen, natürlich anders als die Menschen im alten Israel. Wir lesen von ihm in der Bibel, wir stellen sein Wirken in der Welt fest – und uns schwant: Das ist wahr, er ist wahrhaftig! Das persönliche Kennenlernen, wie es die Menschen anhand seiner Worte und Taten im Evangelium getan haben, ist die Grundlage, sich für den Weg mit ihm zu entscheiden. So kommen noch heute viele zum Glauben an ihn!

  • Betrachtungen zur Fastenzeit: Zu spät?

    Betrachtungen zur Fastenzeit

    Das gestrige Sonntagsevangelium war, wie so viele in der Fastenzeit, wieder mal eine Herausforderung für vortragende Priester oder Diakone: Johannes 11, 1-45, also nicht weniger als 45 Verse. In den meisten Gemeinden wird man daher wohl den Weg gegangen sein, den Text liturgisch korrekt oder passend für die Predigt abzukürzen. Trotzdem ist das ein so dichter Text, den durchzulesen sich immer mal lohnt.

    Aus einem Gespräch mit ein paar Freunden darüber ist mir aber ein Punkt besonders im Gedächtnis geblieben, der sich an folgenden Versen ablesen lässt:

    Als Jesus das hörte [dass sein Freund Lazarus krank war], sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. […]
    Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.

    Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. […]
    Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. […]

    Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
    Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. […]. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. […]

    Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

    Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.

    Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen!

    Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

    Was passiert hier? Jesus hört von seinem kranken Freund, aber er eilt nicht zu ihm hin, um ihm zu helfen. Die Schwestern Martha und Maria hatten nach ihm schicken lassen, damit er zu ihm kommen und ihn heilen könnte – denn sie haben geglaubt, dass er die Macht hat, Krankheiten zu heilen. Und er wartet ab, weiß, dass Lazarus sterben wird und lässt ihn sterben! Er weiß auch, dass er ihn auferwecken will – aber ist das nicht ein grausames Spiel, die Schwestern und die anderen Freunde des Lazarus trauern zu lassen?

    „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben.“ – das sagen Martha und Maria gleichlautend. Sie glauben an ihn, aber jetzt, da Lazarus gestorben ist, ist auch ihre Hoffnung vergangen. Jesus kam zu spät, und zu dem Zeitpunkt mögen sich auch seine Jünger gefragt haben, wie es einige der Umstehenden taten: „Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?“ Sie wussten, dass Jesus die Ankunft verzögert hatte, er hatte ihnen gesagt, dass Lazarus nun gestorben sei, und dass er jetzt zu ihm wollte.

    Hier ist eine Parallele zu unserem Leben: Als Christen trauen wir Jesus eine Menge zu, und wir beten auch um seine Hilfe – für erkrankte Menschen, für eine Prüfung, für Erfolg in der Arbeit, für unsere Kinder und ihr Wohlergehen … aber was, wenn unsere Gebete enttäuscht werden? Da kommen einem dann schon manchmal Zweifel, wozu denn der Tod eines Menschen, der Misserfolg oder die Schwierigkeiten der Kinder gut sein sollen – wieso hat Gott das zugelassen? „Wärst du hier gewesen, dann …“ In diesem eigentlichen Glaubenssatz von Martha und Maria liegt auch ein Vorwurf, den wir Gott, manchmal nur in unserem Herzen, machen: Warum warst Du nicht da?

    Und doch, die Geschichte um Lazarus zeigt: Jesus war zu jeder Zeit Herr dieser Geschichte: Er wusste, wann Lazarus sterben würde. Was er getan hat, hat er getan, um den Glauben zu stärken. Denn neben dem Vorwurf enthält der Satz auch einen Zweifel an Jesus und Gott: Jetzt, da du zu spät gekommen ist, kannst selbst du nichts mehr tun! Und Jesus beweist in der Geschichte: Und ob!

    Jesus erweckt unsere verstorbenen Lieben nicht wieder zu einem irdischen Leben, das Happy End dieser Geschichte hat sich nicht wiederholt. Aber sie kann mir aufzeigen, dass Gott eben doch noch etwas anderes vorhat, als das Leben eines jeden Menschen, von dem ich mich nicht trennen mag, zu retten. Denn er hat Lazarus nicht auferweckt um Martha und Maria zu trösten: er hat ihn auferweckt, damit diese beiden und alle anderen Umstehenden zum Glauben an ihn kommen!

    Wir haben so manches mal das Gefühl, dass Gott für unsere Wünsche zu spät kommt, sich nicht eingemischt hat – aber wenn ich wirklich an ihn glaube, dann muss ich auch glauben, dass meine Bitte nicht an ihm vorbei gegangen ist, und dass er sich etwas dabei gedacht hat, sie nicht zu erhören. Und das muss mein Gedankengang sein – kein Vorwurf, keine Einschränkung seiner Macht, sondern die Frage: Warum mag Gott so handeln wie er es tut? Die Kunst, der wahre Glaube, ist, die Antwort abzuwarten – und ich kann selbst nicht sagen, dass mir das immer gelingt.

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende!

    Wochenende

    In den letzten beiden Tagen bin ich leider nicht selbst zum Bloggen gekommen, aber wie in jeder Woche habe ich auch an diesem Freitag wieder ein paar Lesetipps aus der Blogoezese und libertären Blogs zusammengestellt. Ich hoffe, meine sehr persönliche Mischung gefällt - und wer Tipps hat, welche Seite ich vielleicht auch in Augenschein nehmen sollte, der kann sie gerne hier in der Kommentarfunktion oder per Mail an papsttreuer[at]gmx.de loswerden. Und natürlich gibt es auch wieder einen Radiotipp:

    Um das Thema Gebet, Zeiten der Stille und Exerzitien geht es in der nächsten Ausgabe der Stunde des Herrn auf dem Internetsender KingFM, die am Sonntag ab 19:00 bis 20:00 Uhr gesendet wird. Einschalten!

    Die Stunde des Herrn

    Jetzt aber meine Leseempfehlungen für das Wochenende:

    Katholisches

    Ich selbst lese im Moment Akif Pirinçcis "Deutschland von Sinnen" - und wer sich nicht scheut, auch mal deftiges und auch kirchenkritisches zu lesen, ansonsten aber diesen Wutausbruch eines Deutschtürken als Mensch, der ganz grundsätzlich an westliche und im Christentum verankerte Werte glaubt, die immer mehr an den Rand gedrängt werden, dem empfehle ich dieses Buch ebenfalls (eine Rezension werde ich sicher noch schreiben) - Hinweise aus der Blogoezese gibt es zum Beispiel über das "gekürzte" Interview im Mittagsmagazin des ZDF u.a bei der Freiburgbärin:
    Akif Pirinçci – Deutschland von Sinnen – Das ungeschnittene Interview

    Hier ein schöner Beitrag zum 1. April von Echo Romeo:
    Wer oder was ist jetzt noch sicher?

    Kann ein Rocksänger einen Gottesbeweis antreten? Bono von U2 hat es getan, hier nachzulesen bei Elsas Nacht(b)revier bzw. kath.net:
    Der Bono Vox'sche Gottesbeweis

    Über das Wesen der Sünde schreibt Frischer Wind:
    Jede Sünde eine Beleidigung Gottes

    Wenn es dem atheistischen Esel zu wohl wird ... hier beschreibt Josef Bordat ein Beispiel:
    Verstößt die Taufe Minderjähriger gegen das Grundgesetz?

    Zeit zu beten schreibt einen kurzen Text zum neunten Todestag von Papst Johannes Paul II:
    Zum Todestag von Johannes Paul II.

    Libertäres

    Einen Beitrag zur philosophischen Diskussion zum Thema Freiheit liefert Hanko Uphoff auf der von mir neu entdeckten Seite NovoArgumente:
    Freiheitsdebatte: Wir können auch anders

    Wenn, wie ein alter Bundeskanzler mal gesagt hat, sozial ist, was Arbeit schafft, dann ist ein Mindestlohn asozial. Hier Auszug aus einem Artikel von Ludwig von Mises auf der Seite des nach ihm benannten Ludwig von Mises Institut Deutschland:
    Mindestlohn schafft Arbeitslosigkeit

    Vorsicht ist in den Medien nicht nur bei der direkten sondern auch bei indirekten Botschaften geboten - hier ein kleines Beispiel für die Wirkungen der Wortwahl in Übersetzungen auf Libertäre Gedanken:
    Die hohe Kunst des systematisch falschen Übersetzens

    Und wo wir schon bei der Vorsicht vor Medienbotschaften sind - hier ein Hinweis von Le Penseur in Bezug auf den Klimawandel:
    Django IPCC reitet wieder

    Schon ein bisschen älter der Beitrag, aber im Hinblick auf die oben schon mal angeregte Diskussion um das Buch von Akif Pirinçci hier noch ein Beitrag von Andreas Lombard:
    Was will Akif Pirinçci?

    Ob das Mittagsmagazin-Interview mit Pirinçci allerdings zensiert wurde, dazu hat Henning Lindhoff auf eigentümlich frei eine differenziertere Meinung:
    Akif Pirinçci: Keine Gefangenen!

    Und damit soll es auch wieder reichen - ich wünsche allen Lesern wieder ein entspanntes Wochenende und vor allem einen gesegneten Sonntag!

    Der Papsttreue

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