szmmctag

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende!

    Wochenende

    Aufmerksame Leser des Blogs werden es bemerkt haben: In dieser Woche hat mir leider die Zeit zum Bloggen gefehlt! Und fehlt sie mir zum Schreiben, dann fehlt sie mir in aller Regel auch zum Lesen. In dieser Woche muss meine Linkliste daher leider ausfallen, eine vernübfte Zusammenstellung von Empfehlungen bekomme ich nicht zusammen.

    Um aber nicht ganz ohne Lesestoff da zu stehen, schlage ich vor, sich einfach ein bisschen bei den für den Schwester-Robusta-Preis 2014 nominierten Blogs umzusehen ... und sich auch an der Wahl zu beteiligen. Auf Alipius Müllers totaliter aliter findet man alle notwendigen Informationen zur Beteiligung an der Wahl und auch die Liste der jeweils nominierten Blogs. Viel Spaß also beim Stöbern und Wählen:

    preispimpfec

    Und ich wünsche den Lesern natürlich ein erholsames und gesegnetes Wochenende - und hoffe, in der kommenden Woche wieder mehr schreiben, lesen und empfehlen zu können!

    Der Papsttreue

  • Der Schwester-Robusta-Preis 2014: Die Abstimmung!

    Jetzt geht's also los ... während in den vergangenen Wochen die Nominierungen für diese Preisverleihung der katholischen Blogs über die Bühne gegangen ist, und der Preisverleiher, Hochwürden Alipius Müller, die Zeit der Orientierung genutzt hat, einen anständigen "Poll-Service" ausfindig zu machen, während interessierte Leser sich hoffentlich bereits auf den entsprechenden nominierten Seiten umgetan haben ... kann jetzt zur Tat geschritten werden.

    Die Kirche ist kein demokratischer Verein, und wir wissen, dass das auch gut so ist! Aber hier geht es in den einzelnen Themengebieten nun tatsächlich um Mehrheiten und ich lade meine Leser ein, sich an dieser - nur halb ernst gemeinten - Abstimmung zu beteiligen. Es gibt viele gute Blogs zu entdecken, und je mehr Wähler sich beteiligen umso schöner ist das auch für die, die in der jeweiligen Kategorie gewählt werden.

    Details zur Abstimmung wie immer hier auf der Seite totaliter aliter:

    preispimpfec

  • Matthäus 18,6-7

    Vor kurzem berichtete mir meine Frau von einer Begebenheit vor dem Kindergarten unseres Sohnes. Ganz in der Nähe ist ein kleiner Supermarkt und so parken dort, neben Eltern, die ihre Kinder abholen, nicht selten auch Autos von Einkäufern. An diesem Tag stand dort vor dem Kindergarten, zu einer Zeit, wo Kinder mittags abgeholt werden, ein Lieferwagen mit einer Werbung für ein Bordell. Abgebildet war ein nackter Hintern einer Frau aus dem ein Zettel mit Details zu dem Etablissement ragte.

    Das ist jetzt schon ein paar Wochen her, aber noch immer ist das Bild im Kopf unseres bald vierjährigen Sohnes präsent, der das natürlich nicht mit irgendwas Sexuellem in Verbindung bringt, aber doch direkt gefragt hat, wieso „die Frau einen Zettel im Popo hat“? Bei so Kleinen hört man die Synapsen beinahe klicken, die dieses Bild mit anderen – ganz normalen – häuslichen Situationen in Zusammenhang bringen, die bislang gar nicht erläuterungsbedürftig waren. Das alles hat dann – natürlich – keine sexuelle Konnotation, birgt aber das Risiko einer Verfälschung natürlicher Gewohnheiten wie dem gemeinsamen Bad mit der kleinen Schwester. Fragen, die in diesem Bereich eher niedlich waren und seitens von Eltern beantwortet werden können, gehen dann in eine ganz andere Richtung.

    Nun könnte man so ein Erlebnis als ein Plädoyer für eine frühzeitige Sexualaufklärung verwenden: Wenn Kinder schon so früh mit Bildern wie den oben beschriebenen konfrontiert werden, sollte man dann nicht steuernd eingreifen und seitens Kindergarten und Schule bereits für „Aufklärung“ über alle Spiel- und Abarten der Sexualität sorgen? Das allerdings ist eine fataler Trugschluss, verlagert er doch die Probleme, die Erwachsene für Kinder mit lösen sollten, in die Sphäre der Kinder: Nur weil sich die Welt da draußen nicht beherrschen kann, jedes Gefühl für den Wert und die nicht nur moralische sondern auch psychologische Bedeutung der Sexualität verloren hat, jeder meint, seine sexuellen Vorlieben den anderen unter die Nase reiben zu müssen, sollen Kinder in einem viel zu frühen Alter mit solchen Themen konfrontiert werden?

    Im Focus – an dem ich in der Vergangenheit in der Causa Tebartz-van Elst kein gutes Haar gelassen habe, der sich aber in den letzten Monaten dadurch auszeichnet über vom Mainstream abweichende Einstellungen zumindest objektiv zu berichten – ist dazu ein spannender Beitrag zu lesen, in dem der Vorsitzende des Philologenverbandes Baden-Württemberg, Bernd Saur, vor einer „Pornografisierung der Schule“ warnt:

    Für zehn- bis vierzehnjährige Schülerinnen und Schüler - nach dem Gesetz also Kinder - sei der Bereich der Sexualität eine hoch sensible, zutiefst private, intime und mit einer natürlichen Schamgrenze geschützte Zone, betonte Saur. Die „Übersexualisierung“ entspreche einem Anschlag auf ihr natürliches und überaus schützenswertes Empfinden, einer eklatanten Verletzung der Schamgrenze.

    Die „erzwungene Entblößung wäre eine staatlich sanktionierte Vergewaltigung der Kinderseele, ein Überstülpen von Neigungen und Phantasien Erwachsener auf Schulkinder“. Es gelte, diese „vor entwicklungspsychologisch nicht vertretbaren Übergriffen durch entfesselte, offensichtlich komplett enttabuisierte Sexualpädagogen zu schützen“. Der Staat dürfe „hier nicht übergriffig werden“.

    Damit wird hoffentlich deutlich, dass es bei der Kritik auch am Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg nicht um die Ablehnung gesellschaftlich weitgehend anerkannter Lebensstile geht, sondern darum, das Thema Sexualität nicht in einem Rahmen und in einer Art zu vermitteln, die dem Thema und den kindlichen Adressaten nicht angemessen sind.

    Man muss nicht katholisch, man muss kein Christ, man muss nicht mal besonders konservativ und erst recht nicht „verklemmt“ sein, um das Thema Sexualität nicht in dem Rahmen vor Kindern behandelt sehen möchte, wie es Bernd Sauer in seinem Beitrag beschreibt oder wie es auch kürzlich in einem FAZ-Beitrag recht explizit wiedergegeben wurde. Hier ein paar Zitate aus dem letzteren Artikel:

    Mitglied der Gesellschaft für Sexualpädagogik ist auch die Kasseler Professorin Elisabeth Tuider. Zusammen mit Sielert hat sie ein Buch veröffentlicht: „Sexualpädagogik weiter denken“, Untertitel: „Postmoderne Entgrenzungen“. Tuider hat mit einigen Kollegen, alle in der GSP, außerdem das Standardwerk „Sexualpädagogik der Vielfalt“ verfasst. Das Autorenteam will Kindern und Jugendlichen durch „Praxismethoden“ beibringen, wo der „Penis sonst noch stecken“ könnte - um den Aspekt der „Vielfalt“ deutlich zu machen. […]

    Als Methode möchten Tuider und ihre Mitstreiter ausdrücklich die „Verwirrung“ und die „Veruneindeutigung“ angewendet wissen. Kinder sollen zeigen, was sie sexuell immer schon mal ausprobieren wollten. Anweisung an die Pädagogen: „Die Leitung moderiert und nimmt, sofern sie will, an der Übung teil.“ Was die Kinder wollen, fragt keiner. Bei den Massagen für Zehnjährige, Stichwort „Gänsehaut“, genügt laut Anweisung jedenfalls dünne Kleidung, damit der unterschiedliche Druck und die verschiedenen Streichrichtungen auch erspürt werden können. Dabei dürfen verschiedene Massagetechniken angewendet werden, auch „vorgezeigt durch die Leitung“. Von außen sollte der Raum nicht einsehbar sein, empfehlen die Autoren. […]

    „Das ist brandgefährlich“, sagt auch die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Christina Hennen von der Vereinigung Deutscher Psychotherapeuten. Eine solche Sexualpädagogik sei der Versuch, die Schamgrenzen von Kindern und Jugendlichen aufzubrechen. Pädagogen, die die Abhängigkeit der Schüler ausnutzen, könnten so Gehorsam erzwingen, glaubt Hennen.

    Sie hält den vermeintlichen Aspekt von „Vielfalt“ und „Ganzheitlichkeit“ für vorgeschoben. „Hier wird versucht, die Realität der Kinder auszublenden, auch mögliche negative Erfahrungen wie Missbrauch und Gewalt“, so die Psychotherapeutin. Sie hält diese Art der Sexualpädagogik für eine aufgewärmte Geschichte. Unter dem Vorzeichen von „Gender“ komme hier zurück, was schon in der Kinderladenbewegung und der Reformpädagogik als übergriffig erkannt wurde. „Die Kinder werden hier gezielt verwirrt. Dabei brauchen sie gerade in der Persönlichkeitsreifung natürlich Toleranz, aber auch Eindeutigkeit und Strukturen.“ Und biologische Unterschiede gebe es sehr wohl, sagt Hennen. Längst nicht alles sei anerzogen, auch nicht die sexuelle Ausrichtung.

    Bei dem Protest gegen eine derart pervertierte schulische Sexualaufklärung geht es also um unsere Kinder, um ihre Psyche, um ihre kindliche Seele, die von selbsternannten Reformpädagogen zerstört werden sollen – das ist es jedenfalls, was die Begriffe von „Verwirrung“ und „Veruneindeutigung“ eigentlich bedeuten.

    Interessanterweise ist das, was an Konsequenzen von Eltern, Lehrern, Psychologen und Gegnern des Bildungsplans in Baden-Württemberg vorgebracht wird, jedem intuitiv klar. Und trotzdem finden die Forderungen nach einer weiteren Sexualisierung der Schule – Sexualität quasi als Querschnittsthema in Schulen – weiterhin Gehör, entsprechende Pläne wie in Baden-Württemberg liegen in Nordrhein-Westfalen auf dem Tisch und sind in anderen Bundesländern sogar schon weiter implementiert. Man traut sich offenbar selbst aus Kreisen der CDU nicht, hier einzugreifen, und das, was hier gefordert wird, als das zu bezeichnen, was es ist: ein Missbrauch unserer Kinder durch Lobbygruppen der von der Norm abweichenden Sexualpraktiken. Niemand möchte sich den Vorwurf der Homophobie, Transphobie und wie sie alle heißen, einhandeln, niemand möchte sich dem Vorwurf eines vorgestrigen Weltbilds ausgesetzt sehen.

    Aber hier geht es um viel mehr: Auf der einen Seite der Waageschale liegen die Toleranz- und Akzeptanzforderungen von Minderheitenlobbygruppen, auf der anderen die seelische und psychische Gesundheit unserer Kinder, mit noch nicht absehbaren Auswirkungen für deren weitere Entwicklung und insbesondere Bindungsfähigkeit. Dass dies seitens der Lobbygruppen zu einer Hopp-oder-Topp-Forderung gemacht wird, kann als Konsequenz nur bedeuten, uns schützend vor unsere Kinder zu stellen.

    Und um mir nach diesem wie ich finde noch entspannten Beitrag zu einem emotionalen Thema noch ein bisschen Luft zu verschaffen: Unseren Kindern diese Art der Sexualaufklärung, die nebenbei keine Bildung mehr beinhaltet sondern tief in das Grundrecht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder eingreift, aufzuzwingen, und die Eltern durch die gesetzliche Schulpflicht bei diesem Kindesmissbrauch hilflos zusehen zu lassen – das erfordert Widerstand, das erfordert Ungehorsam, das erfordert die offensive Missachtung von Gesetzen, wenn das mal in Gesetzesform gegossen oder faktisch umgesetzt sein sollte! Der Staat als Vergewaltiger unserer Kinder? Legt Euch den Mühlstein besser selbst um den Hals (Matthäus 18,6-7)!

  • Der Papst, die Hirten, die Herde und die Welt

    Selbst wenn man Ahnung hat (oder sie zu haben meint): Einfach mal die Klappe halten! Da habe ich mich doch in der vergangenen Woche hinreißen lassen, meinem Vorsatz, zur Bischofssynode über die Familie nichts zu schreiben, untreu zu werden. Und zumindest bei der Veröffentlichung auf Facebook gab es denn auch Gegenwind, bin ich doch zumindest mit der kritischen Nennung des Namens von Kardinal Burke dem einen oder anderen auf die Füße getreten. Wenn ich ehrlich bin, dann war seine Nennung in der Tat eine Provokation, steht Kardinal Burke doch stellvertretend für eine konservative Richtung, von der viele meinen, sie komme unter Papst Franziskus zu wenig vor, werde im Unterschied zu Papst Benedikt XVI. durch Sichten von Liberalen wie Bischof Kasper abgelöst.

    Dabei hatte ich meine liebe Mühe, selbst meiner Frau klar zu machen, was ich mit meinem letzten Beitrag eigentlich sagen wollte, dass es mir nämlich nicht um die Positionen ging (bei denen ich einem Kardinal Burke natürlich näherstehe als Kardinal Kasper) sondern um die Art der Kommunikation, die ich auf allen Seiten – besonders im Umgang mit den Medien und Journalisten – für mindestens unprofessionell, ab und zu auch opportunistisch halte. Meine Bischofsschelte richtet sich nicht dagegen, dass ein Bischof an der Lehre der katholischen Kirche festhält oder sie zu verändern sucht, sondern dass er Inhalte aus der Synode vor der Presse ausplaudert, die daraus natürlich eine Meldung machen (Stichwort „Synode der Medien“), was wiederum zur Verwirrung der Menschen beiträgt. Und mit letzterem meine ich nicht in erster Linie alle diejenigen, die die Kirche mit einem eher voyeuristischen Blick beobachten, die die Berichterstattung hören, wie sie auch von Streikandrohungen oder der Verbreitung des Ebolavirus hören, sondern die kleiner werdende Herde von Menschen, die sich tatsächlich Orientierung von der Kirche erwarten.

    In einem Beitrag der vorletzten Woche hatte ich geschrieben:

    Die Not wiederverheirateter Geschiedener, die auf eine Zulassung zur Eucharistie hoffen, die Not von Homosexuellen, die im Einvernehmen mit der katholischen Lehre leben wollen, die Not auch derjenigen, die versuchen, die kirchliche Lehre in der Verkündigung an die Frauen und Männer und Familien zu bringen, all diese Notlagen, egal ob selbst verursacht und egal wie man sie mit den Augen Christi sieht, sie verbieten Schnellschüsse in der Berichterstattung, die immer zu Fehlern führen werden. Und sie verbieten es, dass jetzt im Umfeld der Synode und unter den Bischöfen selbst „Politik“ auf dem Rücken der Betroffenen gemacht wird.

    Das mag verdeutlichen, dass meine Kritik in der vergangenen Woche nicht in eine inhaltliche sondern in Richtung der Vermittlung ging. Wer die Diskussionen aus der Synodenaula in die Öffentlichkeit trägt, egal ob aus eigenem Antrieb oder als Reaktion auf diejenigen, die bereits vorgeprescht sind, der trägt zur Verwirrung der Gläubigen bei – und wird damit seiner Funktion als Hirte, wie ich sie verstehe, nicht gerecht.

    Nun sind aber auch hier, wie überall, Menschen am Werk. Und sowenig wie ich selbst meinem Vorsatz der „Synode ohne den PAPSTTREUENBLOG“ treu geblieben bin, so mögen auch die in Rede stehenden Kardinäle Anderes geplant haben und durch spontane Nachfragen – wie im Fall Kasper –, durch scheinbar notwendige Reaktion auf die Äußerungen anderer Kardinäle oder – wenn es schon mal menschelt dann aber auch richtig – durch persönliche Eitelkeit dazu verführt worden sein, dass Spiel der Medien mitzuspielen und die Streitpunkte, deren synodeninterne Diskussion doch der Bildung eines gemeinsamen Standpunktes dienen soll, in die Presse zu tragen. Da darf ich mich auch selbst fragen: Warum habe ich den Beitrag der vergangenen Woche geschrieben? Bin ich wirklich der Ansicht, die Welt, die Kirche dadurch besser gemacht zu haben, zur Orientierung beigetragen zu haben?

    Ganz anders, und in dieser Hinsicht erneut Vorbild, der Papst, dessen Haltung zwar dieser Tage in den Medien breit analysiert wird – da wird von der Enttäuschung des Papstes über den ersten Synodenteil fabuliert, darüber, welche Richtung der Papst selbst der Synode geben wolle etc. – der sich aber in seiner Rolle bewusst aus den aktiven Diskussionen heraus gehalten hat. Die einen nehmen ihm auch das übel, andere betrachten es als Nachweis ihrer These, was der Papst eigentlich wolle, besser müsste man sagen: in ihren Augen wollen solle! Seine Botschaft zum Ende des Synodenteils diesen Jahres – nur noch mal zur Erinnerung: egal welche Mehrheiten, egal welche verabschiedeten Inhalte, die Synode entscheidet nichts, kann nichts entscheiden, und kann auch die Lehre der Kirche nicht ändern! – beschreibt die Atmosphäre der Beratungen, die Erfolge und auch die Fallstricke, geht aber – wohl bewusst – nicht auf die Inhalte ein.

    Dabei bekommt auch jede Richtung, die sich zu sehr der Beratung entzogen haben und sich in ihrer Position verbissen haben, ihr Fett weg, wenn der Papst von den Versuchungen spricht, die eine solche Beratung heraufbeschwört:

    Die Versuchung der feindlichen Erstarrung: Das ist der Wunsch, sich im Geschriebenen einzuschließen und sich nicht von Gott überraschen lassen wollen, vom Gott der Überraschungen, dem Geist. Im Gesetz einschließen, in der Sicherheit dessen, was wir wissen und nicht dessen, was wir noch lernen und erreichen müssen. Das ist die Versuchung der Eifrigen, der Skrupulösen, der sogenannten "Traditionalisten" und auch der Intellektualisten.

    Die Versuchung des zerstörerischen Gutmenschentums, das im Namen einer falschen Barmherzigkeit die Wunden verbindet, ohne sie zuvor zu behandeln; dabei handelt es sich um ein Symptom, nicht um Gründe oder Wurzeln. Es ist die Versuchung der "Gutmenschen, der Ängstlichen und auch der so genannten "Progessiven und Liberalen".

    Die Versuchung, Steine in Brot zu verwandeln um ein langes, schweres und schmerzhaftes Fasten zu beenden (Lk 4:1-4). Eine weitere Versuchung: Brot in Steine zu verwandeln und sie auf die Sünder zu werfen, die Schwachen und die Kranken (Joh 8:7) und ihnen so unerträgliche Lasten aufzubinden (Lk 11:46).

    Die Versuchung, vom Kreuz herunter zu steigen, um den Menschen zu gefallen, und nicht dort zu bleiben um den Willen des Vaters zu erfüllen; sich vor dem Geist der Weltlichkeit zu verbeugen anstatt sich zu reinigen und vor dem Geist Gottes zu verneigen.

    Die Versuchung, das "depositum fidei" zu vernachlässigen und sich selber nicht als Hüter, sondern als Besitzer und Herren zu verstehen oder andererseits die Versuchung, die Realität zu vernachlässigen und eine einengende Sprache zu benutzen und so zu sprechen, dass man viel redet und nichts sagt!

    Durch diese Worte scheint die Absicht des Papstes durch, die er mit der Synode verfolgt: Er sieht Handlungs- und Entscheidungsbedarf, wenn nicht in der Lehre dann doch in der Pastoral und in der Mission und wird keine Entscheidungen ohne intensive Beratung treffen. Das ist nicht eine Position der Schwäche, wie sie ihm auch einige andichten wollen, sondern eine realistische Position: Fragen wie die aufgeworfenen, und das sind nur am Rande die „Klassiker“ wie der Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, machen einen Blick über den Tellerrand notwendig. Eine Entscheidung sollte nicht getroffen werden, ohne alle inhaltlichen Argumente zumindest mal gehört zu haben! Er sucht nach den erforderlichen Mitteln, seine eigene Rolle wahrnehmen, die er selbst wie folgt beschreibt:

    Die Aufgabe des Papstes ist es nämlich, die Einheit der Kirche zu garantieren; es ist seine Aufgabe, alle Gläubigen an ihre Pflicht zu erinnern, treu dem Evangelium Christi zu folgen; es ist seine Aufgabe, die Hirten daran zu erinnern, dass es ihre wichtigste Aufgabe ist, die Herde zu hüten, der Herr ihnen anvertraut hat und die verirrten Schafe zu suchen und willkommen zu heißen, in Väterlichkeit, Barmherzigkeit und ohne falsche Angst.

    Dazu dient diese Synode, und das relativiert auch die Aufgeregtheiten, die mich selbst ebenfalls befallen, wenn es um bestimmte Themen geht. Wie gesagt: Entscheidungen wurden – trotz Abstimmungen – nicht getroffen, und in dem, was bislang aus der Abschlussdokumentation, die lediglich als Vorbereitung für die Synodenfortsetzung im kommenden Jahr dient, veröffentlicht wurde, kann ich keinen Glaubensabfall entdecken. Man wird sicher über die unterschiedlichen Positionen auch im laufenden Jahr diskutieren müssen, und die Pause wird neben der Orientierung sicher auch der „Lobbyarbeit“ dienen, aber einen Richtungswechsel der Kirche herbeizureden, egal ob erwünscht oder unerwünscht, dazu wird sich auch dieses Dokument nicht eignen. Auch diese Perspektive beschreibt der Papst im Schluss seiner Botschaft:

    Liebe Schwestern und Brüder, wir haben jetzt noch ein Jahr um die hier vorgeschlagenen Ideen in einer wirklichen geistlichen Unterscheidung reifen zu lassen und konkrete Lösungen für alle Schwierigkeiten und die unzähligen Herausforderungen zu finden, welchen die Familien begegnen müssen; Antworten zu geben auf die vielen Entmutigungen, welche die Familien umgeben und einschnüren. Ein Jahr, um an der „Relatio Sinodi“ zu arbeiten, welche die getreue und deutliche Widergabe dessen ist, was in dieser Aula und in den Arbeitskreisen gesagt und diskutiert wurde.

    Darum geht es, nicht um Entscheidungen, nicht um eine „neue Lehre“, nicht um eine von den Medien herbeigeredete „sexuelle Revolution der Kirche“, es geht erst mal um die Dokumentation des Gesagten und Diskutierten – als Grundlage für weitere Gespräche und anschließend möglicher Richtungsentscheidungen. Die Revolution durch Papst Franziskus, der Umsturz der katholischen Morallehre, von den einen erhofft von den anderen befürchtet, von einer nicht unbedeutenden Schnittmenge aus beiden herbeigeredet, sie ist bis auf weiteres ausgeblieben und wird uns auch in den kommenden Monaten nicht ereilen!

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende!

    Wochenende

    Es war Synodenwoche - morgen, Samstag, soll ein Abschlussdokument veröffentlicht werden, und man kann nur hoffen, dass bei dessen Verfassen und vor allem Übersetzungen mehr Sorgfalt an den Tag gelegt werden wird, als beim Zwischenbericht, der in dieser Woche - neben medialen Aussetzern auf allen Seiten - die Gemüter ehritzt hat. Dadurch also auch ein Schwerpunkt auf diesem Thema bei der Linkliste dieser Woche:

    Katholisches

    Bei einfach entfachend habe ich einen wie mir scheint sehr differenzierten Beitrag gefunden, den ich gerne zur Lektüre empfehle:
    Statisch? Dynamisch? -Das ist hier nicht die Frage!

    Deutlich genervter, und gerade deshalb empfehle ich ihn hier, der Kommentar auf Elsas Nacht(b)revier:
    Herzlichen Glückwunsch nach Rom

    Zum Thema Gradualität hatte ich ein bisschen was Laienhaftes in dieser Woche geschrieben - wesentlich fundierter ist da Invenimus Messiam unterwegs:
    Dürftige Theologie - 16 - Moralische Gradualität

    Ziemlich nahe an meiner Einschätzung liegt Peter Winnemöller auf katholon:
    Was ein Bischof in unseren Tagen dringend tun sollte

    Und noch einer: Über den Umgang mit dem Interview Kardinal Kaspers in den Medien habe ich mich hinreichend aufgeregt, das betrifft aber vor allem katholische Medien. Der gleichen Ansicht scheint der Autor von Lectio Brevoir zu sein:
    Synodenbeschuss

    So, genug Synode, hier was Erfrischendes aus der freikirchlichen Ecke von Gekreuz(siegt):
    Wer vertraut – traut sich mehr!

    Auch Alipius Müller hat auf totaliter aliter glücklicherweise noch andere Themen, wie hier zu Heiligenbildern:
    Woher kommt eigentlich dieser Vorwurf,...

    Und noch ein lesenswerter Beitrag zur Theologie des Leibes von Pater George Elsbett LC auf dem Blog des Zentrums Johannes Paul II:
    Theologie des Leibes (2) – was am Anfang steht.

    Libertäres

    Wer die Aufmacher der Zeitungen zum diesjährigen Nobelpreisträger für Wirtschaft verfolgt hat, wird sich nicht wundern, dass ich dabei nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann. Hier ein Beitrag von Joseph Salerno auf eigentümlich frei:
    Ökonomie: Der Wirtschaftsnobelpreis geht an einen weiteren Staatseingriffs-Verteidiger

    Warum Planwirtschaft, und sei sie getarnt wie in Deutschland, nicht funktioniert, wird vielleicht bei diesem bei Le Penseur geposteten Bild deutlich:
    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

    Wer die Schuld für das Chaos beim Zusammenbruch einer Diktatur bei den Revolutionären sucht, der hat viel vom Freiheitsdrang des Menschen nicht verstanden - dazu hier ein Beitrag vom liberalen Atheisten arprin:
    Stabile Diktaturen als kleineres Übel?

    Noch mal ein bisschen was zum Taxidienst Uber - schön, wenn auch Politiker gesunden Menschenverstand walten lassen, findet offenbar auch Roland Tichy über Peter Ramsauer:
    Peter Ramsauer: “Taxi-Regulierung ersatzlos streichen”

    Auf Kritische Wissenschaft – critical science hat man mal wieder eine Statistik, diesmal über die angebliche "Armutsgefährdung" in Deutschland, demontiert:
    Die herbeigerechnete Armut grassiert wieder: Von Armutsgefährdung und von Demenzgefährdung

    Überhaupt nicht katholisch und auch nicht libertär, aber trotzdem möchte ich diese Kolumne von Alexander Wallasch auf The European über den Fall Xavier Naidoo hier verbreiten:
    Jenseits von Eden

    Über die Herausforderungen der und den Umgang mit der Freiheit schreibt Tilmann Kappe auf Café Liberté:
    Die Qual der Wahl

    Und jetzt wünsche ich allen Lesern ein gesegnetes und erholsames Wochenende ... und nicht von der Berichterstattung über die Familiensynode aus dem Konzept bringen lassen!

    Der Papsttreue

Kalender
<< < Oktober 2014 > >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31
Besucherzähler
Seitenaufrufe insgesamt:
304148
Besucher insgesamt:
151854

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.