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  • Facebook wird schwarz!

    schwarz

    Wer sich heute auf Facebook umsieht und dort im christlichen Umfeld die Profile durchgeht, sieht neben den klassischen christlichen Symbolen und seit einiger Zeit dem arabischen „N“ für Nazarener neuerdings eine neue Bewegung: Geschwärzte Profile!

    Worum geht es dabei? Seit einiger Zeit gibt es auf Facebbok Gruppen, die sich als Anhänger und Sympathisanten der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) bezeichnen und sich dort entsprechend solidarisch mit den Menschenrechtsverletzungen ihrer „Glaubensbrüder“ im Irak und in Syrien zeigen. Besonders hervorgetan hat sich eine Seite mit dem Titel „Islamischer Staat Berlin“ – Untertitel „Demokratie? Nein danke!“. Gegen die Seite und die menschenverachtenden Inhalte gibt es seit Tagen Beschwerden bei den Moderatoren von Facebook, die sich auf die veröffentlichten Gewaltandrohungen und gesellschaftsfeindlichen Inhalte beziehen.

    Und offenbar stereotyp erhalten die Beschwerdeführer seitens der Facebook-Administration die Antwort, man habe die Seite geprüft und sei zu der Einschätzung gekommen, dass sie „Gemeinschaftsstandards“ von Facebook nicht zuwider liefen! Kurz gesagt: Aufrufe zu Hass und Gewalt gegen unsere Gesellschaftsordnung passt in die Standards von Facebook, wobei man wissen muss, dass Facebook an anderer Stelle durchaus rigide durchgreift, wenn es zum Beispiel um die Abbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale geht (egal ob sexistisch gemeint oder nicht).Facebook kann also durchgreifen, will aber ganz aktiv an dieser Stelle nicht!

    Dabei sind die Facebook-„Gemeinschaftsstandards“, was dieses Thema angeht, transparent. Für die betreffende Seite wären insbesondere die Regeln zu „Hassbotschaften“ relevant. Bei diesen heißt es:

    Facebook erlaubt keine Hassbotschaften, unterscheidet allerdings zwischen ernsthaften und humorvollen Botschaften. Auch wenn wir dich dazu ermuntern, Ideen, Institutionen, Veranstaltungen und Praktiken in Frage zu stellen, erlauben wir es einzelnen Personen oder Gruppen nicht, andere aufgrund ihrer Rasse, Volkszugehörigkeit, nationalen Herkunft, Religion, sexuellen Orientierung, Behinderung, ihres Gesundheitszustandes oder Geschlechts anzugreifen.

    Humorvoll ist die Seite sicher nicht gemeint, in Frage stellen kann man aber durchaus, inwieweit die Koranbotschaften und Kommentare, die auf der Seite hinterlassen werden, tatsächlich einen ausreichend konkreten „Angriff“ auf Personen aufgrund bspw. ihrer Religion darstellen. Die Betreiber der Seite sind geschickt genug, sich gerade eben nicht explizit in diese Richtung zu äußern (jedenfalls nach dem, was ich dort gesehen habe, ich habe mich dort aber nicht länger als notwendig aufgehalten und nehme gerne Hinweise als Kommentare auf, wenn ich das nicht dramatisch genug einschätze). Insofern will ich nicht ausschließen, dass bei aller Heuchelei seitens Facebook hinsichtlich der Auslegung ihrer eigenen Regeln, die Inhalte der Seite sich doch gerade eben noch in die Gemeinschaftsstandards einfügen, so sehr ich sie auch verabscheue und für hassorientiert und mittelfristig gefährlich halte. Nicht wenige deutsche Muslime sind in Syrien als Terroristen der IS unterwegs, und solche Seiten stellen womöglich einen Einstieg dar.

    Guter Rat für ist für die Nutzer von Facebook also teuer, vor allem, wenn man die quasi marktbeherrschende Stellung des Anbieters berücksichtigt, über den sich eigene Beiträge wie auch die eines Blogs verbreiten lassen und den ich zum Beispiel auch zum Austausch sowohl über Glaubens- als auch über politische Themen nutze. Ich weiß von katholischen Bloggern, die ihr Facebook-Account aufgrund dieser Vorkommnisse bis auf weiteres stillgelegt haben, viele können sich diesen Schritt vorstellen, fordern jedenfalls die Löschung der entsprechenden Seiten auf Facebook. Und um dies kundzutun haben sie ihr Profilbild schwarz eingefärbt.

    Nun ist Facebook ein Unternehmen, das seine „Politik“ gestalten kann, wie es das will, ist nicht verpflichtet, sich an dem zu orientieren, was viele Nutzer offenbar denken. Auch der Ruf nach dem Staat wegen verbreiteter Hassbotschaften halte ich – egal aus welcher Richtung kommend – für nicht zielführend; zu nah kommt man damit der Idee eines Gedankenverbrechens, und ein solches Vorgehen wird sich über kurz oder lang gegen die richten, die sich jetzt gegen die islamistische Seite engagieren.

    Trotzdem müssen sich die Verantwortlichen bei Facebook darüber klar werden, welche Art von „Gemeinschaft“ sie denn repräsentieren wollen und ob islamistische Propaganda tatsächlich durch das Netz ihrer eigenen Standards schlüpfen kann. Das deutlich zu machen ist offenbar notwendig … und darum ist auch meine Facebookseite bis auf weiteres schwarz und ich lade meine Leser, die dort präsent sind ein, es mir gleich zu tun!

  • Männer in die Kita? Ja, aber …

    Die frühzeitige Betreuung selbst kleinster Kinder stellt sowohl die Kinder und Eltern, aber auch die Einrichtungen vor Probleme, die sich die Politik, die sich diese Art der Kinderbetreuung im Sinne einer möglichst schnellen Wiederaufnahme der Berufstätigkeit der Mütter wünscht, kaum ausmalt. Verhaltensforscher und Jugendpsychologen werde nicht müde, darauf hinzuweisen, dass kleine Kinder weit mehr als sogenannte frühkindliche Bildung vor allem Liebe und Bindung zur gesunden Entwicklung benötigen. Eine Unterbringung in der Kita ist da immer nur die zweitbeste Variante, wenn sich auch in bestimmten Konstellationen notwendig sein sollte.

    Um dieses Hilfsmodell aber sinnvoll zu gestalten braucht es ein bisschen mehr als ein kindgerechtes Ambiente in einem geschlossenen Gebäude mit Spielplatz: Sauber, satt, sicher ist nicht unwichtig, ausreichend ist es in keinem Fall. So mühen sich also Kitabetreiber um einen einigermaßen sinnvollen Betreuungsschlüssel, um gerade für die Allerkleinsten die jederzeitige Verfügbarkeit einer Betreuungsperson sicherzustellen. Mit einem Schlüssel jenseits der 1:3 ist das kaum zu schaffen, sodass, bei allem Engagement und eingesetzten Herzblut der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ganz einfach doch mal die eine oder andere Träne ungetrocknet bleibt und die eine oder andere Windel zu spät gewechselt wird. Kollateralschäden einer verfehlten Familien- und Kinderbetreuungspolitik!

    Ein anderer Aspekt ist das Erfahren unterschiedlicher Rollenverhaltensweisen, die kleine Kinder in ihrem Alltag erleben und in ihren noch jungen Erfahrungsschatz einbauen sollten. Und nun, liebe männliche Leser, sind Sie dran: Hand auf’s Herz, können Sie sich vorstellen, Kindergärtner zu werden? Wenn Sie so sind, wie die meisten Männer in meinem Umfeld und auch ich selbst, behagt Ihnen der Gedanke nicht. Das kann an der Vorstellung, mit zwanzig schreienden kleinen Kindern in einem Raum zu sein, liegen, was einem Mann ganz offensichtlich weniger liegt als einer Frau. Männer, ich bin versucht zu schreiben, echte Männer kümmern sich gerne um ihre eigenen Kinder, nehmen auch mal das Kind eines Freundes tröstend auf den Arm, aber dann ist es auch gut. Oder es liegt an den unterdurchschnittlichen Verdienstmöglichkeiten, die nebenbei auch die Wertschätzung der Gesellschaft für diese Art der Dienstleistung an denjenigen, die uns doch am wertvollsten sind, spiegeln.

    Es wird noch mehr Gründe geben, warum man Männer für den Beruf des Kindergartenbetreuers nicht begeistern kann, und die müssen nicht „sexistisch“ sein, abgesehen von der Tatsache, dass man anzuerkennen bereit ist, dass zwischen Männern und Frauen Unterschiede bestehen (was für einige diesen Tatbestand des Gedankenverbrechens bereits erfüllt). Das Ende vom Lied ist aber, dass es nur einen verschwindend geringen Anteil männlicher Kindergartenbetreuer gibt, Statistiken sprechen derzeit von rund 3 Prozent, was bei einer generell angestrebten Betreuungsspanne von 1:3 für Kleinkinder bedeutet, dass auf 100 betreute Kinder ein männlicher Betreuer kommen würde. Kurz gesagt: Das kann man auch lassen!

    Und wer mal das Glück hatte, einen männlichen Betreuer in einer Kita zu erleben, dessen Begeisterung hält sich auch in Grenzen: Die machen, nicht weil sie es nicht anders wollten, sondern weil es die Organisation nicht anders hergibt, nämlich im Wesentlichen das gleiche wie die Betreuerinnen: Trösten, basteln, singen, Windeln wechseln, neben all den anderen unterstützenden Tätigkeiten, die der Beruf ganz klassisch mit sich bringt. Vorleben einer Männerrolle? Fehlanzeige! In dieser Form wird die Betreuung der Kinder durch einen Mann im Zweifel gar kontraproduktiv: Wie soll ein Kind ein gesundes Verhältnis zum Rollenverhalten eines Mannes gewinnen, wenn sein wesentlicher männlicher Ansprechpartner über einen Großteil des Tagesablaufs gezwungenermaßen das Rollenverhalten einer Frau an den Tag legt? Für Genderideologen vermutlich ein Traum, für Eltern und Kinder eher ein Alptraum, den sie zu Hause nicht mehr ausgeglichen bekommen.

    Man würde etwas mehr Raufen erwarten, das in die Luft Werfen von Kindern, wie es eben Väter zu Hause auch zu tun pflegen; auch ist der Umgang von Vätern mit ihren Töchtern ein anderer als mit den Söhnen. Die Botschaft des Vaters an einen Sohn, die Frage, die der an ihn richtet und die nur der Vater beantworten kann, ist die ob er ein echter Kerl ist, während die Frage der Tochter, die nur ein Vater beantworten kann, die ist, ob sie es wert ist, dass man für sie kämpft. Dadurch unterscheidet sich die Betreuung durch Frauen und Männer ganz unabhängig davon, ob sie Windeln wechseln oder sich letztere um Singstunden lieber herumdrücken. Spiegelt sich das in der Rolle der männlichen Betreuer nicht wieder, kann deren Einsatz – wie oben angedeutet – auch nach hinten losgehen.

    Sollte also am Ende die Kita als Ersatzlösung für die präferierte Betreuung in der eigenen Familie verbessert werden, dann wären einerseits quantitativ große Sprünge bei der Einstellung von Männern notwendig als auch eine Diskussion über die Zielsetzung, die mit diesen Einstellungen verfolgt werden soll. Wenn es nur darum geht, dass auch Männer in klassischen Frauenberufen arbeiten können, ist für unsere Kinder nichts gewonnen. In der Kita braucht es wenn schon echte Kerle – „Mary Poppins“ kann eine Frau viel besser!

  • Abgewirtschaftet?

    Stell Dir vor, es ist Landtagswahl und keiner geht hin – so könnte man angesichts der Wahlbeteiligung bei der gestrigen Wahl in Sachsen, die unter 50 % lag, formulieren. Eine Quote bei der man sich durchaus fragen kann, ob die Ergebnisse eigentlich noch zu einer demokratischen Regierung legitimieren. Denn so wie es jetzt aussieht, steuern CDU und SPD wohl auf eine große Koalition zu, was in dem Fall bedeutet, dass sie zusammen knapp 52 % der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen. Damit wird eine Regierung gestellt, die ein Viertel der Wählerschaft repräsentiert – demokratische Legitimation sieht anders aus!

    Umgekehrt muss man aber auch fragen, mit welchen Ergebnissen man denn rechnen müsste, stiege die Wahlbeteiligung in Sachsen auf angestrebte 100 %? Am wenigsten mobilisiert sind dabei wohl die beiden etablierten Parteien CDU und SPD, die in dem Fall vermutlich zulegen würden. Knapp 19 % Wählerstimmen für die Linke – man darf annehmen, dass das noch mehr werden könnten. Die AfD hat vermutlich ihr aktuelles Wählerpotenzial gehoben, gleiches gilt wohl auch für die NPD. Sprechend dagegen das Abschneiden der FDP, die mit 3,8 % erneut einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten bekommen hat. Als Libertärer hofft man dabei, dass das die Quittung für konfuse Parteitaktik auf Bundesebene ist, denn verglichen mit anderen Landesverbänden zeichnet sich die sächsische FDP durch tatsächliche Liberalität aus.

    Aus all dem abgeleitet kann man das Ausscheiden der FDP im Zusammenhang mit geringer Wahlbeteiligung, absoluter Mehrheit für eine große sozialdemokratische Koalition und einem ordentlichen Wähleranteil für die Linken auch als Absage an die Demokratie in sich deuten. „Die da oben“ machen eh was sie wollen, aber das, was sie machen wird schon auch passen! Warum sich mühen um Veränderungen, die für einen persönlich im Zweifel anstrengend sind, wieso sich erst Recht mühen um mehr wirtschaftliche und gesellschaftliche Selbstverantwortung, wenn es doch Mutti auf Bundesebene und ihre Hilfsorgane in den Ländern schon machen.

    Nein, die Deutschen, das zeigt das Ausscheiden der NPD, rufen nicht mehr nach dem starken Mann, sie rufen nach mehr Behaglichkeit , sie rufen nicht nach einem Führer, sie rufen nach einer Nanny! Vater (oder Mutti) Staat wird es schon richten, ihm gegenüber kann man seine Ansprüche geltend machen, und wenn überhaupt etwas die Menschen in Massen auf die Straße treibt, dann der Wunsch nach mehr sozialem Netz, nach MEHR staatlicher Einflussnahme. Gewählt wird, wovon ich mir selbst Vorteile verspreche, ohne Blick in die langfristige Zukunft, die sich höchstens noch in Empfindlichkeiten beim Umweltschutz niederschlagen, bei denen sich die großen Parteien aber kaum unterscheiden.

    Das alles aber ist der Parteiendemokratie in einem Sozialstaat fast systemimmanent: Wenn der große Kuchen verteilt wird, den andere erst erwirtschaften müssen, ist derjenige der Dumme, der nicht die Hand aufgehalten hat, derjenige ist der Dumme, der seine „Ansprüche“ nicht lautstark hat geltend machen können. Nachhaltigkeit im Sinne der Wirtschaft ist da eine Forderung, die nur stört und was für angebliche intellektuelle Schöngeister ist.

    „Demokratie ist, wenn zwei Wölfe und ein Schaf über die nächste Mahlzeit abstimmen“, dieser Satz, der Benjamin Franklin zugeordnet wird, ist heute passender als je zuvor. Abgesehen davon, dass sich die Wölfe gar nicht als solche begreifen, sondern meinen, nur ihre – die der Schafe nämlich – Interessen durchzusetzen.

    Ich gebe zu, meine Analyse ist einigermaßen trostlos, ich sehe aber im Moment wirklich nicht, wie sich dieser Teufelskreis anders aufbrechen ließe als durch eine wirkliche Krise, die deutlich macht, dass wir über unsere Verhältnisse leben während wir munter über sinnfreie Themen wie Gendermainstreaming oder Autobahnmaut diskutieren – Themen die eigentlich ein Symptom der aktuellen Problemlage, in keinem Fall aber eine auch nur annähernde Lösung darstellen.

    „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“ so steht es im deutschen Grundgesetz Artikel 21. Der Hauptprotagonist der politischen Willensbildung ist demnach das Volk, deren Wille durch Parteien zwar auch repräsentiert, aber eben auch gebildet werden sollte. Parteien, deren Programmatiken alleine dem Machterhalt dienen und so mit Programmen aufwarten, die Wählerstimmen versprechen aber die Wahrheit vernachlässigen, braucht kein Mensch. Fragt sich aber, ob der oben beschriebene Prozess innerhalb eines demokratischen Sozialstaats noch umkehrbar ist, oder die Demokratie in der bestehenden Form bereits abgewirtschaftet hat.

  • Freitag 23:55 Uhr - Wochenende!

    Wochenende

    Es gibt Wochen, die vergehen wie im Flug, andere ziehen sich wie Kaugummi, an machen Freitagen denkt man sich, was das für eine leichte Woche war, an manchen schleppt man sich eher in ein hoffentlich entspanntes Wochenende - Letzteres ist es bei mir heute, darum diesmal ohne weitere große Vorrede: Die wöchentliche katholisch-libertäre Linkliste!

    Katholisches

    Ich versuche jetzt mal etwas, und vertraue meinen Lesern, dass sie mir in dem Ansinnen schon folgen werden, wenn ich einen Beitrag von Volker Schnitzler auf seinem Blog Balken und Splitter verlinke, dessen Folgerungen ich fundamental ablehne, mit dessen Gedankengängen man sich aber in der öffentlichen Diskussion auseinandersetzen sollte:
    Das entschlossen Böse

    Den im obigen Beitrag verrissenen Kommentar meines lieben Freundes Klaus Kelle auf kath.net kann ich übrigens nur ans Herz legen:
    Gegen das entschlossene Böse ist der Pazifismus keine Antwort

    Damit aber umgekehrt niemand meint, es beim Papsttreuen mit einem "Falken" zu tun zu haben, hier ein wunderbarerer neuer Blog unter dem Titel Herr, gib uns Frieden, mit Gebeten zum Frieden - besonders schön finde ich das hier:
    Friedensrosenkranz

    Nachdenklich und nachdenkenswert hat auch Peter Winnemöller dazu auf katholon geschrieben:
    Eierkuchen

    Und noch ein weises Wort zu dem Thema von Alipius Müller auf seinem neuen Blog totaliter aliter:
    Gefahr...

    Zur Ice Bucket Challenge hat sich in dieser Woche auch Bastian von Echo Romeo - wie ich finde ebenfalls entspannt - geäußert:
    Ice Bucket Challenge – eine gute Sache im Sinne des Herrn?

    Ein wunderbares Zeugnis habe ich von Heidrun auf Bethanien bloggt gefunden, ein Blog der nicht viel Aufhebens von sich macht und trotzdem immer wieder solche Kleinode beinhaltet:
    Gottvertrauen

    Salome von Barefoot... und darum gehe ich ins Kloster, mit ihrem vermutlich letzten Beitrag von außerhalb des Klosters - meine und hoffentlich unser alle Gebete begleiten sie auf Ihrem Weg, und ganz eigennützig hoffe ich, dass sie auch im Noviziat weiter bloggen kann:
    In den letzten Zügen

    Zum Schluss dieses Abschnitts noch was zum Schmunzeln: Nachdem ich in dieser Woche an einer Erkältung laboriert und in den vergangenen Monaten mit der Weightwatchers-Methode rund 16 kg abgenommen habe, traf mich dieser - nach eigenem Bekunden nicht ganz ernstzunehmende - Blogbeitrag von Heike mitten ins Herz:
    Männer und Frauen - der zweite kleine große Unterschied

    Oh, einer noch: eine kleine christliche Online-Spielesammlung hat Henrica von Weihrausch und Gnadenvergiftung veröffentlicht - vielleicht was für schlechtes Wetter?
    ‘Fromme’ Online-Spiele

    Libertäres

    Auf eigentümlich frei gibt es eine ganz kurze Beschreibung über die "Kreide für den Wolf"-Lesung am vergangenen Samstag in Düsseldorf, zu der ich auch ein paar gelesene Seiten beisteuern durfte:
    Veranstaltung: „Kreide für den Wolf“

    Der Schweizer Ulrich Schmid gibt auf dem Blog der Friedrich-Naumann-Stiftung "Denken für die Freiheit" eine Einschätzung zum Liberalismus in Deutschland und zur möglichen Zukunft der FDP:
    Liberalismus in Deutschland – Ein Blick aus Schweizer Perspektive

    Gelesen habe ich es noch nicht, eine Rezension ist schon vorgemerkt, aber das neue Buch von Frank Schäffler "Euro-Rebell" der FDP, scheint lohnend zu sein:
    Schäffler-Buch: “Nicht mit unserem Geld” erscheint am 12. September

    Eine der strittigen Fragen unter Liberalen und Libertären ist das Staatsverständnis. Im Interview mit Tomasz M. Froelich auf Freitum dazu Prof. Dr. Stefan Kolev, Professor für Volkswirtschaftslehre (Schwerpunkt: Wirtschaftspolitik) an der Westsächsischen Hochschule in Zwickau:
    "Laissez faire within rules": Mises, Hayek, Röpke und Eucken im Vergleich

    Unter anderem um die Rolle des Staates als Ordnungsgeber geht es auch bei Jörg Guido Hülsmanns Beitrag auf eigentümlich frei:
    Schwerpunktthema: Ordnung und Anarchie

    Über das Thema Zalando/Rocket Internet hatte ich am Mittwoch etwas geschrieben - genereller befasst sich Felix Schnoor auf Freitum mit dem Thema Subventionen:
    Warum Subventionen schlecht sind

    Für die Freunde prägnanter Listen hier ein Beitrag zum Thema Inflation von Patrick Barron auf dem Blog des Ludwig von Mises Institut Deutschland:
    Sechs Mythen über Geld und Inflation

    Ebenfalls prägnant und lesbar wird den Apologeten eines Gender Pay Gaps, des angeblich bestehenden geschlechtsinduzierten Gehaltsunterschieds zwischen Männern und Frauen, ihre Argumentation um die Ohren gehauen durch Michael Klein vom Blog Kritische Wissenschaft – critical science:
    Das Anstands-Gap: Lügen, Falschaussagen und Gender Pay

    Interessant auch für Christen sind die Ansichten eines US-Amerikaners, Thomas DiLorenzo, auf LewRockwell.com über Verbandelungen von Staat und Kirche zu sehen (und da gibt es nicht mal eine Kirchensteuer):
    Battling the “Religious” Enemies of Liberty (englisch)

    Und zum Schluss noch was zum Nachdenken: diese Zitatsammlung bei arprin, dem liberalen Atheisten, hatte ich bislang auch für bare Münze genommen:
    Falsche Zitate überall!

    Jetzt wünsche ich allen Lesern noch ein schönes und vor allem gesegnetes Wochenende!

    Der Papsttreue

  • Politisch Inkorrekt

    Es gibt in meiner Wahrnehmung bestimmte „Institutionen“, die sich für einen zum ständigen Begleiter entwickeln. Damit meine ich Gewohnheiten, aber auch Personen, auf die man Wert legt, und – nicht zuletzt – auch Informationsquellen, die man nutzt. Und gerade bei letzteren gibt es solche, die mich in ihrer Prägnanz herausfordern und die ich – trotzdem – immer wieder an mich heranlasse. Für mich gehören dazu einzelne Zeitungen oder Magazine, die mich durch die Medienwelt begleiten.

    Wer den Blog hier verfolgt, der weiß, dass ich zum Beispiel gerne die „Junge Freiheit“ lese, deren Inhalte ich oft nicht teile (insbesondere nicht deren penetrante Unterstützung für die AfD), bei der ich aber froh bin, auch Sichtweisen zu lesen, die es in den Mainstreammedien sonst nicht zu finden gibt. Monatlich ist es die „eigentümlich frei“, deren Autoren mir mit libertären Ansätzen das Hirn durchpusten, und mich herausfordern, das, was vernünftig ist, mit meinem Glauben an das, was Gott will, übereinander zu bringen.

    Und zu diesen medialen Institutionen gehörte bis heute auch ein bisschen Zeitungs-Fastfood, nämlich die wöchentliche Kolumne meines lieben Freundes Klaus Kelle in der Rheinischen Post (die sonst nicht durch besonders gesellschaftlich provokante Thesen auffällt) unter dem Namen „Politisch Inkorrekt“. Seit anderthalb Jahren bemüht Klaus Kelle den gesunden Menschenverstand, angereichert um jahrzehntelange Erfahrungen als politischer Journalist, kommt dabei zu Schlüssen, die den meisten unmittelbar einleuchtend sein sollten, und trotzdem neben viel Zuspruch auch immer wieder Widerspruch hervorrufen. Politisch aktuelle Themen kommen ihm dabei ebenso unter die Feder wie generelle Gesellschaftsfragen, die manchmal im Nachrichtenbetrieb unterzugehen drohen.

    Und passend zu seinem Titel besetzt er damit auch Positionen, die manchem unbequem erscheinen, sei es in der Familienpolitik, sei es in der Bewertung des Nahostkonflikts oder in anderen Politikfeldern, in denen sich andere Medien auf die Verteilung der guten und bösen Rollen eingeschossen haben. Auch ich habe nicht alle Kolumnen wirklich „goutiert“, alle haben mich aber zum Nachdenken gebracht – und das ist es, was ich von einem politischen Journalisten und Kommentator neben der Faktenvermittlung erwarte!

    Leider wird diese Kolumne mit der heutigen Folge eingestellt. Klaus Kelle ist dabei professionell genug, keine schmutzige Wäsche über die Hintergründe zu waschen, aber ganz offensichtlich ist er entweder in der Redaktion der RP (deren Chef vor kurzem gewechselt hat) und/oder im politisch-medialen Netzwerk im Rheinland doch dem einen oder anderen zu sehr auf die Füße getreten. Schade ist das einerseits für die Rheinische Post, die einen ihrer profiliertesten Kolumnisten verliert, schade ist es aber vor allem für die Leser, die zukünftig auf diese Institution verzichten müssen - und von denen der eine oder andere wohl auch die Konsequenz hinsichtlich seines Abonnements der RP ziehen wird. Die Rheinische Post und deren Eigentümer können natürlich die Kolumnisten beschäftigen, die sie wollen - den Willen der Leser zu missachten ist aber auch schon anderen Blättern schlecht bekommen, wie sinkende Auflagenzahlen belegen!

    Zum Glück stellt Klaus seine Arbeit natürlich nicht ein, ist regelmäßig auch beim Focus, für Katholiken relevant auch ab und zu in der Tagespost und bei „kath.net“ vertreten. Und Klaus, falls Du mal einen Text loswerden willst, den sich niemand sonst zu drucken traut: Immer her damit, ich nehme das blind als Gastbeitrag auf!

    Trotzdem ist es aber schade um die freitägliche Portion „politisch inkorrekter“ Kommentierung!

    Nachschlag: Passend dazu ein Kommentar Klaus Kelles auf kath.net von heute zur dubiosen Rolle Wladimir Putins und wie Christen sie einschätzen sollten!

  • Die erste Geige in der Familie

    Über einen Beitrag von Stephanie Jankowski auf der deutschen Seite der Huffington Post mit dem schönen und sprechenden Titel „Warum mir mein Mann wichtiger ist als meine Kinder“ bin ich auf ein Thema gestoßen, dass mir mit Blick auf die Diskussion um Familienpolitik und mögliche Gestaltungen des Familienlebens zu kurz zu kommen scheint.

    Die Frage kann einen als Familienvater (und –mutter, aber ich kann hier naturgemäß nur als Mann argumentieren) schon umtreiben: Wer ist eigentlich wichtiger, die Kinder oder die Ehefrau? Jankowski zitiert dabei einen Absatz von Amber Doty (die ich selbst wie die Autorin des Beitrags nicht näher kenne) mit folgenden Worten:

    Ich verstehe natürlich, dass eine Ehe vergänglicher ist als diese untrennbare Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Aber ich denke, dass meine Investition in unsere Beziehung sich positiv auf unsere Familie auswirkt. Wenn ich die Bedürfnisse meines Mannes in den Vordergrund stelle, ist es weniger wahrscheinlich, dass wir uns scheiden lassen und unsere Kinder somit in einem intakten Familienhaus mit beiden Eltern aufwachsen.

    Das ist eine wie ich finde großartige Art, von den Bedürfnissen der Familie, der Kinder und des Partners, wo notwendig auch von sich selbst, ausgehend, seine Prioritäten zu sortieren. Im Hinblick auf die Betreuung kleinster Kinder in Kitas hatte ich schon mal angedeutet, dass mich dabei der Verdacht beschleicht, dass es in der Mehrzahl der Fälle eben nicht die Bedürfnisse der Kinder sind, die im Vordergrund stehen, sondern die der Eltern (oder schlimmer des Staates oder der Unternehmen). Hier nun wird dieses Konzept erweitert: Was ist am Ende gut für die ganze Familie, für die Ehe und die Kinder?

    Als Katholik zuckt man natürlich bei der Formulierung einer Ehe, die „vergänglicher ist als diese untrennbare Verbindung zwischen einer Mutter und ihrem Kind“ zusammen: Die Ehe als sakramentales Band ist untrennbar, unvergänglich, mehr noch als selbst die engen Bande zwischen Mutter und Kindern! Insofern hat – neben Gott selbst – in einer katholischen Ehe der Ehepartner die erste Geige zu spielen und nicht die Kinder (von Schwiegereltern ganz zu schweigen). Hier geht es aber um etwas anderes, was diese Schwerpunktsetzung säkular begründet: Die Ehe ist die Basis der Familie und – Ausnahmen der häuslichen Gewalt und Vernachlässigung mögen die Regel bestätigen – die Ehe zu erhalten dient am Ende auch den Kindern.

    Kinder brauchen, Jugendpsychologen bestätigen das, Vater UND Mutter als Beziehungspersonen, eben auch in ihrem unterschiedlichen Rollenverhalten. Gerade aus dieser Schwerpunktsetzung der kindlichen Bedürfnisse heraus ergibt sich – nur teilweise paradox – der Primat der Ehe oder des Ehepartners vor den Kindern. Wenn eine Ehe aus dem Grund leidet, weil einer der Partner die Kinder an die erste Stelle setzt, ist für diese ebenfalls Gefahr im Verzug! Das bedeutet nicht – Jankowski weist in ihrem Beitrag ebenfalls darauf hin – Kinder vernachlässigen zu dürfen. Die haben aufgrund ihrer Abhängigkeit ein besonderes Schutz- und Betreuungsbedürfnis, dem man als Eltern nachkommen muss.

    Aber eine der gröbsten Vernachlässigungen kann dadurch entstehen, dass die Beziehung zum Partner durch die Bevorzugung der Kinder gefährdet wird: Ständiger Streit zwischen den Eltern, die Vernachlässigung der Bedürfnisse der Mutter durch den Vater oder umgekehrt, gar der Bruch der Beziehung und das sich ergebende vollständige Fehlen des Vaters oder der Mutter, all das sind Dinge, die Kinder in ihr Leben mitnehmen. Oder, wie Jankowski mit umgekehrten Vorzeichen schreibt:

    Wenn wir unserem Partner und manchmal auch uns selbst den Vorzug geben, leben wir damit unseren Kindern vor, respektvoll mit sich und mit anderen umzugehen. Wenn sie sehen, dass ihre Eltern sich hin und wieder um die Bedürfnisse des anderen kümmern, dann bringt ihnen das vielleicht sogar mehr über Geduld und Mitgefühl bei als alles andere. Ich verstehe nicht, was daran selbstsüchtig sein soll. Im Gegenteil, es klingt eigentlich nach einer ziemlich brillanten Erziehungsmethode.

    Dass das im Alltag nicht immer leicht zu leben ist, erscheint klar. Wer einen Dreijährigen am Abendbrottisch sitzen hat, der gar nicht einsehen mag, warum Mama und Papa sich über die letzte Telefonrechnung unterhalten müssen, weiß, was ich meine. Aber es ist eben auch möglich – gerade ab diesem Alter – den Kindern klar zu machen, dass Mama und Papa auch Zeit für sich brauchen, dass man ihnen nichts wegnimmt, wenn man nicht immer nur für sie da ist. Ganz abgesehen davon ist es sicher nicht verkehrt, wenn Kinder lernen, dass sie zwar bedingungslos geliebt werden, aber damit noch lange nicht das Zentrum des Universums darstellen.

    Ganz natürlich ist es so das katholische Eheverständnis, das den Ehepartner an die erste Stelle setzt, wundervoll vereinbar mit ganz weltlichen Erziehungsmethoden – und schadet umgekehrt eine Geringschätzung des Eheverständnisses auch der Familie als ganzes.

    In einer gesunden Ehe und einer glücklichen Familie können all diese Dinge nebeneinander existieren: Wertschätzung für den Partner, Liebe für die Kinder und Zeit für sich selbst. Wenn Sie ein Haus bauen ist ein festes Fundament das wichtigste. Deswegen wird für mich die Beziehung zu meinem Mann auch weiterhin wichtiger sein als die zu meinen Kindern.

    Dieses Fazit von Stephanie Jankowski, das gegenüber den Kindern so wenig „kuschelig“ klingt, erscheint mir als die weltliche Variante eines traditionellen, durchaus katholischen Familienverständnisses. Dort haben wir neben dem Primat Gottes den Ehepartner als Geschenk, für dessen Wohlergehen und Heiligung wir mitverantwortlich sind. Die Kinder, die davon profitieren, sind eine Frucht dieser Beziehung, nicht deren Basis!

  • Der Schwester-Robusta-Preis 2014

    Nachdem Alipius Müller seinen „alten“ Blog der „Klosterneuburger Marginalien“ abgeschaltet und durch einen deutlich ruhigeren und – vor allem – mit geschlossener Kommentarfunktion versehenen unter dem schönen Namen „totaliter aliter“ ersetzt hat, hatte ich auch schon die Frage im Hinterkopf, ob das wohl auch das Ende des „Schwester-Robusta-Preises“ sein würde, den der „Grand- Seigneur“ der Blogoezese verliehen hat.

    Zum Glück hat der Kollege Grannefeld vom Geistbraus diese Frage nicht nur im Kopf bewegt sondern auch mit Alipius besprochen und das Ergebnis auch noch öffentlich gemacht … offenbar ausreichend Druck für den Klosterneuburger, es sich noch mal zu überlegen.

    Kurz gesagt: Es wird ihn 2014 wieder geben, den „Schwester-Robusta-Preis“ der Blogoezese, gewählt in ganz, ganz vielen Kategorien, aber vor allem: durch die Blogleser!

    Über das Ergebnis der letzten Preisverleihung möchte ich bis auf diesen Link nicht viele Worte verlieren, aber es gab in der Tat im vergangenen Jahr viele Blogs, die mir den Tag und das Glaubensleben verschönert haben, viele davon finden sich auch immer mal wieder auf meiner wöchentlichen Linkliste, sodass ich mich freue, für sie meine Stimme abzugeben.

    Wenn’s bei Alipius "totaliter aliter" mehr dazu gibt, melde ich mich wieder! Wer sich selbst auf dem Laufenden halten will: hier geht’s zum entsprechenden Blogbeitrag

    cool

  • Ein Eiseimer ist nur ein Eiseimer!

    Anfangs hatte ich es für eine Aktion unter bekannten Persönlichkeiten gehalten, die sich dann langsam zu den B- und C-Promis runtergearbeitet hat, bevor sie „viral“ wurde und die nun auch unter ganz normalen Leuten ohne besondere Promi-Ambitionen angekommen ist: Die ALS Ice Bucket Challenge. Ich habe kurz überlegt, wie ich die in aller Kürze beschreibe und bediene mich einfach mal Wikipedia, wenn es schon mal zu einem Eintrag dort gereicht hat:

    Die ALS Ice Bucket Challenge (deutsch: Eiskübelherausforderung) ist eine Spendenkampagne. Sie soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren. Die Herausforderung besteht darin, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und danach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, es einem gleichzutun und 10 US-Dollar beziehungsweise 10 Euro an die ALS Association spenden. Will man sich keinen Eimer Wasser über den Kopf gießen, soll man 100 US-Dollar, beziehungsweise 100 Euro, an die ALS Association spenden. […]

    Zumeist werden die Teilnehmer über soziale Netzwerke zur Teilnahme herausgefordert. Dann muss die Challenge innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden und man selbst hiervon ein Video hochladen, beispielsweise bei Instagram oder Facebook. Wer dies tut, spendet 10 US-Dollar. Kommt man dem nicht nach oder lehnt ab, sollen 100 US-Dollar an die ALS Association gespendet werden. Die meisten Teilnehmer spenden jedoch trotzdem zumeist auch mehr als den üblichen Betrag.

    Eigentlich wollte ich dazu gar nichts schreiben, hielt ich das doch zwar für eine lustige und offenbar erfolgreiche Idee (bis 23. August sind Spenden in Höhe von über 62 Millionen Dollar eingegangen), aber nichts, wofür ich mich als katholischer Blogger interessieren müsste. Nachdem mich erstens aber anfangs die zunehmenden Facebook-Berichte über Nominierungen und Filmchen von über den Kopf gegossenem Eiswasser ein bisschen genervt haben und mir nun mehr und mehr die quengeligen Kommentare der Kritiker dieser Aktion erheblich auf die Nerven gehen, und es zweitens gerade unsere Familie getroffen hat (meine Frau war nominiert und hat gestern Abend „geliefert“) muss ich doch mal dazu in die Tasten greifen.

    Zunächst mal halte ich die Aktion generell für durchaus unterstützenswert! Da ist eine Krankheit, die wenig Aufmerksamkeit genießt, deren Erforschung sich aus diesem Grund auch nur schleppend entwickelt, und die ALS Association hatte mit der Aktion, die auch genau so gut hätte im Sande verlaufen können, einfach eine gute Idee. Die Ice Bucket Challange unterscheidet sich eben von gängigen Spendenaufrufen, in denen mit Bildern von Betroffenen Mitleid erzeugt werden soll – und macht daraus, trotz dieses ernsten Hintergrunds, auch eine Spaßveranstaltung.

    Das ist auch schon der erste Kritikpunkt, der angebracht wird: Die Krankheit, die Forschung und vor allem die Betroffenen gerieten aus dem Blick. Dagegen kann man eigentlich nur anbringen: Erstens ist der Begriff ALS nun in der Tat mal in aller Munde, und zweitens stellt sich die Frage, ob den Betroffenen denn mit einer lahmen „Bitte spenden Sie für diese armen Menschen“-Kampagne mehr geholfen wäre, als mit der jetzt noch rollenden Welle an Spenden? Beim Sammeln von Spendengeldern geht es … genau: um das Sammeln von Spendengeldern, nicht in erster Linie um die Aufklärung über eine Krankheit oder das Erzeugen von Mitleid für die Betroffenen (letzteres ist in klassischen Spendenaufrufen ein Mittel, aber nicht ein Ziel). Das Argument ist also eines von Menschen, die einen Spendenaufruf lieber erfolglos sähen, als dass er Spaß verbreiten könnte.

    Der zweite Kritikpunkt ist da schon von einem anderen Kaliber: Soll man wirklich der ALS Association spenden? Die steht im Mainstream wegen des Einsatzes von Tierversuchen, auch wegen der Art der Verwendung von Spendengeldern in der Kritik, für Katholiken verbietet sich eine Spende an dieses Institut in der Tat wegen des Einsatzes embryonaler Stammzellen, zu deren Gewinnung Embryonen getötet werden müssen. Bedeutet so eine Einschätzung das Ender einer Kette derartiger Nominierungen? Mitnichten – es erweitert möglicherweise sogar die Botschaft! Wenn nämlich katholische Nominierte statt der ALS Association ein anderes Institut mit Ihrer Spende bedenken und das auch entsprechend in ihrem Film deutlich machen, dann schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Aufmerksamkeit für die Krankheit wird erhöht und die Problematik der embryonalen Stammzellenforschung wird ebenfalls thematisiert. Als mögliche Spendenempfänger seien in den USA das „John Paul II Medical Research Institute“ in Iowa benannt, dass ohne embryonenverbrauchende Forschung auskommt, oder auch ganz themenfremde Empfänger wie Lebensschutzvereine (zum Beispiel das Projekt 1000plus) genannt.

    Über die Frage, ob das Verschütten eines Eimers Wasser tatsächlich eine Verschwendung darstellt – besonders wenn man sich fragt, wessen Wasser man da überhaupt verschwenden könnte – möchte ich mich lieber nicht auslassen. Bleibt aber noch ein letzter Kritikpunkt, den ich als freiheitsliebender Mensch ernst nehmen möchte. Es geht darum, dass einige darauf hinweisen, sich nicht zwingen lassen zu wollen, zu freiheitsliebend für einen solchen Gruppendruck zu sein, und, so meine Interpretation, die willigen Teilnehmer der geistlosen Gefolgschaft eines hirnlosen Trends bezichtigen. Natürlich ist der Gruppendruck nicht zu verachten, und gerade wenn jemand in der Öffentlichkeit steht, kann es unangenehm werden, wenn er die Nominierung und/oder eine Spende ablehnt. Man steht leicht als „Spaßbremse“ da, wenn man bei so was nicht mitmacht. Aber andererseits: Wer tatsächlich gute Gründe – und seien es gesundheitliche, das Übergießen mit Eiswasser ist je nach Konstitution nicht ganz ohne – hat, nicht teilzunehmen, muss sich natürlich nicht zwingen lassen (und muss sich auch nicht erklären). Man kann andererseits durch die Begründung der Nichtteilnahme aber auch für sein eigenes Thema ein – wenn auch kleines – Publikum schaffen. Ansonsten ist die Nichtteilnahme aber kein Beweis für eine besondere Freiheitsliebe so wie die Teilnahme kein Beweis für einen Herdentrieb ist, nicht mal für ein besonderes Geltungsbedürfnis, das auch ab und an unterstellt wird. Der „normale“ Nominierte wird von der Teilnahme gar nicht, der „Promi“ nicht langfristig profitieren. Und sollte tatsächlich jemand meinen, seinen gesellschaftlichen Status dadurch steigern zu können, wenn er sich Eiswasser über den Kopf schüttet – dann ist mir das immer noch lieber, als wenn er derartiges durch politische Einflussnahmen versucht.

    Insofern: Wer nicht teilnehmen möchte, weil er die Krankheit zu wenig im Vordergrund sieht, hat meinen vollen Respekt, wenn er stattdessen mit einer Alternative aufwartet. Wer nicht an die ALS Association spenden möchte, hat Alternativen, auch außerhalb dieses Themas, für das er dadurch sogar Aufmerksamkeit erregen kann. Wer aus anderen Gründen nicht teilnehmen möchte (bei bekannten Persönlichkeiten vielleicht auch, um das eigene Amt nicht der Lächerlichkeit preiszugeben), soll es einfach lassen – kein Grund, einen solchen Menschen gering zu schätzen. Wer aber meint, Teilnehmer der Ice Bucket Challenge seien alles Lemminge auf dem Weg in den Abgrund, sollte vielleicht sein eigenes Koordinatensystem noch mal überprüfen … und letztlich nicht in allem ein gesellschaftliches Problem erkennen. Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre, und manchmal ist ein Eiseimer – ob mit oder ohne guten Zweck – nur ein Eiseimer!

  • Sind die Samwer-Brüder böse?

    Haben Sie schon von den Brüdern Samwer gehört? Ich hatte den nicht eben unauffälligen Namen in der Tat schon mal gelesen, und wer gestern im Öffentlich-Rechtlichen ZDF die Sendung Frontal 21 „Die große Samwer-Show“ gesehen hat, der kennt sie jetzt auch. Neutral gesagt sind die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer Internet-Investoren. Der Bericht beschreibt eindrucksvoll das, oder besser ein Geschäftskonzept der Brüder: andere Geschäftsideen abzukupfern. Als Beispielhaft gilt das Internetauktionshaus „Alando“, bei dem man von eBay abgekupfert hat. Nachdem das Portal erfolgreich wurde, hat eBay es gekauft … und den Samwer-Brüdern einen satten Millionengewinn beschert.

    Im Umfeld Ihres Konzerns „Rocket Internet“ ist am bekanntesten wohl der Online-Händler „Zalando“, der zwar offenbar noch nicht gewinnbringend arbeitet aber doch ein hohes Umsatzwachstum erreicht. Im Interview mit dem ZDF gibt Oliver Samwer an, dass derartige e-Business-Unternehmen einen Zeitraum von 5 bis 7 Jahren benötigen, bevor sie schwarze Zahlen schreiben. Er macht sich da offenbar keine Sorgen. Derzeit wird für Zalando und für Rocket Internet offenbar, die Samwers geben sich hier wie in anderen Fragen zugeknöpft, der kurzfristige Börsengang geplant. Investoren hat man bereits jede Menge aufgetan und möglicherweise sollen die Papiere auch „nur“ am freien Markt gehandelt werden, bei dem es weniger gesetzliche Regulierungen gibt.

    Rocket Internet schafft mit seinen Unternehmen laufend Arbeitsplätze, ganz überwiegend in Deutschland, erhält dafür teilweise auch Subventionen von Landesregierungen, die deren Ansiedelung fördern wollen. Steuerlich sind sie in Deutschland ansässig, nutzen aber die Möglichkeiten der EU und anderer Standorte, um die Steuerlast zu optimieren.

    Das wäre mal in Kürze der Inhalt der gestrigen Sendung – stellt sich die Frage: Warum schreibe ich das eigentlich? Ich müsste zurück fragen: Warum wird so was gesendet? Weil man eine Erfolgsgeschichte deutscher Unternehmer portraitieren wollte (deren langfristiger Erfolg allerdings noch nicht gesichert ist)? Um junge Menschen in ihrem Unternehmenswillen zu ermutigen? Doch nicht im deutschen ÖR-Fernsehen!

    Der Bericht versuchte investigativ zu sein, arbeitete mit Andeutungen … ich will es mal plakativ sagen: Die Frontal-21-Autoren versuchen, den Samwers ans Bein zu pinkeln, und das einerseits maximal erfolglos, andererseits haben sie ihr Ziel vielleicht doch erreicht:

    Da werden andere Internetpioniere befragt, die die Geschäftspraktik der Samwers, das Kopieren, Vermarkten und gewinnbringende Veräußern fremder Geschäftsideen, als wenig freundlich, nicht innovativ und für sie (also die anderen) geschäftsschädigend beschreiben. Illegal war das alles aber offenbar nicht! Da wird der ursprüngliche Gründer von StudiVZ befragt, der sich von den Samwer-Brüdern und deren Geschäftspartnern über den Tisch gezogen fühlt. Illegales haben sie aber offenbar nicht getan. Da werden Wirtschaftsprofessoren befragt, die die Subventionspolitik der betreffenden Bundesländer für fragwürdig halten („Abstauberei“ ist ein Begriff der gefallen ist) – an der Berechtigung Zalandos/Rocket Internets zum Erhalt solcher Subventionen gibt es aber offenbar keinen Zweifel.

    Natürlich – Betroffene vor die Kamera zu zerren ist immer ein Argument – fehlt auch nicht die Boutiquenbesitzerin, die angesichts der Online-Konkurrenz (wohl vor allem von Zalando) ihren Laden schließen muss, und berichtet, dass Kunden sich bei ihr beraten ließen, Produkte sogar fotografierten, um sie dann bei Zalando zu kaufen. Und wie ein Kontrast dazu wirkt die Liste der Investoren für den Börsengang in der auch – spooky – der „Clan“ von Silvio Berlusconi auftaucht.

    Das ganze wird eingerahmt durch Interviewausschnitte mit Oliver Samwer, der möglicherweise unsympathisch wirkt – wie ich meine aber deshalb, weil er die beiden Redakteure Christian Esser und Birte Meier ob ihrer halbgaren Fragen einfach nicht ernst nimmt. Ehrlich gesagt habe ich mich zwischendurch gefragt, warum er die beiden nicht einfach rausgeschmissen hat, stattdessen blieb er bis zum Schluss freundlich, wenn man ihm auch ansehen kann, dass er mit den beiden anschließend sicher kein Bier trinken gegangen ist.

    Der geneigte Zuschauer wird also den Eindruck gewonnen haben, es mit einem zwar legalen aber doch irgendwie zwielichtigen Unternehmen zu tun zu haben … und das nur, weil es sich um ein erfolgreiches Unternehmen handelt, das sich gegen Wettbewerber durchgesetzt hat, Subventionen in Millionenhöhe erhält, und dabei in Kauf nimmt, dass kleine Konkurrenten pleite gehen. Böse, böse Unternehmen – dieses Fazit wird auch von einigen Interviewpartnern des Berichts gezogen: Rocket Internet und die Samwer-Brüder seien „böse“.

    Nun kann ich nichts darüber sagen, was die Samwer-Brüder mit ihrem Geld machen, ob sie Großspender unterstützenswerter Aktionen sind oder sich sonst irgendwo karitativ engagieren – der Bericht macht dazu keine Aussagen. Ich weiß nicht, ob sie das Geld als ihren Götzen anbeten oder hinter dem finanziellen Erfolg auch eine ideelle Vision steckt, die man möglicherwiese moralisch bewerten könnte. Insofern verbietet sich mir eine moralische Einschätzung der Personen der Unternehmerbrüder – wie sie sich aber auch den Autoren des Berichts verbieten sollte. Ich entnehme dem Bericht, dass ich mit Rocket Internet – wenn ich in der gleichen Branche tätig wäre – nur mit ganz langen Fingern ins Geschäft kommen wollte und Verträge sehr genau prüfen, mich auf ihr Wort nur bedingt verlassen würde. Gleiches gilt aber auch für die meisten anderen Unternehmer, die ich nicht persönlich kenne und deren innere Einstellung ich darum noch weniger beurteilen kann, als bei Freunden.

    Die Samwer-Brüder mögen nicht die nettesten Leute dieses Planeten sein, vielleicht würde ich sie persönlich lieber nicht kennenlernen – aber alles, was man ihnen im ZDF-Bericht nachweisen konnte, war, dass sie erfolgreich sind und sich im Rahmen der Gesetze und – zuweilen fragwürdiger, aber wer hat das zu verantworten? – staatlicher Subventionspolitik bewegen. Das mag reichen, um die Neidgefühle der Zuschauer anzusprechen, was offenbar beabsichtigt war (und moralisch in der Tat verwerflich wäre) – aber es reicht nicht, um die Unternehmer moralisch abzuwerten. Und wenn ich in mich hineinhorche: Dass sich ausgerechnet zwei von Zwangsgebühren finanzierte Autoren eines Staatssenders über Subventionen beschweren, lässt meinen Blutdruck wesentlich mehr steigen als die Geschäftspraktiken der Samwer-Brüder.

  • „Der Terror im Irak muss aufgehalten werden“

    Da ich heute nicht dazu gekommen bin, was Eigenes zu schreiben, belasse ich es einfach bei der Pressemeldung zur Erklärung des Ständigen Rates der Deutschen Bischofskonferenz zur Situation im Mittleren Osten - das ist, wie ich bei Elsas Nacht(b)revier einfach mal abschreibe, "vermutlich das vernünftigste, was ich von der DBK im Laufe der letzten fünf Jahre zu hören bzw. zu lesen bekommen habe."

    Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat sich in Würzburg-Himmelspforten mit der aktuellen Situation im Mittleren Osten befasst. Mit Blick auf die gegenwärtige Lage erklärt der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz heute (25. August 2014):

    „Der Irak, seit Jahrzehnten geschunden durch Diktatur, Krieg und Bürgerkrieg, erlebt seit einigen Monaten einen neuen Tiefpunkt seiner jüngeren Geschichte. Die Terrororganisation ISIS (seit Kurzem auch ‚Islamischer Staat‘ genannt), die schon seit einiger Zeit größere Gebiete in Syrien kontrolliert, hat in den zurückliegenden Monaten etwa ein Drittel des irakischen Staatsgebietes in ihre Gewalt gebracht und ein grenzüberschreitendes sogenanntes ‚Kalifat‘ errichtet. Die Millionenmetropole Mossul ist in ihre Hände gefallen, ebenso andere wichtige Städte. Dabei gehen die sunnitischen Dschihadisten mit ungeheurer Grausamkeit vor. Alle, die sich ihrer Version des Islam nicht unterwerfen wollen, haben zu leiden – besonders aber die religiösen Minderheiten. In der Folge von Zwangskonversionen, Vertreibung und Mord stehen die Christen und die kleine Glaubensgemeinschaft der Jesiden im Herrschaftsgebiet der Terror-Milizen vor der Auslöschung. Sie versuchen, in die autonome Kurdenregion zu fliehen, um Leib und Leben zu retten. Für die Christen bedeuten die Einnahme von Mossul und der christlichen Stadt Karakosch (das biblische Ninive) weitere Stationen des Martyriums, das mit dem Bürgerkrieg nach der Invasion des Irak (2003) begann. In den zurückliegenden Wochen hat die internationale Gemeinschaft – vor allem die Vereinigten Staaten – erfolgreich begonnen, sich dem mörderischen Treiben entgegenzustellen.

    Gemeinsam mit Papst Franziskus und den Bischöfen im Irak fordern wir: Der Terror muss aufgehalten werden, und die unzähligen Vertriebenen müssen die Chance erhalten, zügig in ihre Heimat zurückzukehren. Deshalb begrüßen wir es, dass die Staatengemeinschaft in diesen Tagen intensiv über eine wirkungsvolle Bekämpfung der ISIS-Terroristen berät. In Deutschland wird vor allem über die Lieferung von Waffen an die kurdischen Kämpfer diskutiert, die sich dem Ansturm von ISIS entgegenstellen. Dazu möchten wir als Bischöfe festhalten: Militärische Maßnahmen, zu denen auch die Lieferung von Waffen an eine im Konflikt befindliche Gruppe gehört, dürfen niemals ein selbstverständliches und unhinterfragtes Mittel der Friedens- und Sicherheitspolitik sein. Sie können aber in bestimmten Situationen auch nicht ausgeschlossen werden, sofern keine anderen – gewaltfreien oder gewaltärmeren – Handlungsoptionen vorhanden sind, um die Ausrottung ganzer Volksgruppen und massenhafte schwerste Menschenrechtsverletzungen zu verhindern. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die rechtliche Pflicht der Staaten, gegen Völkermord aktiv tätig zu werden, und die sogenannte ‚Schutzverantwortung‘ (responsibility to protect) zur Abwehr schlimmster, viele Menschen bedrohender Verbrechen. Diese Maßgabe entspricht den Grundsätzen der katholischen Lehre über den gerechten Frieden.

    Die Lage im Orient wirft für viele in unserer Gesellschaft die Frage nach der Rolle des Islam auf. Besonders verstörend wirkt es, dass Hunderte Muslime, die in Europa gelebt haben, sich dem Kampf von ISIS und anderen militanten oder terroristischen Organisationen angeschlossen haben. Die deutschen Bischöfe stellen sich auch weiterhin all jenen entgegen, die das Feindbild eines seinem Wesen nach gewalttätigen Islam propagieren. Islam und ISIS sind nicht dasselbe. Vielmehr tobt in der muslimischen Welt selbst ein hitziger, manchmal erbarmungsloser und mörderischer Kampf um das rechte Verständnis der eigenen Religion und zu Recht wird immer wieder auf die große Zahl der Muslime hingewiesen, die Opfer dieses Konflikts werden. Hier sind die muslimischen Religions- sowie Staatsführer in besonderer Weise gefordert, Position zu beziehen. Dennoch: Die überwältigende Mehrheit der friedliebenden Muslime muss sich der Frage stellen, welche Faktoren den beängstigenden Entwicklungen in der eigenen Religionsgemeinschaft zugrunde liegen. Nur auf Fehler, Versäumnisse und Schuld zu verweisen, die außerhalb der islamischen Kultur liegen, greift zu kurz.

    Die Opfer der Katastrophen im Mittleren Osten brauchen unmittelbare humanitäre Unterstützung. Dies ist nicht nur eine Aufgabe der Staaten. Alle können zur Hilfe beitragen, dazu gehört auch die Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen. Wir danken allen, die bereits auf vielerlei Weise helfen und bitten die Menschen in Deutschland, gleich welcher Religion oder Weltanschauung sie anhängen, das Los der Bedrängten durch ihre Spende zu erleichtern. Caritas international, das auf Not- und Katastrophenhilfe spezialisierte Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, sorgt gemeinsam mit den Partnern vor Ort für eine wirksame Unterstützung der Notleidenden.

    Wir rufen die Gläubigen zum nicht nachlassenden Gebet für die Menschen im Mittleren Osten auf. Es gilt den verfolgten und bedrängten christlichen Glaubensgeschwistern, aber auch allen anderen Opfern von Willkür und Gewalt. Möge der allmächtige und barmherzige Gott in jener Weltgegend Wege des Friedens weisen, die durch die biblische Geschichte besonders ausgezeichnet ist und in der auch der Islam seinen Ursprung hat!“

    Nachzulesen bei der Deutschen Bischofskonferenz

    Wenn man bedenkt, wie - teils notwendigerweise - weichgespült die Äußerungen aus dieser Ecke, auch noch zu derartigen Themen, bisweilen sind, darf man annehmen, dass die Dramatik der Situation, und die Ausweglosigkeit anderer Ansätze auch bei der DBK deutlich geworden ist.

    An dieser Stelle möchte ich auch gerne den Papst zitieren, der sich bereits mehrfach deutlich geäußert hat, u.a. in der Pressekonferenz auf dem Rückflug aus Korea mit diesen Worten:

    Die Menschheit hat ein Recht darauf, dem ungerechten Angreifer Einhalt zu gebieten, aber auch der Angreifer hat ein Recht darauf, zurückgehalten zu werden, damit er nicht Böses tut.

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